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Deloitte: Diese vier Schicksale könnten der Autoindustrie drohen

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Zulieferer übernehmen Rolle der OEMs?

Komme es zu einem großangelegten Eintritt von Tech-Anbietern in den Automotive-Markt, würden die Zulieferer „unterschiedliche Allianzen“ mit ihnen bilden – und teilweise die heutige Funktion der OEMs übernehmen. Einer Modellrechnung von Deloitte folgend, dürfte im Zuge der technischen Entwicklung für annähernd 80 Prozent und somit den Großteil der Komponentengruppen von Autobauern „deutlich weniger Geld ausgegeben werden (können) “ als heute.

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Das gelte etwa für solche, die „im direkten Zusammenhang mit Verbrennungsmotoren oder konventionellen Getrieben stehen“, heißt es. Dagegen dürften Elemente wie Sensoren an Bedeutung gewinnen. Je nach Szenario könnten aber auch Innenausstattungskomponenten von einer starken Nachfrage profitieren, schreibt Deloitte. Zum Beispiel dann, wenn autonome Mobilität zum Massenphänomen werde. Dabei gelte allerdings: Je weniger dynamisch die technische Entwicklung, desto größer der Kostendruck auf die Zulieferer.

Aufmerksamkeit für E-Mobilität

Schon jetzt zeichne sich ab, dass insbesondere Batterien im Kontext der E-Mobilität „besonders viel Aufmerksamkeit“ zukomme, sagen die Studienautoren. Denn diese gehören zu den kostenintensivsten und damit „wertvollsten“ Komponenten. Je rascher sich der Vormarsch batteriebetriebener Elektroautos entwickele, desto schneller könnten die entsprechenden Zulieferer von einer „besonders starken Nachfrage nach neuartigen, leistungsfähigen Kraftspeichern“ profitieren, heißt es.

Gerade im Bereich klassischer Komponenten hätten deutsche Zulieferer, auch solche der zweiten und dritten Reihe im Mittelstand, einen signifikant hohen Marktanteil, während Batterietechnologie immer noch zu großen Teilen aus dem asiatischen Raum geliefert werde, sagt Nikolaus Helbig von Deloitte: „Schon heute ist es so, dass Zulieferer im Verbrennersegment nur noch schwer Finanzierungen für Innovationen erhalten. Gleichzeitig bricht der Absatzmarkt in der Zukunft weg.“

Um in einer solchen Situation über Zeit erfolgreich zu bestehen und auch nachhaltig Arbeitsplätze hierzulande zu erhalten, würden die Zulieferer „neue, vielschichtige Strategien“ benötigen. „Unsere Modellierung zeigt, dass eine Strategie, die zunächst auf eine Marktkonsolidierung auf Basis des aktuellen Portfolios zielt, um darauf aufbauend die Transformation mit größerer finanzieller Gestaltungskraft umzusetzen, durchaus denkbar ist, wenn sie auf Kapitalseite abgesichert ist“, sagt Helbig.

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