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Deutschland legt vor: Gesetz erlaubt Fonds Investitionen in Kryptowerte wie Bitcoin

Fondsstandortgesetz passiert Bundestag. (Bild: Shirmanov Aleksey / Shutterstock.com)
Lesezeit: 1 Min.
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Mit dem Inkrafttreten des Fondsstandortgesetzes am 1. Juli 2021 bekommen inländische Spezialfonds die Erlaubnis, bis zu 20 Prozent der von ihnen verwalteten Mittel in Kryptoassets wie beispielsweise Bitcoin anzulegen.

Marktexperten rechnen damit, dass die neue Regelung erhebliche Investitionen in den Kryptomarkt freisetzen könnte. Sven Hildebrandt, Chef der Hamburger Blockchain-Beratung DLC Distributed Ledger Consulting, sieht ein theoretisches Zuflusspotenzial für Kryptoassets in einer Größenordnung von 350 Milliarden Euro. Das wäre rund ein Fünftel des Vermögens von rund 1,87 Billionen Euro, das derzeit in den etwa 4.000 offenen inländischen Spezialfonds gebunden ist, abzüglich der Anteile, für die bereits zuvor ein Krypto-Invest möglich war.

Bis zu 350 Milliarden Euro könnten nun in den Kryptomarkt fließen

In Anbetracht des Umstands, dass die Marktkapitalisierung des Bitcoin sich auf knapp 768 Milliarden Euro beläuft, spricht Hildebrandt gegenüber der Börsenzeitung zu Recht von einem „gewaltigen Schritt“.

Die damit einhergehende stärkere Regulierung, die Kryptoenthusiasten eher kritisch beurteilen, hält Hildebrandt im Gegenteil für einen Vorteil. Denn gerade institutionelle Anleger aus dem Ausland würden derartige Anlageformen als sicherer wahrnehmen.

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Vom Bundesverband Alternative Investments (BAI) kommt ebenfalls Lob für das neue Gesetz. BAI-Geschäftsführer Frank Dornseifer bedauert indes, dass die neuen Regelungen nur für Spezial-, nicht aber für Publikumsfonds gelten sollen. Damit würde privates Kapital unnötigerweise ferngehalten. Diese Einschätzung teilt auch Jochen Schenk, Vizepräsident beim Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA), wenn auch aus anderen Gründen. Er bedauert vor allem, dass dadurch nicht mehr Privatkapital in dringende Infrastruktur- und Nachhaltigkeitsinvestitionen gelenkt werden kann.

Hier steht das Fondsstandortgesetz aktuell

Am 22. April hat der Bundestag in zweiter und dritter Lesung dem Fondsstandortgesetz aus der Feder der Ministerien Finanzen und Wirtschaft von Olaf Scholz (SPD) und Peter Altmaier (CDU) abschließend zugestimmt. Nun muss es noch den Bundesrat passieren, bevor es voraussichtlich am 1. Juli in Kraft treten wird. Mit dem neuen Gesetz wird eine EU-Richtlinie umgesetzt, die vor allem den grenzüberschreitenden Vertrieb von Investmentfonds durch einheitliche Regelungen vereinfachen soll. Die Frist zur Umsetzung in nationales Recht läuft am 2. August 2021 ab.

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3 Kommentare
Regulator
Regulator

Kapitalismus schlägt mal wieder Sinnhaftigkeit. Solange den Investoren die großen Gewinne versprochen werden ist es mal wieder egal wohin die Gelder fließen, wer davon profitiert und wem mit solchen Investments geschadet wird. Diese unnötige Ressourcenverschwendung für das schnelle Geld ist nur noch eine Farce.

Antworten
Tangle29
Tangle29

Servus!
Ja Kapitalismus ist ein freier Markt und jeder sollte das Recht haben zu investieren. Gewinne kriegt man außerdem nicht einfach geschenkt. Dazu gehört eben auch Risiko.
Es gibt auch andere Kryptowährungen die deutlich weniger , bis gar keine Ressourcen im Vergleich zu Bitcoin verschwenden und dazu noch ein paar mehr Vorteile mit sich bringen wie z.B IOTA. LG

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Titus von Unhold
Titus von Unhold

Freier Markt bedeutet nicht willkürlicher Markt, sondern Freiheit innerhalb eines Regulierungsrahmen.

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