News

Auf diese Technologien wetten die Dax-Konzerne

Dax-Konzerne setzen auf künstliche Intelligenz. Daimler fasst die Zukunft unter dem Begriff CASE zusammen. (Foto: dpa)

Lesezeit: 3 Min. Gerade keine Zeit? Jetzt speichern und später lesen

Deutsche Großkonzerne glauben überwiegend daran, dass künstliche Intelligenz ihre Branchen verändern werden. Welche Technologien die Dax-Konzerne aber jeweils für wichtig halten, kommt auf die Branche an, zeigt eine t3n.de-Umfrage.

Künstliche Intelligenz, 3D-Druck, Blockchain, Virtual und Augmented Reality, das Internet of Things – welcher dieser Technologien wird die Wirtschaft in den kommenden Jahren und Jahrzehnten am stärksten prägen? Die Dax-Konzerne selbst – also Deutschlands größte börsennotierte Unternehmen – setzen je nach Branche auf unterschiedliche Technologien. Durchgängig wird aber vor allem künstliche Intelligenz besonders häufig unter den Dax-Konzernen genannt, wenn es darum geht, welche Technologien die eigene Branche in den kommenden zehn bis 15 Jahren am stärksten prägen werden.

Von zwölf Dax-Konzernen, die sich an einer entsprechenden Umfrage von t3n.de beteiligt haben, nannten acht künstliche Intelligenz als Technologie, die die eigene Branche besonders stark verändern wird – mehr als jede andere Technologie. Weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz folgen Gentechnik, 3D-Druck und Blockchain mit jeweils vier Nennungen. Die Internetübertragunstechnik 5G und Wearables landet mit drei Nennungen auf Platz vier.

Künstliche Intelligenz wird damit überwiegend als Universal-Technologie gesehen, die in allen Unternehmen eine Rolle spielen wird. Für welche Technologien die Dax-Konzerne darüber hinaus wichtiges Zukunftspotenzial sehen, kommt auf die jeweilige Branche an.

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Allianz und Commerzbank setzen auf die Blockchain

Für die Commerzbank beispielsweise ist Blockchain – oder allgemeiner die Distributed-Ledger-Technology – das Zukunftsthema Nummer eins. Sie werde „bei der Dokumentation und Verwaltung von Assets, Eigentumsrechten und Identitäten jeglicher Art eine große Rolle spielen – das betrifft also alle Branchen“, teilt ein Sprecher mit.

Auch der Versicherungskonzern Allianz nennt die Blockchain als wichtigste Technologie für die eigene Branche. Die Blockchain-Initiative B3i-Gruppe, in der sich eine Reihe von Versicherungen – unter anderem die Allianz – zusammengeschlossen haben, hatte im September einen nach eigenen Angaben funktionsfähigen Prototypen für eine Rückversicherung vorgestellt. Die Allianz selbst testet darüber hinaus unter anderem die Blockchain für den Einsatz als Eigenversicherungsprogramm eines Unternehmens. Als weitere wichtige Technologien werden von der Allianz in absteigender Reihenfolge Internet of Things, Drohnen, Chatbots, Big Data und künstliche Intelligenz genannt. In allen diesen Bereichen experimentiert die Allianz bereits mit den Technologien.

Bei Mercedes-Hersteller Daimler ist das Thema Zukunft unter dem Begriff CASE zusammengefasst, was für Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared & Services) und elektrische Antriebe (Electric) steht. 3D-Druck werde bei Daimler bereits seit 25 Jahren insbesondere für Prototypen eingesetzt. „Erste, gedruckte Serienbauteile aus Kunststoff sind bereits seit 2016 im Serieneinsatz – Fokus After-Sales Mercedes-Benz Trucks, Kundensonderwünsche Daimler Buses sowie im Mercedes-Benz Classic-Bereich“, teilte ein Sprecher mit. „Bei Metallen sind die Kosten in der additiven Fertigung aktuell noch sehr hoch und das Einsatzpotential ist damit begrenzt. In unserer Kooperation mit PAG und EOS wollen wir deshalb den möglichen Serieneinsatz der 3D-Drucktechnik auf den Werkstoff Aluminium ausweiten.“

Für Autozulieferer Continental ist 3D-Druck die wichtigste Zukunftstechnologie. „Vom Ersatzteilgeschäft bis zum Fahrzeugbau könnte 3D-Druck enorme Veränderungen mit sich bringen“, schreibt ein Sprecher.

Vor allem für Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich sind dagegen Gentechnik, darunter die „Gen-Schere“ CRISPR, besonders interessant. Der Chemiekonzern Bayer geht davon aus, dass CRISPR „sowohl bei Pharma als auch im Pflanzenbereich erheblichen Impact haben wird.“ Im Pharmabereich eröffne die Technologie des Genome-Editing die Möglichkeit, von einer Behandlung von Krankheiten zu einer Heilung zu kommen.

Gentechnik für die Gesundheitsbranche wichtig

Doch künstliche Intelligenz und Big Data sind aus Sicht von Bayer auch für die Gesundheits- und Agrarindustrie eine wichtiges Zukunftsthema und verändert diese bereits. „Aus technologischer Sicht haben künstliche Intelligenz und Sensoren zukünftig den größten Einfluss auf den Life-Science-Bereich“, teilte ein Sprecher mit. Diese Technologien fänden ihren Einsatz im im Bereich der personalisierten Medizin sowie bei Crop-Science, also smarte Züchtungsmethoden für bessere Pflanzen. Weitere Anwendungsgebiete sind innovative Geschäftslösungen wie Digital Farming oder Big-Data-Anwendungen im Gesundheitsbereich mit direkter Interaktion mit Patienten.

Künstliche Intelligenz wird damit branchenübergreifend genannt. Auch für den Gesundheitskonzern Fresenius steht fest, dass „in der Gesundheitsbranche künstliche Intelligenz sowie regenerative Medizin, gegebenenfalls auch Gentherapie, die größten Auswirkungen haben werden.“ Für den deutschen Industriekonzern Thyssenkrupp sind neben künstlicher Intelligenz noch 3D-Druck, Virtual und Augmented Reality sowie Big Data die wichtigsten Technologien der Zukunft für die eigene Branche. Auch der Energiekonzern RWE nennt Big Data als wichtigste Technologie. Damit sind große Mengen unstrukturierter Daten gemeint – also Daten beispielsweise, die nicht in Tabellen erfasst sind und für deren Auswertung allerdings wieder künstliche Intelligenz benötigt wird.

6 Fragen, die sich jedes Unternehmen in der Digitalisierung stellen sollte

Nutze ich effiziente Software?

1. Haben meine Mitarbeiter mobil Zugriff auf wichtigste Unternehmensdaten wie CRM, ERP und Business-Intelligence?

2. Gibt es ein Software-Tool wie Slack, mit dem die interne Kommunikation effizienter werden kann?

3. Für welche Dinge wird im Unternehmen Microsoft Excel eingesetzt? Gibt es eine bessere Software?

4. Gibt es On-Premise-Lösungen, die in eine Public Cloud ziehen könnten?

(Foto: Rawpixel.com Adobe Stock)

1 von 6

Die Deutsche Post DHL Group weist darauf hin, dass einige der Technologien heute bereits für die Logistikbranche eine große Rolle spielen. „Besonders in den Bereichen Augmented Reality und künstliche Intelligenz (Robotik) sehen wir bereits heute zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten – die wir auch bei Deutsche Post DHL Group bereits nutzen“, teilt eine Sprecherin mit. „Auch Technologien wie Blockchain, 3D-Druck sowie Wearables (Internet-of-Things-Anwendungen) werden die Logistik nach unserer Einschätzung beeinflussen.“

Meistgelesen

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 70 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Luca Caracciolo (Chefredakteur t3n) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung