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Deutschlands Startups sammeln Rekordsumme ein

Deutschlands Startup-Szene boomt (Foto: Shutterstock)

Im Vergleich zum Vorjahr haben deutsche Startups im ersten Halbjahr 2019 mit 2,8 Milliarden Euro 13 Prozent mehr Kapital einsammeln können. Die Anzahl der Finanzierungsrunden sei um 19 Prozent angestiegen.

Die internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) hat dieser Tage seinen „Startup-Barometer Deutschland“ veröffentlicht. Demnach boomt die deutsche Startup-Szene. Sie habe mit 2,8 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2019 so viel Geld einsammeln können wie nie zuvor. Im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2018 sei dies ein Anstieg um 13 Prozent. Die Zahl der Finanzierungsrunden sei um 19 Prozent auf 332 angestiegen.

Die deutschen Startup-Hotspots

Der Großteil des eingesammelten Kapitals floss – wenig überraschend – in die Startup-Metropole Berlin. Dieser habe 131 der 332 Finanzierungsrunden ausgemacht und 2,1 Milliarden Euro betragen. Im Jahr zuvor seien die Investitionen in Berlin 28 Prozent geringer ausgefallen.

Neben den Startups aus Berlin haben vor allem Jungunternehmen aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg vom locker sitzenden Kapital der Geldgeber profitieren können. In NRW sei das Volumen um 3 Prozent auf 133 Millionen Euro angestiegen, in Baden-Württemberg seien es 150 Millionen Euro gewesen. Der Boom bringe aber auch Verlierer mit sich. So hätten Bayern und Hamburg sinkende Zuflüsse verzeichnet, jeweils um 42 Prozent auf 204 Millionen Euro und um 31 Prozent auf 81 Millionen Euro. Ernst & Young sieht die Ursache hierfür im Fehlen großer Deals, die die Summe im Vorjahr nach oben getrieben hätten.

Deutschlands Startups benötigen mittelgroße Millionendeals

Zu den größten Deals würden ein 428 Millionen Euro starker mit „Get Your Guide“ im Mai und ein 266 Millionen Euro starker mit „N26“ im Januar gehören. In das ADTech Startup „Adjust“ sollen im Juni 201 Millionen Euro investiert worden sein. Geflossen sei das Geld für die drei Startups in Berlin. Zudem soll es deutschlandweit sieben Investitionsrunden in der Größenordnung von mehr als 100 Millionen Euro gegeben haben. Im Vorjahr seien es sechs solcher Mega-Deals gewesen.

Während kleinere Investitionsrunden von etwa fünf Millionen Euro 264 der 332 Deals ausgemacht haben sollen, wären mittelgroße Investitionen zwischen zehn und 100 Millionen Euro rückläufig. Dabei würde Deutschland laut Ernst & Young genau solche Investitionen benötigen, um vielversprechende Geschäftsideen zu erfolgreichen Unternehmen zu machen. Ausländische Investoren würden sich größtenteils auf ausgereifte Geschäftsmodelle konzentrieren und Unicorns heranzüchten. Für Investoren aus dem Inland hingegen seien vor allem kleine Jungunternehmen attraktiv. Das würde die Klingen der Schere zwischen sehr großen und kleinen Deals auseinandertreiben. Dennoch: Jeder Deal poliert das Image von Deutschland als Startup-Standort auf.

Steigendes Interesse an neuen Geschäftsmodellen

Im Branchenvergleich habe eine Trendwende stattgefunden und sich der Fokus der Investoren verschoben. Der Verlierer der Wende: die E-Commerce Branche. Diese habe über den Jahreswechsel einen starken Rückgang von 838 Millionen Euro verzeichnen müssen.

Fintech-Unternehmen und auf Mobilität spezialisierte Startups konnten dafür deutlich zulegen. Erstere sollen nun auf ein um 78 Prozent größeres Volumen von 704 Millionen Euro zugreifen können, in der Mobilitätsbranche sei das Volumen mit 659 Millionen Euro etwa fünf Mal so groß wie im Vorjahr. Auf Platz drei – nahezu ohne Anstieg – sei die Softwarebranche mit 385 Millionen Euro. Zudem sei ein steigendes Interesse an neuen Geschäftsmodellen erkennbar. Ernst & Young zählen E-Scooter Startups oder Unternehmen aus der jungen Branche des medizinischen Cannabis dazu.

Report erstmals 2014 veröffentlicht

Als Datengrundlage für den Report dienen Pressemitteilungen der Startups oder der Investoren, Presseberichte und die Venture-Capital-Datenbank „CB Insights“. Erstmals hat Ernst & Young seinen Startup Barometer 2014 veröffentlicht. Seit 2015 erscheint er halbjährlich.

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