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Börsennotierte deutsche Unternehmen: Nur 7,8 Prozent Frauen in der Chefetage

(Foto: Shutterstock)

Frauen in Chefetagen – das ist immer noch eher Ausnahme als Regel. 7,8 Prozent der Vorstandsmitglieder in börsennotierten deutschen Unternehmen sind weiblich. Und das ist schon ein Rekord.

Erst im Mai kam eine Studie der Allbright-Stiftung zum Frauenanteil in Dax-30-Unternehmen zu dem Schluss, dass Deutschland in diesem Punkt international abgehängt sei. Die Frauenquote in den Vorständen der Dax-Konzerne lag demnach bei 12,1 Prozent – auf dem Niveau von Indien und der Türkei. In den USA und Schweden sind fast ein Viertel der Vorstände in großen Konzernen Frauen. Ein ähnlich schlechtes Bild auf deutsche Top-Firmen wirft jetzt eine Untersuchung von EY.

Frauen im Vorstand – Ergebnisse des Mixed Leadership-Barometers von EY Juli 2018. (Grafik: EY)

Demnach ist die Zahl der weiblichen Vorstandsmitglieder bei den 160 Dax-, M-Dax-, S-Dax- und Tec-Dax-Unternehmen von 49 auf 54 gestiegen. Der Frauenanteil von gerade 7,8 Prozent bedeutet einen neuen Rekord. Da stehen die Dax-Konzerne mit einem Frauenanteil von 13 Prozent noch vergleichsweise gut da. Bei S-Dax- und Tec-Dax-Firmen stehen hier nur 5,1 Prozent zu Buche. Haupteinsatzgebiete weiblicher Vorstandsmitglieder sind der operative Bereich (30 Prozent), der Personalbereich (24 Prozent) sowie Funktionen wie Marketing, Forschung oder Compliance (22 Prozent).

Frauen als CEO in nur vier von 160 börsennotierten deutschen Unternehmen

Nur vier der 160 Unternehmen werden derzeit übrigens von einer Frau als CEO geführt – immerhin eine mehr als noch im Januar. Die Vorstände insgesamt bleiben eine Männerdomäne. 71 Prozent der Vorstandsgremien börsennotierter deutscher Firmen sind laut der EY-Studie ausschließlich mit Männern besetzt. Daran habe sich in den vergangenen Jahren trotz freiwilliger Quoten und öffentlicher Debatten wenig geändert, meint EY-Partnerin Ija Ramirez. „Nach wie vor ist der Weg von Frauen in die Führungsspitzen der Unternehmen mühsam und steinig.“

Bis ein Drittel der Vorstandsposten mit Frauen besetzt ist, wird es bei derzeitigem Tempo noch bis zum Jahr 2040 dauern. Dieser Wert gilt als magische Grenze für eine Veränderung in der Teamdynamik. Für Ramirez ist unter anderem das Fehlen einer gesetzlichen Quote für die Vorstandsgremien verantwortlich für den langsamen Wandel. Bei Aufsichtsratsposten ist diese längst da. Dass gerade in Dax-Vorständen der Frauenanteil doppelt so hoch ist wie in den weniger im Fokus stehenden Segmenten zeige aber, dass öffentlicher Druck und Imagefragen hier eine Rolle spielen können.

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Ein Kommentar
Metin
Metin

„Nach wie vor ist der Weg von Frauen in die Führungsspitzen der Unternehmen mühsam und steinig.“
Wohingegen er für Männer kurz und eben ist. Selbstverständlich. Überhaupt keine Verzerrung der Realität.

„Für Ramirez ist unter anderem das Fehlen einer gesetzlichen Quote für die Vorstandsgremien verantwortlich“
Richtig. Deshalb per Gesetzt unwillige und unfähige Frauen in Positionen, um eine Quote zu erfüllen.

Vollkommen subjektive, unrepräsentative und verfälschte Studien. Eine korrekte Studie sollte den kompletten Bestand zeigen: wie viele Frauen (prozentual) sind in diesen Berufszweigen tätig? Wie viele Frauen (prozentual) streben eine Managerposition an? Wie viele davon sind tatsächlich geeignet. Diesen errechneten Anteil dann mit dem tatsächlichen vergleichen – und evtl. staunen.

Purer Sexismus, der mit solchen Studien und Artikeln betrieben wird. Aber Pro-Frau und Contra-Mann ist ja kein Sexismus, sondern Real-Live.

Schreibt doch mal über Berufe, in denen Männer absolut unterrepräsentiert sind und per Quote Frauen aus den Arbeitsplätzen verdängen sollen, und die Verdrängten dann -aufgrund mangelnder besserer Ausbildung- arbeitslos wären. Oder einem geringer qualifizierten Job nachgehen müssten. Putzen, Abfallentsorgung, etc.

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