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Deutsche Bahn – Digitalisierung soll gegen Verspätungen helfen

ICE der Deutschen Bahn. (Foto: dpa)

Mit neuer Digitaltechnik will die Deutsche Bahn Verspätungen zu Leibe rücken – und dafür Milliarden in die Hand nehmen. Die Bahn rechnet mit zusätzlicher Kapazität durch die Digitalisierung.

Die Digitalisierung macht vor der Deutschen Bahn nicht halt. In Zukunft sollen Bahnkunden Erstattungen für Zugverspätungen auch digital abwickeln können. Geplant ist zudem ein digitales Live-Ticket. Jetzt will der Konzern auch die Bahninfrastruktur stärker digitalisieren. Neue Digitaltechnik soll in den kommenden Jahren dafür sorgen, dass weniger Verspätungen zustandekommen und insgesamt mehr Züge fahren können, berichtet die Tagesschau.

Deutsche Bahn: Milliarden für die Digitalisierung

Die Bahn ist offenbar bereit, Milliarden in das Digitalisierungsprojekt zu stecken. Allerdings fehle zum Teil das passende Angebot, wie der ehemalige CDU-Politiker und aktuelle Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla der Deutschen Presse-Agentur sagte. So mangele es an Systemangeboten für die Fahrzeuge, stattdessen gebe es nur „individuelle Manufakturleistungen“, so Pofalla. Daher solle künftig eine neugegründete Digitalgesellschaft gemeinsam mit der Industrie Lösungen entwickeln.

Allgemein geht es darum, dass in einem digitalisierten Schienennetz Züge per Funk und Sensoren geleitet werden. Auch digitale Stellwerke gehören zu dem System. Analoge Signale sind dann nicht mehr notwendig. Pofalla rechnet damit, dass sich die Kapazität dadurch um ein Drittel erhöhen könnte – ohne, dass zusätzliche Gleise notwendig würden. Die höhere Kapazität ergibt sich demnach dadurch, dass Personen- und Güterzüge in dichterer Folge als bisher fahren könnten. Störungen sollen durch besser verknüpfte Daten reduziert werden.

Auf der schon nahezu komplett digitalisierten Strecke von Berlin nach München soll die Zahl der Störungen zurückgegangen sein. Mehr als 80 Prozent der Fernzüge sind dort pünktlich. Das entspricht ungefähr dem Anfang 2018 aufgestellten Ziel der Bahn beim Fernverkehr. Zum Jahresende stand allerdings eine Quote von nur 74,9 Prozent pünktlicher Fernzüge zu Buche. Das bedeutet gegenüber 2017 ein Minus von 3,6 Prozentpunkten.

Fünf Digitalisierungsprojekte geplant

Die Digitalisierung des Bahnnetzes dürfte allerdings ein eher langwieriges und teures Unterfangen sein. Einem Gutachten zufolge sollen in den nächsten 20 Jahren 28 Milliarden Euro für die Umstellung des Netzes und der Züge anfallen. Für die zunächst geplanten fünf Projektstrecken sind bis 2023 gut eine halbe Milliarde Euro eingeplant. Bis 2025 kommt laut Pofalla noch eine knappe Milliarde Euro dazu.

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