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Datenleak bei Stalkerware für Eltern und Eifersüchtige: 95.000 Fotos einsehbar

Stalkerware: Eltern überwachen die Smartphones ihrer Kids. (Foto: Shutterstock/Iakov Filimonov)

Der Anbieter einer Überwachungs-App – sogenannte Stalkerware – hat Zehntausende Fotos und mitgeschnittene Telefongespräche nicht richtig abgesichert. Sie sind frei im Web einsehbar.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Probleme bei Apps, mit denen vor allem Eltern die Smartphone-Aktivitäten ihrer Kinder überwachen. Mindestens ein Dutzend dieser sogenannten Stalkerware-Anbieter hatte entsprechende Datenbanken nicht richtig abgesichert oder wurde Opfer von Datendiebstahl. Jetzt ist ein neuer Datenleak bekannt geworden. Über 95.000 Fotos und mehr als 25.000 Mitschnitte von Telefonaten sollen frei zugänglich auf einer Datenbank liegen – und täglich kommen neue Daten dazu, wie Motherboard berichtet.

Stalkerware-Datenbank online: Anbieter der Überwachungs-App nicht erreichbar

Das Schlimmste: Der Anbieter der Überwachungs-App, die zum Schutz der Betroffenen nicht genannt wird, hat bisher nicht auf die Benachrichtigungen reagiert. Dabei sind die Daten laut dem Sicherheitsforscher Cian Heasley schon seit mindestens sechs Wochen zugänglich. Die Kollegen von Motherboard haben eigenen Angaben zufolge alles Mögliche unternommen, um Kontakt zu dem Unternehmen aufzunehmen – bisher ohne Erfolg. Auch eine Anfrage beim Registrar Godaddy brachte noch kein Ergebnis.

Dem Sicherheitsexperten Troy Hunt zufolge, der die Website Have I Been Pwned? betreut, finden sich in der Datenbank 16 Gigabyte an Bilddaten und rund 3,7 Gigabyte MP3-Daten. Immerhin finden sich auf dem Server keine persönlichen Angaben wie Telefonnummern, E-Mails oder Kontaktdaten. Allerdings könnte es natürlich möglich sein, die auf den Fotos zu sehenden Personen zu identifizieren. Auch soll es sich bei manchen Fotos und Gesprächen um durchaus intime Daten handeln.

Die App wird von Eltern oder eifersüchtigen Partnern auf den Smartphones der zu Überwachenden installiert. Eigentlich ist deren Zustimmung einzuholen – inwieweit das passiert, ist freilich kaum nachzuvollziehen. Nach der Installation haben die Nutzer fast kompletten Zugang zu den anderen Smartphones, können Kontakte oder Nachrichten einsehen, Gespräche mithören und sogar das Mikro einschalten, um Gespräche oder Hintergrundgeräusche zu überwachen. Klar, dass das auch ein großes Missbrauchspotenzial bietet – nicht zuletzt, wenn die so aufgezeichneten Daten auch für Unbefugte zugänglich sind.

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