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Deloitte-Studie: Deutsche Firmen haben keine umfassende KI-Strategie

Volkswagen-Werk in Wolfsburg. Laut Deloitte fehlt vielen deutschen Unternehmen eine KI-Strategie. (Foto: dpa)

Dass künstliche Intelligenz (KI) eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft spielen wird, darüber herrscht auch hierzulande mehr oder weniger Einigkeit. Doch noch immer fehlt es den deutschen Unternehmen an einer großen KI-Vision für ihr Geschäft.

Die Schwäche der deutschen Wirtschaft beim Thema KI  geht aus einer aktuellen Untersuchung von Deloitte hervor. Gerade einmal ein Viertel aller Unternehmen geht künstliche Intelligenz umfassend strategisch an. Die sechs Vergleichsmärkten USA, China, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Australien sind in dieser Hinsicht bereits weiter: Im Schnitt haben dort 35 Prozent der Unternehmen eine übergreifende und vor allem unternehmensweite KI-Strategie. Der Grund für den deutschen Rückstand sei laut Deloitte, dass KI hierzulande überwiegend auf Abteilungsebene umgesetzt werde. Sinnvoller wäre es allerdings, wenn sie von den obersten Etagen aus angegangen wird.

Die Zurückhaltung, so vermuten die Marktforscher, ist auch auf das noch immer ausbaufähige Vertrauen deutscher Unternehmen in KI zurückzuführen. Intern werden KI-Initiativen nämlich häufig eher mit Sorge begleitet. Die Angst, falsche Entscheidungen basierend auf KI zu treffen, ist verhältnismäßig groß. 46 Prozent der deutschen Unternehmen haben entsprechende Bedenken geäußert. Unsicherheit herrscht aber vor allem beim Thema Cyber-Sicherheit.

Prozessautomatisierung in Deutschland beliebt

Immerhin: Deutschlands Firmen beschäftigen sich mit künstlicher Intelligenz und sind bei gewissen KI-Technologien im internationalen Vergleich durchaus vorne mit dabei. Am häufigsten zum Einsatz käme hierzulande die sogenannte robotergesteuerte Prozessautomatisierung – also eine clevere Software, die einfache, sich wiederholende Aufgaben erledigt, etwa einen Report erstellen. In den internationalen Vergleichsmärkten setzen derzeit nur 49 Prozent diese Technologie ein.

„Es ist erfreulich, dass es bei der Anwendung von KI-Technologien in deutschen Unternehmen keine generellen Lücken gibt“, sagt Milan Sallaba, Partner und Technology Sector Lead bei Deloitte, und stellt der deutschen KI-Landschaft ein positives Zeuignis aus: „Alle Varianten künstlicher Intelligenz kommen zum Einsatz.“ Allerdings mahnt Sallaba auch: „Unternehmen haben die Ressourcen und sind aufgerufen, ihre Mitarbeiter entsprechend weiterzubilden und KI-Lösungen zu entwickeln, die Ängste und Befürchtungen ernst nehmen und ihnen ein positives Ergebnis entgegenstellen.“

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