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Deutsche Bank startet Zahlen per Smartphone – Apple Pay lässt weiter auf sich warten

Die Deutsche Bank ist schneller als Apple und startet durch mit mobiler Bezahlfunktion. (Foto: Monica Davey)

Die Deutsche Bank startet mit einer mobilen Zahlungsfunktion durch – noch bevor Apple Pay in Deutschland in die Puschen kommt. Das könnten die Folgen sein.

Ab dieser Woche können Deutsche Bank-Kunden mit ihrer Banking-App auch bezahlen. Kunden mit Android-Smartphone sollen ihre Mastercard-Kreditkarte in die Deutsche Bank App integrieren können und dann per Smartphone bezahlen. Die Funktion groß auszurollen, traut sich die Bank offenbar noch nicht: Vorerst sollen nur  300.000 von acht Millionen Kunden den Service nutzen können, wie das Handelsblatt berichtet.

Das Bezahlen per Smartphone ist Teil der Digitalisierungsstrategie, in die die Deutsche Bank zurzeit viel Geld pumpt. Mitte 2016 hat die Deutsche Bank ihre Digitalfabrik mit gut 400 Softwareentwicklern, IT-Spezialisten sowie Bankexperten aus dem Unternehmensbereich Private, Wealth & Commercial Clients (PW&CC) gestartet. Insgesamt investiert die Deutsche Bank einer Unternehmensmitteilung zufolge in ihrem Unternehmensbereich PW&CC bis 2020 rund 750 Mio. Euro in die Digitalisierung. Ein großer Teil dieser Investitionen soll in das Kundengeschäft fließen. Retailkunden, Privatkunden sowie die Mittelständler will die Bank online, mobile und in den Filialen verstärkt mit digitalen Produkten und Dienstleistungen ansprechen.

Deutsche lieben Bargeld

Nun ist ja bekannt, dass die Deutschen ihr Bargeld lieben und digitales Bezahlen sich nur langsam durchsetzt, wie zahlreiche Studien, unter anderem des Digitalverbands Bitkom, immer wieder bestätigen. Das ist einer der Gründe, warum die deutsche Bankenlandschaft noch rückständig ist beim mobilen Bezahlen. Die Sparkassen beispielsweise wollen die Kreditkarte erst Ende des Jahres ins Handy bringen. Anfang 2018 soll die Girokarte folgen, wie Joachim Schmalzl, Digitalvorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) kürzlich sagte. Die Genossenschaftsbanken bereiten dem Handelsblatt zufolge den Start auf Androidgeräten gar erst für Anfang 2018 vor.

Ob Apple Pay bis dahin in Deutschland gestartet ist, bleibt weiter Spekulation. Am 23. Februar 2017 hat Apple seine Informationen zu Apple Pay auf Deutsch aktualisiert, am 16. März 2017 die Informationen für Apple Pay für Entwickler. Ein Zeichen, dass Apple Pay auch in Deutschland kurz vor dem Start steht. Bislang können deutsche Apple Nutzer offiziell nur in den USA, in Großbritannien, in Frankreich, in der Schweiz, in Russland und einigen anderen Ländern mit Apple Pay bezahlen.

Auch in Deutschland ist es möglich, mit Apple Pay zu bezahlen - mit einem kleinen Trick, wie uns ein Leser schreibt: "Ich mache das täglich bei LIDL, Kaufland, Balzac, Vapiano. REWE, Kaisers, Starbucks, ALDI und so weiter. Das einzige, das man braucht ist eine französische Apple ID, die in drei Minuten angelegt ist und die Boon-App auf seinem iPhone."

Bislang gibt es Apple Pay nur außerhalb von Deutschland: z.B. in Frankreich, UK, Irland oder Russland. (Foto: Apple)

Streit um Gebühren von Apple Pay

Doch es gibt einige Hürden, die einer Einführung entgegenstehen: In Deutschland ist nur auf rund 15 Prozent der Geräte iOS installiert. In den USA dagegen bei rund 35 Prozent. Somit ist Deutschland kein wirklich attraktiver Markt. Denn je weniger Endgeräte es gibt, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Apple Pay eingeführt wird. Und dann scheinen die deutschen Kreditinstitute und Apple noch darum zu ringen, wer welche Gebühren abfischt. Apple verweigert fremden Banken nämlich den Zugriff auf die Near-Field-Communication seiner Smartphones. Kontaktloses Bezahlen an der Kasse ist für Apple-Pay reserviert, schreibt der Aktionär. Wer sich dennoch mit Apple einlässt, muss als Geldhaus den Großteil der Transaktionskosten der Kunden an die Amerikaner weiterreichen. Solange hier nicht alle Parteien einen zufriedenstellend großen Teil vom Kuchen bekommen, wird Apple Pay weiter ein Wunschtraum in Deutschland bleiben. Die hiesigen Bankhäuser können diese Chance nutzen und sich in der Zwischenzeit so fest etablieren, dass der Nutzer einen Wechsel zu Apple Pay nicht mehr als notwendig erachtet. Mit der neuen Multibanking-Funktion in der Deutsche Bank Mobile-App können die Bankkunden schon jetzt alle Konten, Karten, Kredite und Depots in Echtzeit auf einen Blick sehen – egal von welcher Bank. Fehlt nur eine Wallet-Funktion für Kundenkarten und Apple wäre aus dem Spiel.

via www.handelsblatt.com

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2 Reaktionen
Max

Das mit den 300.000 Kunden ist ein Missverständnis. Jeder Kunde der Deutschen Bank kann das mobile Zahlen nutzen - er muss sich halt die App installieren und braucht eine Deutsche Bank Kreditkarte oder Debitcard (die derzeit auch 1 Jahr kostenlos ist) von Mastercard - und halt ein Mobiltelefon mit Android und NFC. Somit steht das mobile Zahlen allen Kunden der Deutschen Bank (und denen die Kunden werden wollen) offen.

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Max

Der deutsche Verbraucher, der angeblich das Bargeld liebt, ist nur die eine Seite der Medaille. Es gibt auch Leute, die eigentlich gerne mit Karte zahlen, aber sagen, "darauf kann man nicht vertrauen".

Viele Kneipen, Taxifahrer, Verkehrsunternehmen wollen lieber Cash sehen. Oder der Kellner sagt "Karte erst ab 15 Euro", natürlich stand das nirgendwo und man hat das Mittagsmenü (9 Euro) schon aufgefuttert. Wenn das die erste Erfahrung mit Apple Pay ist, wird das keinen Kunden froh machen.

Die Banken in UK, Irland usw. haben andere Gebührenmodelle. Da rentiert sich auch für den kleinen Kiosk oder die Wurstbude das Kartenterminal, wenn rein in % abgerechnet wird und nicht jeder Buchungsposten happige 30 Cent kostet.

Die alten Wertschöpfungsketten der Filialbanken mit den Fremdautomatengebühren für Verbraucher sowie der billigen Bargeldhaltung und teuren elektronischen Buchungen für Händler funktionieren mit den geduldigen Deutschen noch. Aber wie lange?

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