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Coworking zu teuer: Freelancer in San Francisco arbeiten jetzt auf Parkplätzen

Protest gegen hohe Coworking-Preise: Freelancer in San Francisco arbeiten jetzt auf Parkplätzen. (Foto: Wepark.us)

Nicht nur die horrenden Mieten sind in San Francisco ein Problem. Auch einen Arbeitsplatz im Coworking-Space können sich viele Selbstständige kaum noch leisten. Ihr Protest fällt kreativ aus.

Teure Gebühren für Mitgliedschaften in Coworking-Spaces haben Selbstständige in San Francisco zu einer ungewöhnlichen Protestaktion veranlasst. Wie das US-Wirtschaftsmagazin Fast Company berichtet, besetzten vergangenen Montag rund 30 Personen öffentliche Parkplätze in der Stadt. Sie stellten Tische und Campingstühle auf, klappten ihre Laptops hoch und gingen ihrer gewöhnlichen Arbeit nach.

„Es sind Leute gekommen, die normalerweise im Homeoffice arbeiten, weil sie sich kein Coworking leisten können und trotzdem das Gemeinschaftsgefühl mögen“, zitiert das Magazin einen Aktivisten von der Initiative Wepark. Zusammengerechnet hätten die Selbstständigen für ihren Arbeitsplatz an diesem Tag nur 2,25 Dollar pro Stunde bezahlt – so viel kostet normalerweise ein Parkplatz in San Francisco.

Der Protest richtet sich gegen kommerzielle Coworking-Anbieter wie Wework, die massiv Büroflächen in der Stadt kaufen, aufwendig renovieren und dann teuer an Selbstständige weitervermieten. So liegen die Kosten für einen flexiblen Einzelarbeitsplatz („Hot Desk“) in der zentralen „Market Street“ bei umgerechnet 492 Euro monatlich. In manchen Ecken liegen die Preise zum Teil sogar noch darüber. Zum Vergleich: In Berlin müssen Selbstständige für einen Einzelarbeitsplatz nach Zahlen des Portals Coworkingguide durchschnittlich 220 Euro bezahlen.

Vor allem in San Francisco scheint die Entwicklung jedoch besonders dramatisch. Wegen der enormen Wertschöpfung durch umliegenden Tech-Konzerne sind die Mieten in der Stadt extrem gestiegen. Die Aktivisten befürchten, der Mietwucher könnte nun auch die Arbeitsräume in Coworking-Spaces erfassen. Zudem stören sie sich noch an einem anderen Problem: Während bezahlbarer Wohn- und Arbeitsraum für Berufstätige immer knapper wird, hält die Stadt große Teile ihrer Flächen für Autofahrer zurück. Dem Magazin Fast Company zufolge gibt es in San Francisco rund 275.000 Parkplätze. Platz, den die Aktivisten angesichts zunehmender Mobilitätsalternativen wie E-Tretroller und Fahrräder gerne sinnvoller nutzen möchten.

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Ein Kommentar
München in 5 Jahren

Das kann man in München in ein paar Jahren erwarten. Man kann schließlich auch unter der Brücke oder im Wald programmieren. Der Strom kommt aus Powerbank oder von eigenem Tesla, in dem man auch schlafen kann.

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