Analyse

DAO: Wie Unternehmen dank Blockchain ohne CEO auskommen

Die Blockchain könnte mithilfe in Form der DAO den CEO überflüssig machen. (Foto: Akarat Phasura/Adobe Stock)

Die Blockchain könnte die Strukturen in Unternehmen aufbrechen und ganz neue Arbeitsmodelle schaffen. Aber wie funktioniert eine DAO und was kann sie leisten?

Eine Decentralized Autonomous Organization, kurz DAO, klingt heute noch wie eine Idee aus einem Science-Fiction-Film: Der Gedanke ist, eine Firma dezentral zu verwalten und ohne Hierarchien laufen zu lassen. Stattdessen regelt Software nach bestimmten Vorgaben alle Abläufe. Das bedeutet, es gibt keine Vorgesetzten, keine CEOs, die Richtungen vorgeben, aber eigentlich weit vom Produkt entfernt sind, keine Meetings und keine Anwesenheitspflichten.

Die Umsetzung funktioniert über die Blockchain und sogenannte Smart Contracts. Die Grundidee der DAOs ist die sogenannte Vertragstheorie: Laut ihr kann ein Unternehmen immer auch als eine Menge an Verträgen unter den einzelnen Mitarbeitern verstanden werden. Davon abgeleitet ist auch die DAO nur eine Menge an Verträgen, die jeder, der am Projekt beteiligt ist, einreichen kann. Ob ein Vertrag zustande kommt, entscheidet dann ein Mehrheitsvotum. Dieses kann durch zusätzliche Kriterien angepasst werden, um die Stimmen der Mitglieder beispielsweise zu gewichten.

Die Beteiligung an einem Projekt muss sich jeder Interessierte erkaufen. Die DAO besitzt eigene Tokens, die frei zum Verkauf stehen. Wer Tokens der DAO besitzt, ist Teil von ihr und zur Stimmabgabe genauso berechtigt wie dazu, selbst Vorschläge in Form von Verträgen einzureichen. Außerdem dienen Tokens innerhalb der DAO als Bezahlung. Die Raten legt der Mitarbeiter in seinem Vertragsangebot fest. Wird der Vertrag angenommen, wird auch die entsprechende Zahlung geleistet.

Welche Unternehmen sind DAOs?

Eine konkrete Umsetzung dieses Konzepts ist der Online-Marktplatz Bitbay. Wer daran teilnehmen will, braucht die eigenen Tokens $Bay. Diese erlauben dann das Handeln mit anderen Teilnehmern. Das läuft über Smart Contracts, die ihr selbst aufsetzen könnt oder die anderer Nutzer annehmt. Die dafür notwendigen Smart Contracts könnt ihr sehr stark personalisieren und so genau an eure Vorstellungen anpassen, wie ein Handel ablaufen soll.

Wird dieser von euch erstellte Vertrag angenommen oder ihr akzeptiert einen angebotenen, beginnt die Transaktion. Diese läuft vollkommen anonym und ohne einen Mittler. Stattdessen müssen beide Vertragspartner als Sicherheit einen gewissen Betrag an Tokens deponieren. Wird der Vertrag gebrochen, werden diese Tokens unwiederbringlich zerstört. Das soll Fake-Käufe und Betrüge von Anfang an verhindern, da diese sich finanziell nicht mehr lohnen.

Bitbay ist natürlich nicht alleine in diesem Markt. Mit Cryptocribs schickt sich beispielsweise ein anderes Unternehmen an, Airbnb Konkurrenz zu machen und die Vermietung von Privatwohnungen komplett über Smart Contracts und daher ohne die Vermittlung durch die Website möglich zu machen. Der Trend fasst also auf jeden Fall Fuß und könnte die bisher bekannten Unternehmensstrukturen von Grund auf verändern.

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