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Deutsche Bank macht auf Open Source – und stellt 150.000 Zeilen Code ins Netz

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. (Foto: Jorg Hackemann)

Die Deutsche Bank stellt erstmals ihren Code öffentlich zugänglich ins Netz. Von dem Open-Source-Projekt erhofft sich der Finanzkonzern neue Impulse für seine Trading-Technologie.

Die Deutsche Bank wagt sich erstmals an ein Open-Source-Projekt. Das Geldinstitut will 150.000 Zeilen Code seiner Plattform Autobahn ins Netz stellen, wie das Unternehmen bereits am Mittwoch bekannt gab. Der Code soll auch auf dem vor allem von  Finanzkonzernen verwendeten Portal Symphony Collaboration verfügbar sein. Ziel sei es, einen einheitlichen Industriestandard für Trading-Technologie zu schaffen.

Deutsche Bank will im Bereich Open Source führend werden

Der Code, der als Plexus Interop bekannt ist, soll tausende verschiedene Applikationen im Finanzsektor verbinden, sodass die Systeme von Banken und Kunden direkt miteinander kommunizieren können. Derzeit nutzten die Marktteilnehmer verschiedene  Applikationen für Daten, Nachrichten und Aktienhandel, die alle unabhängig voneinander funktionierten, so die Deutsche Bank. Kunden aber wünschten sich eine Standardplattform für alle Finanztransaktionen. Die will das Geldhaus nun mit Hilfe des Open-Source-Projekts bauen.

 „Wir wollen die führende Kraft für Open-Source-Technologie im Bankensektor sein.“

„Wir wollen die führende Kraft für Open-Source-Technologie im Bankensektor sein“, lässt sich Peter Wharton-Hood, COO des Investmentbereichs, in der Mitteilung zitieren. Ein Satz, der von einem Unternehmen, das erst im Jahr 2017 Open Source entdeckt, etwas überraschend ist. In der Open-Source-Szene stößt die Deutsche Bank mit ihrem Projekt sowohl auf Kritik als auch auf Zustimmung. „Get ready for a data dump of 40 year old Cobol-Code“, schreibt der Nutzer Cbcoutinho bei Hacker News. Er denke nicht, dass die Deutsche Bank wirklich an den „Freie Software, freie Gesellschaft“-Gedanken der Free Software Foundation glaube, heißt es bei einem anderen User.

Lob aus der Open-Source-Szene für die Deutsche Bank

Gleichzeitig loben aber auch viele die Initiative der Deutschen Bank. Es sei ein großer Schritt nach vorne im Bereich institutioneller Software. Ein Nutzer fordert gleich die ganze Branche zu mehr Transparenz auf: Alle Finanzinstitute sollten ihren Code online stellen.

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3 Kommentare
Dennis
Dennis

Hätte ja eigentlich gedacht, dass die das auf Github stellen, aber Pustekuchen.

Die Source gibts wohl nur bei https://innovate.symphony.com/ und das nur für Mitglieder.

Unter „Open Source“ stelle ich mir eigentlich was anderes vor.

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Dennis
Dennis

Okay ich muss mich korrigieren:

Wird von Symphony hier verbreitet: https://github.com/symphonyoss

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Baron Münchhausen
Baron Münchhausen

Ja ne, iss klar. Ich hab den Code der DB intern gesehen. Das ist keine Autobahn, das ist eine Einbahnstraße. Open Source, damit die Gemeinde mittüfftelt, damit dieser miese Konzern noch mehr Geld verdient? Nein Danke.

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