Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Karriere

Crowd-Technologien im Unternehmenseinsatz bei Atlassian, Eventbrite und Co.

Crowdsourcing im Unternehmen. (Bild: Shutterstock / igor kisselev)

Immer mehr Firmen wenden Crowdsourcing-Technologien auch in Bezug auf den eigenen Mitarbeiterstab an. Für unsere Themenwoche Leadership haben wir i-potentials, Fastbill, Atlassian, Eventbrite und Axel Springer nach ihren Erfahrungswerten gefragt.

Internes Crowdsourcing: Mitarbeiter als Ideengeber

Crowdsourcing muss nicht immer bedeuten, über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus nach Antworten zu suchen. Auch intern lassen sich oft mehr Ideen und Erkenntnisse generieren als gedacht: mit der Schwarmintelligenz der Mitarbeiter. Was in den meisten Unternehmen ohnehin täglich passiert – der informelle Austausch mit Mitarbeiten oder das gemeinsame Brainstorming – wird bei dieser Methode in einen systematischen, oft technologisch unterstützten Ablauf überführt, sodass jeder Gehör findet. Vorhandene Ideen können besser gewichtet und durch den Input vieler letztlich schneller zur Umsetzung gebracht werden. Je größer ein Unternehmen, desto wichtiger wird diese Systematisierung und Prozessualisierung interner Crowdsourcing-Abläufe.

themenwoche_leadership_digitalisierte_welt585x50

Immer mehr Tools und Formate helfen Unternehmen beim internen Crowdsourcing, mit IBM und der Sparkasse gibt es bereits spannende Best-Practice-Beispiele – mehr zu beidem in unserem Magazinartikel „Crowdsourcing im Unternehmen“. Und wie halten es andere, auch kleinere Unternehmen mit der Methode? Für die neue Ausgabe des t3n Magazins haben wir nachgefragt.

Constanze Buchheim hat 20 Mitarbeiter bei i-potentials.
Constanze Buchheim hat 20 Mitarbeiter bei i-potentials.

Für Constanze Buchheim, Gründerin der auf die Digitalbranche spezialisierten Personalberatung i-potentials, ist Schwarmintelligenz grundsätzlich ein wichtiges Thema: „Ich glaube an das Prinzip der ‚Weisheit der vielen‘ und versuche, wo es geht, zahlreiche Meinungen einzuholen. Wenn die Menge der Gegenstimmen zu groß wird, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren, da ich daran glaube, dass insbesondere operative Fragestellungen von den Spezialisten am besten beantwortet werden können.“

Crowd-Technologien erst ab einer bestimmten Unternehmensgröße sinnvoll?

René Maudrich von Fastbill, derzeit 21 Mitarbeiter.
René Maudrich von Fastbill, derzeit 21 Mitarbeiter.

Dennoch lohne sich der Einsatz spezieller Crowd-Technologien und -Tools bei i-potentials aktuell nicht, sagt Buchheim: „Bei 20 Mitarbeitern ist das Gespräch immer noch das beste Mittel.“ Ähnlich sieht das René Maudrich. Der Geschäftsführer von Fastbill, einem Anbieter für Buchhaltungssoftware, leitet aktuell auch ein eher kleines Team und sagt: „Wir profitieren sehr davon, dass jeder über seinen Tellerrand blickt und auch frei mit allen interagiert, um Inspiration zu sammeln. Jedoch haben wir diesen Teamwork-Ansatz derzeit nicht instrumentalisiert. Die Informationsbeschaffung passiert aktuell über Skype oder beim gemeinsamen Mittagessen.“

Anders sieht das etwa bei Atlassian aus: Das US-Unternehmen hat über 1.000 Mitarbeiter und vertreibt mit Jira, Confluence oder HipChat selbst Software-Lösungen für Wissensmanagement und Kollaboration.

„Wir unterziehen neue Ideen einem firmeninternen Vernunfts-Check.“

Wie Chief People Officer Jeff Diana erklärt, greift Atlassian daher für das interne Informationsmanagement zunächst auf die eigenen Produkte zurück. Für Confluence hat das Unternehmen sogar ein eigenes Crowdsourcing-Add-on entwickelt: „Confluence Questions“. „Auf diese Weise gelangen wir schnell an Informationen und unterziehen neue Ideen einem firmeninternen Vernunfts-Check“, so Diana. Für noch bessere Entscheidungen setze Atlassian zusätzlich auf interdisziplinäre Projektteams: „Wir haben festgestellt, dass der Input unserer Mitarbeiter unsere Entscheidungen besonders dann verbessert, wenn diese unterschiedliche Perspektiven einbringen.“

„Je bunter das Team, desto innovativer die Umsetzung“

Sirka Laudon leitet die Personalentwicklung bei der Axel Springer SE.
Sirka Laudon leitet die Personalentwicklung bei der Axel Springer SE mit insgesamt 13.000 Mitarbeitern.

Diese Erfahrung hat auch Sirka Laudon gemacht, die Leiterin Personalentwicklung bei der Axel Springer SE. „Je bunter die Zusammensetzung, desto innovativer die Umsetzung,“ das sei ihr Learning aus der Arbeit mit interdisziplinären Teams. Um für mehr Ideenaustausch zu sorgen, bringe man zudem regelmäßig Experten für bestimmte Themengebiete konzernübergreifend zu Diskussionen zusammen. Und auch die technologische Grundlage für Crowd-Intelligenz im Unternehmen werde derzeit gelegt: „Wir haben im letzten Jahr ein Enterprise 2.0-Tool getestet und werden es jetzt großflächig im Unternehmen implementieren. So können wir schnell Experten finden, auf Fragestellungen rasch reagieren und gemeinschaftlich an Projekten in einer entsprechenden Arbeitsumgebung arbeiten.“

Damit befindet sich die Axel Springer SE auf einem Weg, den auch die Veranstaltungs- und Ticketing-Plattform Eventbrite bereits beschritten hat. Internes Crowdsourcing wird hier nicht als anlassbezogenes Konzept verstanden, das punktuell zum Einsatz kommt, sondern gehört zur täglichen Routine, wie Mitgründerin und HR-Verantwortliche Julia Hartz beschreibt:

Julia Hartz nutzt Crowdsourcing bei den etwa 500 Eventbrite-Mitarbeitern.
Julia Hartz nutzt Crowdsourcing bei den etwa 500 Eventbrite-Mitarbeitern.

„Wir befragen unsere Mitarbeiter monatlich und ermitteln so den „bNPS“, den „Briteling Net Promoter Score“ (Anmerkung: „Britelings“ ist die Bezeichnung für Firmenangehörige bei Eventbrite). Er gibt uns in Echtzeit und weltweit Einsicht in die Gefühls- und Gedankenwelt unserer Mitarbeiter in Bezug auf Eventbrite. Die Umfrage ist eine Gelegenheit für alle Mitarbeiter, Teil der Evolution unseres Unternehmens zu sein und gehört zu werden. Jeder kann hier sagen, was er oder sie will, und damit das Führungsteam erreichen. Und wir nutzen dieses Feedback, um die Auswirkungen von bestimmten Entscheidungen zu messen und zukünftige Entwicklungen zu beeinflussen.“

t3n 39 abonnieren und kostenfrei gibt es t3n 38 dazu: Jetzt zugreifen!
t3n 39 abonnieren und kostenfrei gibt es t3n 38 und unser Digital-Pioneers-T-Shirt dazu: Jetzt zugreifen!

Crowdsourcing im Unternehmen: Vorsicht bei der Auswertung

Jeff Diana, Personalchef bei Atlassian mit 1.200 Mitarbeitern.
Jeff Diana, Personalchef bei Atlassian mit 1.200 Mitarbeitern.

Auch wenn Constanze Buchheim an den Crowdsourcing-Gedanken glaubt – im Unternehmenskontext sei dennoch eine wichtige Hürde zu beachten: „Das Prinzip der Schwarmintelligenz kann in Unternehmen durch die starken Interessen- und Rollenunterschiede an seine Grenzen gelangen.“ Wichtig sei es daher, die Antworten der Mitarbeiter vor den Hintergründen ihrer Rollen und Interessen zu bewerten.

Zudem müssen Crowdsourcing-Prozesse gut organisiert und moderiert werden, damit das Mehr an Informationen auch wirklich effektiv eingebunden werden kann. So rät auch Jeff Diana von Atlassian zum umsichtigen Einsatz der Methode: „Crowdsourcing ist ein sehr machtvolles Instrument – so lange es die Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse nicht unnötig verlangsamt.“

Constanze Buchheim, Julia Hartz, Sirka Laudon, Jeff Diana und René Maudrich beantworten im neuen t3n Magazin noch mehr Fragen zu moderner Personalarbeit. Hier gibt’s mehr Infos.

Finde einen Job, den du liebst

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Eine Reaktion
Verhinderer verhindern

Atizo bietet sowas wohl auch für im Unternehmen an. In Deutschland gibts auch Anbieter dafür.

BBC hat auch irgendwelche HTML-Seiten durch ein Wiki (für die Mitarbeiter) ersetzt was wohl auch erfolgreich war.

Richtig neu ist das aber nicht. Auch ich glaube GM oder General Electric hat Teams die neben der normalen Arbeit selbstgesteckte Projekte durchführen. Bei Google konnte man wohl auch einen Tag der Woche selber was machen. Damit bringt man Denkarbeiter dazu, z.B. von Mo-Do die "langweiligen" Befehls-Arbeiten zu machen und am Freitag die eigenen Projekte.

Wichtiger ist die Strukturierung und Organisation damit was nützliches bei rumkommt und es nicht von irgendwelchen rückständigen Fortschritts-Verhinderern blockiert wird.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.