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Deutsche Bahn investiert in flächendeckendes Internet – jedoch nicht für die Fahrgäste

IoT und Logistikanwendungen sollen mit Kepler für die Bahn realisiert werden. (Bild: Joerg Huettenhoelscher / Shutterstock)

Die Deutsche Bahn investiert in ein kanadisches Startup für flächendeckendes Internet. Doch es geht dabei nicht in erster Linie darum, dass Fahrgäste unterwegs surfen können.

Der Startup-Fonds DB Digital Ventures, mit dem die Deutsche Bahn neue digitale Geschäftsmodelle fördert, beteiligt sich an einem jungen kanadischen Weltraumunternehmen. Mit Kepler setzt die Bahn auf innovative Satellitentechnologie zur schnellen und sicheren Datenübertragung. Dabei geht es um unterbrechungsfreie Echtzeitkommunikation als Grundlage für alle weiteren Fortschritte bei der Digitalisierung, also weniger um hohe Bandbreiten beim Surfen oder Streamen als um Zuverlässigkeit, beispielsweise im Zusammenhang mit Internet-of-Things-Anwendungen (IoT). Hier ist gerade in den nächsten Jahren noch zu erwarten, dass das Netz insbesondere in ländlichen Gebieten nicht ausreichen wird und nicht zuverlässig genug ist.

Kepler soll mithilfe eines Satellitennetzwerks das Internet der Dinge weltweit verfügbar machen – unabhängig von Mobilfunkmasten, Ländergrenzen und Roaming-Abkommen. Die Erfindung eignet sich damit also nicht in erster Linie für die flächendeckende und fehlerfreie Internetversorgung der Passagiere, sondern vielmehr für internationale Gütertransporte und Logistikanwendungen, wie Sabina Jeschke, DB-Vorstand Digitalisierung und Technik erklärt.

Nano-Satelliten senden IoT-Daten an Bahn-Server

Das 2015 gegründete Unternehmen aus Toronto mit 20 Mitarbeitern baut ein weltweites Kommunikationsnetzwerk auf, durch das jederzeit an jedem Ort IoT-Anwendungen betrieben werden können, völlig unabhängig von den Netzen und der Netzqualität der Mobilfunkanbieter. Hierfür setzt das Unternehmen 140 Kleinsatelliten in Brotdosen-Größe in eine erdnahe Umlaufbahn. Die satellitenbasierte IoT-Lösung ermöglicht globale Standortbestimmungen und die Übertragung von Daten, beispielsweise auch über den Zustand von Waren bei einem Transport mit Güterzügen oder LKW durch mehrere Länder. Bereits in drei Jahren sollen rollende Container über Sensoren nahezu in Echtzeit kommunizieren. Logistikkunden sollen auf diese Weise die Qualität entlang der Lieferkette und eine lückenlose Sendungsnachverfolgung realisieren können – selbst in Gegenden ohne Mobilfunknetz.

Die Technik eignet sich beispielsweise auch dazu, um in weniger stark besiedelten Gebieten ohne 3G-Netz, zumindest ein Tracking zu ermöglichen. Zudem kann das System komplementär eingesetzt werden, um bei der digitalen Vernetzung von Anlagen jeglicher Art Empfangslücken am Boden zu schließen. Die Kepler-Technologie greift dabei auf ein proprietäres Protokoll für Satellitenkommunikation zurück und soll so laut DB auch höchste Sicherheitsstandards gewährleisten. Denkbar ist eine solche Technologie beispielsweise auch für Autohersteller oder für Unternehmen, die mit sich bewegenden Maschinen arbeiten.

Die DB Digital Ventures stellt Wagniskapital für Startups bereit, um technologische Innovationen und disruptive Geschäftsmodelle in der Mobilität und Logistik zu fördern, von denen Kunden der DB nachhaltig profitieren. Kepler ist die zehnte Beteiligung des Startup-Fonds der Deutschen Bahn.

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