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Interview

Deutsche Bahn: „Wir sollten nicht versuchen, das Silicon Valley nachzubauen“

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t3n.de: Viele junge Unternehmen aus der Mobilitätsbranche haben offensichtlich Lust auf diese Daten der Bahn. Mit dem Accelerator-Programm „Beyond 1435“ willst du fünf Startups die Möglichkeit geben, unter dem Dach eures Coworking-Space „Mindbox“ an einem Projekt zu arbeiten. Hauptthema ist diesmal die „Smart City“, die intelligente Stadt. Noch kann man sich bewerben. Gibt es schon aussichtsreiche Kandidaten?

Manchmal sind bei den eingereichten Projekten zwar die Geschäftsmodelle noch nicht ganz klar, aber die tolle Technologie, die dahintersteckt, macht das meist wieder wett. Ziel des „Beyond1435“-Accelerators ist, dass wir als DB Unternehmen aufbauen, in die unser Venture-Fonds anschließend investiert. Die Suche nach interessanten Startups läuft international. Wichtig ist, dass die Kollegen während des Programms physisch hier sind, also dass sie die Mindbox in Berlin während der Dauer von drei Monaten als ihr Zuhause verstehen.

t3n.de: „Zuhause“ hört sich nach guter Zusammenarbeit an. Aber was verspricht sich die Bahn konkret von den Startups?

In allererster Linie ist der Accelerator für uns ein Dealflow für den Venture-Fonds. Entweder wir investieren direkt, oder wir nutzen das Vehikel des Accelerators. Wenn wir als Venture-Fonds in ein Projekt hineingehen, glauben wir natürlich an das große Wachstumspotenzial eines Geschäftsmodells. Oftmals haben wir es hier mit Unternehmen zu tun, die das zukünftige digitale Geschäft der Deutschen Bahn aufbauen und prägen werden. Davon bin ich überzeugt.

t3n.de: Wie kann man als Startup bei dir positiv auffallen?

Man muss natürlich ein Geschäftsmodell haben, das zu unseren Investment-Kriterien passt. Außerdem stehen wir auf frühphasige Unternehmen, die einen digitalen Kern im Produkt und eine Skalierungsmöglichkeit über die klassische DB-Welt hinaus haben. Denn wenn wir investieren, wollen wir auf Ideen setzen, die zumindest das Potenzial haben, im Weltmarkt eingesetzt zu werden.

t3n.de: Und was haben die bahnfahrenden Endkunden von der Digitalisierung des Konzerns?

Interessant ist neben vielen anderen Projekten natürlich das Thema Ticket. Wir hatten in der Mindbox schon viele unterschiedliche Startups, die uns diesbezüglich diverse Vertriebsszenarien vorgeführt haben. Die Denke geht mittlerweile weg vom klassischen Ticket hin zu einem Check-in.

t3n.de: Das Projekt „Touch&Travel“ hat die Bahn allerdings wieder eingestellt…

Ja, denn NFC hat sich technologisch überholt, das stammte noch aus der Prä-Smartphone-Zeit. Die Idee des Check-ins verfolgen wir aber natürlich weiter. Mein Smartphone weiß, wo ich ein-, um- und aussteige und berechnet mir den Bestpreis. Der Kunde muss sich in diesem Fall also um nichts mehr kümmern.

t3n.de: Im hart umkämpften Markt der intermodalen Apps setzt die Bahn weiter auf das Portal Qixxit, das neben der Bahn auch Taxi, Fernbus, Ridesharing und andere Fortbewegungsmittel integriert und im Idealfall schnelle Routen berechnet. Daimler experimentiert derweil mit Moovel. Ist das Konkurrenz für euch?

Nein. Genau wie wir orientieren sich mittlerweile viele andere Mobilitätsunternehmen an der Kundenschnittstelle. Derzeit kann man sagen, dass wir alle partnerschaftlich miteinander umgehen und Know-how teilen, um im deutschsprachigen und europäischen Markt auch mithalten zu können.

t3n.de: Man teilt also die gemeinsame Angst vor den USA?

Ich finde, wir sollten hier in Deutschland nicht versuchen, das Silicon Valley nachzubauen. Stattdessen müssen wir hierzulande eine eigene DNA entwickeln. Wir sind ein Land von Ingenieuren.

t3n.de: Auf welche Technologien sollten diese Ingenieure setzen?

Wenn man sich auf irgendetwas festlegt, kann man auch danebenliegen. Das zeigen die Erfahrungswerte vieler Industrien. Ich glaube, das Smartphone wird in den nächsten fünf Jahren noch ein essenzielles Endgerät sein, mit dem man Mobilität auch organisiert. Wir arbeiten grundsätzlich daran, das Reisen und Gütertransporte von A nach B noch einfacher und flexibler zu machen. Digitale Kundenplattformen spielen dabei eine Schlüsselrolle.

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