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Software & Infrastruktur

De-Mail: Politik will das nur mäßig erfolgreiche E-Mail-System vorantreiben

(Foto: Nicolas Armer)

Die De-Mail war auf der Technik-Ausstellung IFA 2012 als sichere Alternative zur herkömmlichen E-Mail in Deutschland eingeführt worden. Bisher ist das System jedoch nicht so erfolgreich, wie erhofft. Die Behörden im Bund und in den Ländern wollen das E-Mail-System De-Mail stärken.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kündigte zum Nationalen IT-Gipfel in Hamburg an, dass bis Ende 2015 „weit über 200 Behörden und Einrichtungen des Bundes über De-Mail kommunizieren können“ werden.

DE-Mail erreicht nur einen Bruchteil der Mail-User

Die De-Mail ist eine E-Mail-Variante, die für elektronische Nachrichten an Behörden oder Unternehmen gedacht ist. Nutzer müssen ihre Identität mit dem Personalausweis bestätigten. Die De-Mail wird von der Deutschen Telekom, United Internet mit GMX und Web.de und Francotyp-Postalia angeboten. Nach Angaben der Anbieter haben sich auch mehrere Hunderttausend Privatkunden für De-Mail identifizieren lassen. Damit erreicht De-Mail nur ein Bruchteil der Menschen, die in Deutschland online sind.

Ein Drittel der deutschen Großunternehmen und Zehntausende mittelständische Firmen hätten inzwischen De-Mail-Verträge gezeichnet, erklärten die Unternehmen. Bei der Telekom hätten 2000 Städte und Gemeinden das System eingerichtet, monatlich kämen 200 dazu.

Das System verspricht, Geschäftsbriefe sicher per Mail abzuwickeln

Die De-Mail war auf der Technik-Ausstellung IFA 2012 als sichere Alternative zur herkömmlichen E-Mail in Deutschland eingeführt worden. „Bequem wie die Mail, aber rechtsverbindlich und sicher wie der unterschriebene Brief“, lautete das Versprechen der Anbieter. Bürger, die sich registrieren und identifizieren lassen, können dann mit Banken, Versicherungen oder anderen Unternehmen, die bei dem System mitmachen, Geschäftsbriefe per Mail abwickeln.

So funktioniert das DE-Mail-System (Screenshot: cio.bund.de)
So funktioniert das DE-Mail-System (Screenshot: cio.bund.de)

Das Konzept der De-Mail stieß aber von Beginn an auf Widerstand. So bemängelte der Chaos Computer Club, dass die Verschlüsselung der De-Mails nicht vom Computer des Absenders bis zum Computer des Empfängers („End-to-End“) gelte. Damit sei die Kommunikation nicht so sicher wie angepriesen.

Sachsen wird De-Mail-Vorreiter

Nach Angaben von Innenminister de Maizière wird Sachsen als erstes Bundesland dafür sorgen, dass Landesbehörden und Kommunen ab August 2016 flächendeckend über De-Mail erreichbar sind. Jan Oetjen, Geschäftsführer der E-Mail-Anbieter Web.de und GMX, betonte, Wirtschaft, Verwaltung und Privatpersonen könnten mit der De-Mail viel Geld sparen. „Neue Standards erfordern immer gemeinsame Anstrengungen, die wir jetzt in einer Arbeitsgemeinschaft bündeln, um De-Mail flächendeckend zur Anwendung zu bringen“, erklärte er gegenüber dpa.

via www.dpa.com

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5 Reaktionen
Transatlantischer Freund

Wenn ein Mailclient (wie z.B. Thunderbird) einmal PGP-Verschlüsselung eingebaut hat UND GANZ WICHTIG alle Nutzer auch unterrichtet werden wie herum die Verschlüsselung funktioniert, DANN läuft das alles wie von selbst und hat kaum noch Komforteinbussen. In vielen Firmen und Organisationen, gibt es IT-Beauftragte, und die könnten ihren Nutzern das ebenso einfach beibringen wie sie bei denen auch eine Registrierung bei DE-mail betreuen müssten.

Harry

De-Mail ist die Einführung eines kostenpflichtigen Briefkastens vor der Haustür mit der Option, dass die Behörden alles mitlesen können.

Das ist absoluter Unfug. Das Gesetz haben sicher die entsprechenden Internet-Konzerne dem Bundestag frei Haus geliefert. Und wegen der Hintertürchen fanden es alle total toll.

Wegus

Der Ansatz von De-Mail geht schon in Ordnung!

Es ist ein System das von außen komplett verschlüsselt ist. Es ist auch der Hook für die Behörden integriert der ggf. für Ermittlungen mal wichtig sein kann. Allerdings ist der Staat hier nicht ehrlich und kommuniziert das nicht richtig. Zu Recht schlägt ihm deswegen das Mißtrauen der Bürger entgegen. Haben wir doch gerade erst wieder lernen müssen das die ganze amerikanische Spionage von unserer Regierung via Verbalnoten beauftragt ist - streng genommen werden wir so von Hochverrätern regiert.

Dieser Hook für Ermittlungen ist auch ein zweischneidiges Schwert, denn er macht auch zeitgleich die Zusicherung einer Dokumentenechten Zustellung zunichte. Wenn der Staat das kann, dann kann man auch unterstellen das Dokumente ausgetauscht oder verändert wurden auf dem Transportweg. Auch wenn das keine Behörde gewesen sein mag, ein Dienst ( oder eine Firma im Auftrag eines Solchen) kann es sehr wohl gewesen sein.

Mit Backdoor ist De-Mail daher nicht mehr und nicht weniger als ein teures Eigentor das höchstens dazu geeignet ist die mangelnde Fachkompetenz der aktuellen Politiker zu demonstrieren. Mehr leider nicht.

FreiheitFürSnowden

Ganze 4 (in Worten VIER) Zeilen über die Mängel von De-Mail und ansonsten der Standardtext von DPA? Keine eigene Meinung als Fachmedium? Und dann müssen noch die "Chaoten" für die Kritik herhalten, so als ob es nicht längst bereits ernst zu nehmende Stimmen außerhalb der Hacker-Szene gäbe, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung fordern.

Man muss auch nicht gleich Snowden zitieren. Man muss nur kurz nachdenken und sich fragen, wem eine Klartext-Mail auf dem Weg zum Server der Vermittlungsstelle nützlich erscheinen könnte - und weiß sofort warum kaum eine Person diesen Müll nutzt. Wie dumm sind denn unsere Politiker, dass sie glauben sicher sei nicht möglich. PGP ist bereits ein alter Hut und sogar skype kann kinderleich end-to-end...

Also, für wie dumm wollt ihr eure Leser eigentlich verkaufen mit diesen 4 (in Worten VIER) Zeilen "Hintergrundinformation"? Macht doch bitte euren Job richtig. DPA copy & paste ist Müll!

Sylvia Wolgast

Das ist erst eine Alternative, wenn die schon länger bemängelten Sicherheitslücken geschlossen sind. Ohne die verbindliche Bindung an durchgängige Verschlüsselung und dann kostenpflichtig ---- ich weiss ja nicht :-)

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