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Entwicklung & Design

Design Crowdsourcing: Mit den Startups designenlassen.de und 12designer „die Kreativität der Vielen nutzen“

Aus 1.093 Vorschlägen konnte 99designs beim eigenen Logo-Contest auswählen. Was genau bedeutet eigentlich „Crowdsourcing“? Und wie kann man es für das Design bei eigenen Projekten nutzen? Welche Anbieter gibt es im deutschsprachigen Raum und woher stammt die Idee? Die Antworten auf diese Fragen findet man in unserem Portal startups. Mit designenlassen.de und 12designer möchten wir heute zwei Startups aus dem Bereich „Design Crowdsourcing“ vorstellen.

Crowdsourcing bedeutet per Definition die Auslagerung einer Aufgabe auf die Intelligenz und die Arbeitskraft einer Masse. Das wohl populärste Beispiel für diese Art der Arbeitsteilung ist die freie Enzyklopädie 99designs Anfang 2008 der Vorreiter.

designenlassen.de - Online-Marktplatz für kreative Dienstleistungen

designenlassenBereits im November 2008 erschien mit dem Startup designenlassen.de eine erste deutschsprachige Umsetzung der Crowdsourcing-Idee im Bereich Design. Egal ob Logo, Visitenkarte, Flyer, Webseite oder Werbebanner, auf diesem Marktplatz tummeln sich über 1.800 Designer und warten auf neue Wettbewerbe von Auftraggebern. Den Gewinner bestimmt am Ende der Auftraggeber, der schon zum Start eines Projektes die Kosten festlegen kann.

12designer - Kreativ-Projekte als Wettbewerb

12designerMit dem Startup 12designer ist seit dem März 2009 ein weiteres Unternehmen an den Start gegangen. Auch hier können Auftraggeber Logos, Visitenkarten, Flyer, Webseiten oder Werbebanner als Wettbewerb ausschreiben und von den registrierten Designern bearbeiten lassen. Zwar ist die Zahl der offenen Projekte bei dem noch recht jungen Startup momentan noch überschaubar, aber dafür können sowohl die Designer als auch die Auftraggeber die Plattform kostenlos und ohne Einstellgebühr nutzen.

99designs - gestartet von Designern für Designer

alle eingereichten Vorschlägen anschauen.

Pro und Contra zum „Design Crowdsourcing“

Über den Sinn und Unsinn solcher Portale wird viel gestritten. Auf der einen Seite bekommt man als Ausschreibender oft sehr viele unterschiedliche Vorschläge - sofern der Auftrag und die ausgelobte Bezahlung interessant genug sind. Wer also noch gar nicht weiß, in welche Richtung es gehen soll, kann hier viele Anregungen bekommen.

Auf der anderen Seite kann das Portal keine fachliche Beratung ersetzen. Zwar gibt es Möglichkeiten der Interaktion zwischen Auftraggeber und Bewerber, so dass man auch Schritt für Schritt auf ein passendes Design hinarbeiten kann. Aber letztlich bedeutet das einen Arbeitsaufwand, den man nicht unterschätzen darf.

Bei unserem eigenen Wettbewerb fürs neue t3n-Cover kombinierte sich am Ende beides: Der Siegerentwurf kam von Sergio Fernando aus Guatemala. Die Umsetzung und Verfeinerung aber erledigte Jan Heidemann aus Hannover.

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8 Reaktionen
easy

bin selber printgrafiker und finds zum kotzen. das hat nichts mit seriösität zu tun. habe mal einen pitch über 12designer miterlebt. ging um eine fassadengestaltung. dabei sind über einhundert entwürfe eingegangen, aber was für ein rotz dabei war, das kann mann sich nicht vorstellen. aus meinen augen zu 99% purer müll. krass was sich da für leute einschreiben und entwürfe abgeben. nur weil man photoshop öffnen und ein bischen malen kann ist mann doch noch lange kein designer :D das hatte grundschulen-niveau. unglaublich.
also leute, wenn ihr berufserfahrung habt, dann verschleudert nicht euer talent an diesen miesen laden. es wird immer nur einer bezahlt.
das bittere ist das diese idee bei controllern, marketingleuten und dergleichen natürlich gut ankommt weils so schön bequem und billig ist.

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Kohärent

Das perfide an diesem Konzept ist, dass der natürliche Drang zum Gewinnen angesprochen wird. Die Vorteile liegen nämlich ausschließlich bei den Kunden und bei den Betreibern der Plattformen.

Das Konzept ist einem Strukturvertrieb nicht unähnlich. Viele probieren es, kommen aber sehr bald dahinter, dass es nichts einbringt - finanziell zumindest.

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suna

michael lambertz:"Es spiegelt ein vollkommen neoliberales Weltbild - wobei natürlich die Profis von den Anfängern profitieren. "
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genauso sehe ich das auch .
eine neue form des "working poor".
kein wunder, dass dieser neoliberale trend mal wieder aus amerika kommt und von deutschen unternehmen begeistert aufgegriffen wird. :-(

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Malte

Ich kann dem Beitrag von Michael da nur zustimmen. Ich kenne niemanden, der aus Überzeugung bei den »Designplattformen« teilnimmt. Aus Sicht der Unternehmers nicht verkehrt … für Designer die sich etablieren wollen ein Desaster.

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Michael Lambertz

Ich weiß, dass man das hier vielleicht nicht so gerne hört, aber ich muss einen soziologischen Aspekt in die Diskussion bringen. Also ich finde es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen Open Source Software und Crowdsourcing, und zwar in Bezug auf die Idee, die dahinter steckt. Crowdsourcing ist die Auslagerung von Arbeit, die man nicht bezahlen will/kann auf andere, unerfahrene Menschen in einer Gesellschaft mit lediglich der Option auf Bezahlung. Open Source programmiere ich für mich selbst, und es bleibt etwas für andere dabei übrig. Bei Crowdsourcing hingegen ist von Anfang der große Nutzen nur für andere gegeben. Der unerfahrene Designer darf dann hoffen, dass man so gnädig ist und ihm eventuell etwas Geld dafür gibt, von Arbeitsrecht ganz zu schweigen. Man bewegt sich rechtlich in der Grauzone, da noch keine Gesetzte die Ausgenutzten schützen. Es würde niemand an einem solchen Wettbewerb teilnehmen, wenn er einen Job hätte. Oder würde einer von Euch selbständigen in Zukunft lieber in einem Preisausschreiben seine Arbeit einsenden statt nach einem Kostenvoranschlag auf Rechnung zu arbeiten. Crowdsourcing ist dem Prinzip nach das Gleiche wie "Germanys Next Topmodel" oder "Deutschand sucht den Superstar". Es spiegelt ein vollkommen neoliberales Weltbild - wobei natürlich die Profis von den Anfängern profitieren.

2 Literaturtipps für Interessierte:
Lazuly, Pierre (2007): Gastarbeiter im Internet. Online-Dienstleister mit Hungerlöhnen. In: Edition LE MONDE diplomatique No. 2: Die Globalisierungsmacher. Konzerne, Netzwerker, Abgehängte. S. 52-57

Thomas, Tanja (2008): Körperpraktiken und Selbsttechnologien in einer Medienkultur: Zur gesellschaftstheoretischen Fundierung aktueller Fernsehanalyse. In: Thomas, Tanja (Hrsg.): Medienkultur und soziales Handeln. Wiesbaden, S. 219-238.

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Patrick

So schlimm finde ich die Kommentare bei eurem Beitrag garnicht und er scheint ja auch noch aus der Anfangszeit von designenlassen.de zu stammen, als der Dienst noch kostenlos war. Kritische Stimmen von Seiten der Designer scheint es zwar noch immer zu geben, aber ich habe das Gefühl, dass die Macher von designenlassen.de auf jede Kritik eingehen und immer öffentlich und fair Stellung nehmen.

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Sebastian (Handelskraft)

Zu designenlassen.de hatten wir auch schon mal berichtet, da gab es auch einige Kommentare, die nicht sehr erfreulich waren, für die Plattform jedenfalls ( http://www.handelskraft.de/2009-01-07/das-startup-designenlassende/ )

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Patrick

Ich finde das Konzept des Crowdsourcing sehr interessant, vor allem für junge Existenzgründer sind doch Plattformen wie designenlassen.de genau das Richtige. Dort ist eben kein großes Budget vorhanden und solche Leute würden sich auch niemals eine Werbeagentur für eine teure Beratung engagieren. Durch solche Plattformen wird meiner Meinung nach eine ganz neue Zielgruppe angesprochen: nämlich Leute, die sich bisher ihre Logos, Webseiten etc. selbst gestaltet haben oder einen Kumpel beauftragt haben, der ein bisschen Photoshop kann.

Ich finde das Konzept wie gesagt wirklich gut und habe bei designenlassen.de auch schon ein Projekt abgeschlossen. Die Ergebnisse haben mich absolut überzeugt und die Auswahl war wirklich überwältigend. Falls ich mal wieder eine Grafik-Aufgabe habe, werde ich sie guten Gewissens wieder bei designenlassen.de einstellen.

12designer.com kenne ich bislang noch nicht. Nach einem ersten Blick auf das Portal scheint es nicht viel anders zu sein. Allerdings ist dort noch ziemlich wenig los. Was ich mich aber frage: Wie finanziert sich 12designer.com denn bitteschön? Die haben ja weder Gebühren noch Werbung auf ihrer Seite.

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