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KI, digitale Menschen und mehr: Daimler gibt Einblick in Digitalisierungs-Pläne auf dem MWC

Daimler zeigt „Sarah“ auf dem MWC 2018. (Foto: t3n)

Daimler hat auf dem MWC 2018 gezeigt, wie sich das Unternehmen Digitalisierung für den Kunden vorstellt. Dabei spielen Themen wie künstliche und emotionale Intelligenz eine zentrale Rolle.

Der Mobile World Congress gilt in erster Linie als Mobilfunkmesse. Da aber auch Autos immer stärker vernetzt und digitalisiert werden, zieht es auch deren Hersteller auf diese Messen – dafür bleiben sie teils sogar den klassischen Automobilmessen fern. Bestes Beispiel: Daimler. Der Autobauer wird 2019 die Detroit-Auto-Show auslassen und stattdessen auf der CES ausstellen. Eine Besonderheit: Auf dem MWC hat der Autobauer aus dem Ländle sogar seine neue A-Klasse erstmals vorgestellt.

Daimlers neue A-Klasse ist auf der MWC 2018 erstmals ausgestellt worden. (Foto: Daimler)

Die A-Klasse fügte sich nahtlos in die Mobilfunkmesse MWC ein, denn es ist das erste Fahrzeug, das Mercedes Benz mit dem neuen 3D-Betriebssystem MBUX, Touchscreens und Sprachsteuerung ausgerüstet hat. Das verwandelt das Fahrzeug gewissermaßen in ein Smartphone auf Rädern. Ein weiterer Bestandteil des MBUX, aber auch anderer Nutzer-Schnittstellen ist künstliche Intelligenz, mit der Mercedes seine Plattform lernfähig machen will, sodass sie sich an den Fahrer anpassen kann. MBUX wird sukzessive in allen anderen Mercedes-Modellen Einzug halten.

Daimler bringt das neue 3D-Betriebssystem MBUX zuerst in die A-Klasse. (Foto: t3n.de)

Auf der CES 2018 sagte Daimler-Vorstandsmitglied Ola Källenius: „Es sind die natürlichsten Gespräche, die man je mit einem Auto geführt hat.“ Unterstützung für die Sprachsteuerung hat sich Daimler bei einem der führenden Anbieter von Sprachverarbeitungs-Lösungen, Nuance Communications, geholt. Laut Mercedes ist sie einfach und natürlich, sodass Fahrer wie mit einem Menschen sprechen können sollen. Man könne etwa sagen: „Hey Mercedes, mir ist kalt“, und schon stellt das Fahrzeug die Klimaanlage wärmer.

Alle Fahrzeugdaten auf dem Handy. (Foto: t3n.de)

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Sarah: Daimler versucht sich an emotionaler Intelligenz und digitalen Avataren

Computer menschlicher machen. Daimler kooperiert mit Soul Machines für „Sarah“. (Foto: t3n.de)

Daimlers MBUX mit KI ist indes nur ein Teil des MWC-Auftritts: Ein weiteres Projekt heißt Sarah. Es ist derzeit allerdings noch mehr eine Studie als ein fertiges Produkt. Sarah wird als ein Avatar mit emotionaler Intelligenz beschrieben, der im Bereich Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen als Schnittstelle zum Kunden fungieren könnte.

„Emotional Intelligence“: Daimler arbeitet mit „Sarah“ an einem digitalen Menschen für Kaufprozesse und weitere Projekte. (Foto: t3n.de)

Der Avatar, auch als digitaler Mensch bezeichnet, ist gemeinsam mit dem neuseeländischen Unternehmen Soul-Machines entwickelt worden. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, „lebensechte, emotional reagierende digitale Menschen mit Persönlichkeit und Charakter“ zu entwickeln, die empathisch auf das Gegenüber reagieren können sollen.

„Sarah“ „erkennt“ die Stimmung des Gegenübers unter anderem an Stimme und Mimik. (Foto: t3n.de)

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Sarah könnte künftig nicht nur beim Kauf eines neuen Autos behilflich sein, sondern auch als digitale Assistentin fungieren. Entsprechende Szenarien demonstrierte Udo Neumann, Chief Information Officer (CIO) der Daimler-Financial-Services, auf dem MWC 2018. So zog er Sarah zur Planung einer Skiurlaubs heran. Sie gab Empfehlungen für den passenden Urlaubsort und etwaige Verkehrsmittel zur Anreise der verschiedenen Mitreisenden. Ein finales Produkt ist vermutlich noch Jahre entfernt, allerdings zeigte der Konzern damit auf, dass er die Ära des reinen Autobauers hinter sich gelassen hat. Udo Neuman ist überzeugt, dass „ein selbstständig lernender und emotional intelligenter, digitaler Avatar“ einen Paradigmenwechsel in der Servicelandschaft bewirken wird.

Wege in die digitale Welt: Daimler investiert in Startups

Daimler investiert in das Startup Anagog. (Foto: t3n.de)

Während Sarah noch weit entfernt ist, haben die Stuttgarter auch Handfestes angekündigt: Der Konzern hat sich am israelischen Startup Anagog beteiligt. Das Unternehmen mit Firmensitz in Tel Aviv hat eine Software entwickelt, mit der das Nutzerverhalten mit Hilfe diverser Sensoren direkt im Smartphone analysiert werden kann. Basierend auf den Daten und künstlicher Intelligenz sollen künftige Bewegungsszenarien vorhersagt werden können. Das erste gemeinsame Projekt ist die „EQ-Ready-App“, mit der Autofahrer analysieren können, ob es für sie sinnvoll ist, auf ein Elektro- oder Hybridfahrzeug umzusteigen.

Mit dem Ausbau der digitalen Dienste will das Unternehmen „jeden digitalen Berührungspunkt im Mobilitätsverhalten“ verbessern und damit Daimler-Kunden sowie allen Smartphone-Besitzern mehr Unabhängigkeit bieten, erklärt Sabine Scheunert, Leiterin Digital und IT für Marketing und Sales Mercedes-Benz Cars. Die Investition in Anagog bringe das Unternehmen diesem Ziel ein Stück näher.

Anagog ist an der Entwicklung der EQ-ready-App beteiligt. (Bild: Daimler)

Anagog könne ferner beispielsweise bei der Suche nach freien Parkplätzen helfen. Über Bewegungssensoren eines Smartphones erkenne die Anwendung etwa, wenn der Fahrer sein Auto parkt und sich zu Fuß weiterbewegt. Auch erkenne die Software, wenn der Fahrer wieder einsteigt und den Parkplatz freigibt. Um möglichst wenige personenbezogene Daten weiterzugeben, werden die Bewegungsmuster vollständig auf dem Smartphone gespeichert – die Kommunikation mit der Cloud ist nicht erforderlich. Dadurch verlassen nur anonymisierte Daten das Gerät.

DigitalLife@Daimler: Talentsuche per Hackathons

Da es laut Daimler kaum möglich ist, den digitalen Wandel in nahezu allen Geschäftsbereichen des Unternehmens allein zu bestreiten, gehört zum strategischen Ansatz des Unternehmens die Beteiligung an „geeigneten Startups“. Um weitere kluge Köpfe und gute Ideen ins Unternehmen zu holen, veranstaltet Daimler außerdem regelmäßig Hackathons an Universitäten weltweit, die vom DigitalLife@Daimler-Team organisiert werden. Unter anderem wurden Programmierwettbewerbe etwa in Bangalore in Indien, im kalifornischen Silicon Valley und andernorts veranstaltet. Nicht zu vergessen ist auch die Startup-Autobahn, die Daimler gemeinsam mit Volkswagens Premium-Marke Porsche betreibt.

Auf der Nebenmesse „Four Years From Now“ des MWC drehte sich alles um Startups mit Bezug zur Mobilfunkbranche. Auch dort war Daimlers DigitalLife-Team zugegen – unter anderem stellten Hackathon-Gewinner ihre Projekte vor. Für Daimler und andere Unternehmen dient die Startup-Veranstaltung natürlich auch dazu, mit noch unbekannten Jungunternehmen in Kontakt zu treten.

Einige Aussteller der 4YFn Startup-Messe
Pactris. (Foto: t3n.de)

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Daimler steht mit seiner Startup-Strategie indes nicht allein auf weiter Flur: Alle großen Autohersteller suchen nach findigen Jungunternehmen, um die Digitalisierung voranzutreiben. BMW etwa gehört einer Studie von CB Insights zufolge zu den aktiveren Investoren, aber auch Zulieferer Bosch ist äußerst umtriebig. Und auch VW sitzt nicht untätig herum.

Disclosure: Die Reise unseres Autors zum MWC wurde von Mercedes-Benz finanziert. Einfluss auf die Berichterstattung hat das nicht.

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