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Deutsche Telekom will Huawei-Hardware aus Kernnetz entfernen

Huawei. (Foto: Shutterstock)

Die Deutsche Telekom will in den kommenden zwei Jahren Huawei-Komponenten aus ihrem Kernnetz entfernen. Darüber hinaus kauft der Konzern jetzt selbst bei US-Lieferanten wie Oracle ein.

Beim geplanten 5G-Ausbau in Deutschland ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, ob auf Huawei-Komponenten verzichtet werden soll oder nicht. Die Experten waren sich zuletzt noch uneins über die möglichen Sicherheitsrisiken. Die Deutsche Telekom zieht allerdings bei ihrem Kernnetz jetzt schon mal die Konsequenzen aus den anhaltenden Diskussionen und dem US-Embargo gegen den chinesischen Hersteller. Binnen zwei Jahren werde der Konzern den Anteil an asiatischen Komponenten auf null Prozent heruntergefahren, berichtet die Wirtschaftswoche unter Berufung auf Firmeninsider.

Telekom: Huawei-Rausschmiss „routinemäßig“

Allerdings spielte die Telekom den Quasi-Rausschmiss von Huawei, dessen Namen von dem Konzern auch nicht genannt wurde, herunter. Es würden auch US-Hersteller heraus- und dafür neue hereingenommen, wie es bei der Wirtschaftswoche sei. Alle drei bis fünf Jahre, so der Konzern, werde die Technologie ohnehin ausgetauscht. Der Verzicht auf die Huawei-Komponenten sei also Teil einer routinemäßigen Erneuerung.

Gegen diese Version spricht allerdings, dass die Deutsche Telekom in Reaktion auf das US-Embargo von Huawei künftig selbst bei US-Lieferanten wie Oracle einkaufen will. Damit würde sie den Kauf von schlüsselfertigen Lösungen von Huawei aufgeben und stattdessen auf Einzelankäufe bei US-Firmen wechseln. Die Wirtschaftswoche bezeichnet das als „spektakuläre Wende in der Einkaufspolitik“. Allerdings stellt die Telekom dadurch nur sicher, dass sie auch weiterhin an IT-Komponenten von US-Firmen kommt, die diese möglicherweise bald nicht mehr an Huawei liefern würden.

Sicherheitsrisiken unter Experten umstritten

Derweil gibt es noch keine wirklichen Belege dafür, dass die Verwendung von Huawei-Komponenten wirklich solche Risiken bergen, wie von den USA behauptet. Huawei hatte solche Sicherheitsrisiken immer von sich gewiesen. Auch die Untersuchung auf mögliche Sicherheitslücken in den 5G-Produkten des chinesischen Herstellers durch eine Telekomgesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate hatte keine Hinweise darauf gegeben.

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Ein Kommentar
H-dorfer
H-dorfer

Die deutsche Telekom sollte eher den Ami-Schrott aus ihrem Kernnetz entfernen, denn die Amis haben uns definitiv ausgeschnüffelt und tun das sicher noch. Bei Huawei fehlen dagegen jegliche Beweise. Es ist einfach nur ein Verdacht.
Ich denke, dass die Amis Angst haben, nicht mehr alles ausschnüffeln zu können, wenn Huawei die vorhandene Technik ersetzt oder ergänzt. Darum geht es wohl eher.
Alternativ können die Amis ja ihre Beweise mal auf den Tisch legen. Wird aber wohl nichts. Wir sind es gewohnt, den Lügen zu glauben – auch bei noch schwerwiegenderen Angelegenheiten wie Krieg und Frieden. Die ganzen transatlantischen Vernetzungen scheinen da ganze Arbeit zu leisten.

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