Interview

Asanas Marketing-Chef: „Meetings und Mails sind die größten Produktivitätskiller“

Seite 2 / 2

Alle Projektbeteiligten müssen genaue Kenntnis über die Ziele haben, die man gemeinsam erreichen will. Man muss sich einig sein über die Schritte, die dafür getan werden müssen. Auch die zeitlichen Vorgaben müssen allen klar sein – und nicht zuletzt, wer wofür verantwortlich ist. Das klingt erst einmal banal, ist aber bei vielen Marketingprojekten genau das, woran es hapert. Gerade externe Dienstleister, die naturgemäß weniger nah am Projekt sind, hatten in der Vergangenheit diese wichtigen Informationen nicht immer und konnten so natürlich auch nicht sinnvoll Aufgaben priorisieren. Ich wage zu behaupten, dass in den Agenturen ein Teil der Wochenend- und Nachtarbeit vor der Abgabe von Projekten mit diesem suboptimalen Wissen zu tun hat.

„Ich wage zu behaupten, dass in den Agenturen ein Teil der Wochenend- und Nachtarbeit vor der Abgabe von Projekten mit diesem suboptimalen Wissen zu tun hat.”

Grundsätzlich scheitern viele Projekte, im Großen wie im Kleinen, daran, dass sich nicht alle über die genauen Projektziele und über die Milestones auf dem Weg dorthin im Klaren sind. Man stellt Leute ein, die die kreativsten Lösungen für ein bestimmtes Problem finden können, also sollte man sie auch die Wege zum Ziel und die Prozesse finden lassen. Das ist ja gerade das Gute an agilen Verfahren, dass sich der Weg zum Ziel oft erst noch entwickelt.

t3n: Aber gerade agile Verfahren erfordern entsprechende Organisations-Tools, online oder offline am Magnetboard. Wonach sollten Unternehmen, die ihre Workflows mit einem Projektmanagement-Tool abbilden wollen, ihre Entscheidung treffen?

Wichtig ist zunächst einmal zu prüfen, ob das jeweilige Tool zum eigenen Betätigungsfeld passt. Projektmanagement im technischen Bereich unterscheidet sich beispielsweise von dem im Marketing. Die zweite Frage ist, wie das Produkt zum Team passt und ob die Mitarbeiter es verwenden wollen und können. Denn jedes Tool, das nur mit Widerwillen eingesetzt wird, ist rausgeworfenes Geld. Dazu zählt vor allem, ob die Usability zu den Mitarbeitern und zur Firmenphilosophie passt. Manche stehen hier auf Einfachheit, andere auf schönes Design, andere wiederum wollen möglichst viele Funktionen und Möglichkeiten abbilden können. Die dritte Frage, die vor allem für Startups wichtig ist, betrifft die Skalierbarkeit: Kann das Arbeitsorganisations-Tool mit dem Unternehmen wachsen und skalieren? Und passt das Datenmodell zu einer zunehmenden Komplexität der Arbeitsprozesse, die sich im Laufe der Zeit naturgemäß einstellt.

t3n: Welche Unterschiede siehst du in der Arbeitsorganisation zwischen Startups zu etablierten, großen Unternehmen mit eingefahrenen Prozessen?

Wir sehen ja heute vor allem, dass sich Großunternehmen nach den Startups umschauen und sich von denen darin inspirieren lassen, wie sie schneller und agiler werden können. Machen wir uns nichts vor: Alle großen Konzerne durchlaufen eine digitale Transformation oder werden sie in den nächsten Jahren durchlaufen müssen. Startups, die oft schon deutlich agiler und digitaler sind, verändern die Verhältnisse in nahezu allen Branchen und Sektoren. Die Unternehmen werden innovativer werden müssen – oder sie riskieren, bald weniger relevant zu sein auf ihrem Gebiet. Große Industriekonzerne, Modelabels, Fluggesellschaften – sie alle müssen sich neu erfinden, müssen schneller und agiler auf Marktherausforderungen reagieren. Es geht bei der Organisation von Abteilungen und Workflows nicht nur um ein Stück Software, sondern eher um die Art, wie man arbeitet.

Dave King wird am Mittwoch, 11. September, um 15 Uhr mit seinem Vortrag auf der Debate Stage der Dmexco zu sehen sein. t3n ist Medienpartner der Dmexco.

Das könnte dich auch interessieren: 

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

2 Kommentare
Rüdiger
Rüdiger

Wie viele Artikel zum Thema „Meetings und E-Mails sind der größte Produktivitätskiller“, ausgesprochen von Unternehmen, die Meetings und E-Mails obsolet machen wollen, kommen hier noch? :-P

Antworten
undedined
undedined

Ich möchte mich der Meinung betreffend der Redundanz dieses Artikels gerne anschließen, und zusätzlich t3n daran erinnern, wofür es eigentlich stand, woraus es geboren wurde, und dass hinsichtlich Produktivität eventuell mal wieder mehr opensource gefragt ist!
Danke!

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung