News

Cyber-Angriffe – 40 Prozent aller Warnungen können nicht verfolgt werden

Der Staat hat immer größere Probleme mit den Angreifern mitzuhalten, so die Experten. (Foto: Shutterstock)

Immer mehr kriegerische Auseinandersetzung verlagert sich in den Cyberspace. Nach der Meinung von Experten ist Deutschland dort aber schlecht aufgestellt.

Im Kampf gegen Desinformation und Cyber-Angriffe droht Deutschland, nach Ansicht von Experten, ins Hintertreffen zu geraten. Entscheidungswege zum Aufbau einer Sicherheitsinfrastruktur seien innerhalb des Staates zu lang und komplex, sagte Marcel „Otto“ Yon, Chef der Innovationsabteilung der Bundeswehr (Bundeswehr Cyber Innovation Hub) bei einer Debatte über „Digitale Verteidigungslinien“ bei der Media Convention (MCB) am Mittwoch in Berlin.

Staat kann nicht mithalten

Die Szenarien für kriegerische Auseinandersetzungen verlagerten sich zunehmend auf den Cyberspace. Der Staat bekomme aber immer mehr Probleme, bei der Innovationsrate – auch der Angreifer – mitzukommen. „Die Schere wird immer größer“, sagte Yon.

Es geht nicht allein um Technik

Allerdings, so die Sicherheitsexpertin Julia Schuetze von der Berliner Stiftung Neue Verantwortung, zeige etwa der Hacker-Angriff auf die Washingtoner Zentrale der Demokratischen Partei in den USA, dass die richtige Technologie alleine nicht reiche. Schon im Vorfeld hätten Absprachen in der Parteizentrale nicht geklappt, die für die Sicherheit Verantwortlichen seien überfordert gewesen. Dazu hätten innerparteiliche Intrigen den Versuch der Angreifer erleichtert, durch Veröffentlichung Tausender Mails, demokratische Prozesse in Misskredit zu bringen.

40 Prozent der Warnhinweise können nicht verfolgt werden

Nach Angaben von Hans-Wilhelm Dünn vom Cyber-Sicherheitsrat Deutschland leidet die Abwehr von Hacker-Angriffen auch unter einem gravierenden Personalmangel. So könnten 40 Prozent der Warnhinweise deswegen nicht verfolgt werden. Angesichts immer komplexerer Programme seien Attacken oft nur mit großer Verzögerung feststellbar, zuweilen bis zu einem Jahr später. Der Schutz sei allerdings nicht nur Aufgabe des Staates. Jedes Unternehmen und jeder private Nutzer müsse sich um seine Daten kümmern, sagte Dünn. Der in Berlin ansässige Verein berät Unternehmen, Behörden und Politik zum Thema Cyber-Sicherheit. (Mit Material der dpa)

Mehr zum Thema:

Zur Startseite
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung