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Warum der deutsche Onlinehandel Paketshops nicht verstanden hat

Paketshops haben viele deutsche Onlinehändler nicht im Griff – das wird zum Problem. (Foto: Ibrahim Ott)

Zalando schaltet Apple Pay auch wegen Problemen mit der Paketshop-Integration ab. Das zeigt eine große Logistik-Schwachstelle auf.

Dass Zalando Apple Pay aus dem Shop-System verbannt hat, wirft ein Schlaglicht auf eine große Schwäche des deutschen Onlinehandels: Als Grund gab der Berliner E-Commerce-Riese unter anderem die Paketshop-Integration an – ein Thema, das Zalando wie viele andere deutsche Shopbetreiber immer noch nicht verstanden hat.

Paketshops müssen nicht integriert werden

Viele Shopbetreiber glauben, dass sie ein Suchformular anzeigen müssten, um den Kunden die Nutzung von Paketshops zu ermöglichen – ein Irrtum: Offenbar gehen sie davon aus, dass die Kunden ihren Paketshop wechseln wie ihre Socken. Solange das Backend alle übermittelten Adressbestandteile auf das Etikett druckt, ist ein solches Formular nicht nötig – der Kunde hinterlegt einfach seinen Paketshop als Adresse.

Damit das funktioniert, muss der Onlineshop dem Kunden lediglich die Auswahl bieten, über welchen Logistikdienstleister die Ware verschickt werden soll oder zumindest den genutzten Dienstleister nennen. Genau das machen viele deutsche Shops bislang aber nicht.

Das wird für den deutschen E-Commerce zu einem immer größeren Problem: Die „letzte Meile“ ist angesichts von Kunden, die immer seltener zu Hause sind, schon seit Jahren die große Herausforderung bei Onlinebestellungen. Damit das System überhaupt noch funktioniert, müssen Packstationen und Paketshops zum Standard werden.

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7 Kommentare
Kai Hofmann
Kai Hofmann

Also ich glaube ja der gesamte Logistikbereich hat hier immer noch einiges mehr nicht verstanden:

1. Als Paketempfänger erwarte ich das ich rechtzeitig über ein Zustellfenster von maximal 2 Stunden benachrichtigt werde! Die Auflösung von DHL liegt aber bei 1 Tag und selbst das stimmt auch oft nicht!

2. Als Shopbesteller erwarte ich nicht nur das ich den Paketdienstleister wählen kann, sondern ggf. auch ein Zustellzeitfenster (z.B. Vormittags-/Abendzustellung)

3. Wenn der Paketdienst die geplante Zustellung (für die ich mir freigenommen habe) mal wieder nicht hinbekommt erwarte ich, daß ich online(!) die Zustelladresse dann für den nächten Tag auf mein Büro oder zum Nachbarn umstellen kann!

4. Ich erwarte mehr und größere Packstationen, die dann zu Stoßzeiten nicht auch noch defekt oder überfüllt sind, wo der nächte Paketshop dann auch erst wieder am nächsten Tag und dann auch nur von 9-12 offen hat. Vor allem aber erwarte ich Packstationen die neutral gegenüber den Paketdienstleistern sind!!! Mit anderen Worten kann man bitte die Regulierungsbehörde die DHL in die Mangel nehmen wegen Markbeherrschender Stellung und so ….

5. Diesen Quatsch mit Kofferaum oder direkt ins Haus Zustellung lehne ich als Grundgesetzwidrig und Einbruchsfördernd ab!

6. Ach ja und zum SChluß das beste: ich erwarte vom Paketzusteller auch das er meine Klingel (runde Knöpfe) auch drückt und nicht davon ausgeht, daß das Namensschild daneben eine Touch-Klingel ist!

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Hans
Hans

Und das doch am Besten bei versandkostenfreier Lieferung und Rückgabe. Die Paketboten haben aktuell ja sowieso noch genug Zeit und verdienen auch überdurchschnittlich.

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Kai Hofmann
Kai Hofmann

Das in der Branche Menschenunwürdige zustände herrschen ist ein anderes Thema, auf welches der Artikel hier ja leider nicht eingeht. Und wenn DHL und Co mit Größen wie Amazon Rabatte aushandeln, dann kann ich als Kunde nur woanders bestellen – aber wenn ich da nicht bekomme was ich möchte, lande ich doch wieder beim Marktbeherrscher …

Aber davon abgesehen geht richtig klingeln schneller als Zettelausdrucken und das Zeugs zum Nachbarn bringen!

Titus von Unhold
Titus von Unhold

Warum soll die BNA bei DHL regulieren? Hermes und Co steht es frei ebenfalls Packstationen aufzustellen. Ich möchte ehrlich gesagt nicht von Arschlochunternehmen beliefert werden und auch nicht dass sie weiter am Markt bleiben.

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Kai Hofmann
Kai Hofmann

Das ist die selbe Diskussion wie mit allen Netzen (Telefon, Wasser, Strom, Abwasser, Schienennetz) …. meiner Meinung nach gehören alle Netze (und auch die Packstationen) in eine Genossenschaft die den Bürgern gehört – Firmen können dann auf so einer Infrastruktur ihre Dienste anbieten – damit ist dann endlich der ewige Streit zwischen den Anbietern beendet,(das die ihre Netz öffnen müssen).
Genau betrachtet haben wir nämlich das eh alles mal durch unsere Steuergelder (oder die unserer Eltern/Großeltern etc.) finanziert (bevor es privatisiert wurde – ohne unser Einverständnis!)

Weiterhin hat DHL mit den Packstationen eine Marktbeherrschende-Stellung – ob da nun die Regulierungsbehörde ran muss oder das Kartellamt ist mir persönlich eigentlich egal, aber die Packstationen machen nur sinn, wenn sie allen Anbietern offenstehen, damit die Sendungen bei uns Bürgern auch ankommen!

David
David

Kal……. ganz deiner Meinung!

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Ein Mann
Ein Mann

Weder stehen Paketshops oder Packstationen von allen Zulieferern zur Verfügung, noch werden sie übergreifend beliefert. Ist beides gelöst wird auch der (deutsche) Onlinehandel eine solche Lösung gerne verwenden.

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