Ratgeber

DHDL: Mit diesen 7 Tipps begeistert ihr die Löwen

Wenn ihr richtig vorbereitet seid, bringen euch auch kritische Nachfragen der Löwen nicht ins Schwitzen. (Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer)

Damit die Gründer ihren Pitch, also das Werben um die Löwen, bestmöglich gemeistert bekommen, gilt es, einiges zu beachten. Unser Gastautor berichtet von seinen Erfahrungen.

Seit 2014 begeistert „Die Höhle der Löwen“ Staffel für Staffel ein Millionen-Publikum. Überwiegend junge GründerInnen präsentieren ihre Ideen und teilweise auch schon existierende Unternehmen vor der kritischen Jury, den so genannten Löwen, und hoffen auf Unterstützung in Form einer möglichst umfangreichen Finanzierung. Damit das junge Unternehmen so richtig Fahrt aufnimmt und das nächste Facebook, Google oder Apple werden kann.

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1. Passt mein Startup zur Show?

Nicht jedes Startup passt in eine TV-Show. Hochkomplexe Zusammenhänge müssen so schnell erklärt werden, sodass – wenn es zu kompliziert wird – man unter Umständen schon mit seiner Bewerbung scheitert, noch bevor man ins Fernsehen darf.

Und: Man sollte erst dann den Weg in die Höhle der Löwen wagen, wenn man schon etwas zu „bieten“ hat. Wenn man ein Produkt oder einen Service entwickelt hat, dann sollte dieser auch schon von einigen Kunden getestet worden sein. Man spricht in dem Fall von einer Validierung. Das ist sehr wichtig, damit die eigenen Aussagen nicht von Beginn an in Frage gestellt werden, sondern mit einer gewissen Sicherheit vorgebracht werden können. Wenn Kunden das Produkt heute bereits nutzen, ist es wie auch in klassischen Investorengesprächen bereits ein super Schritt. „Nur“ eine Idee zu präsentieren, findet in der Sendung selten Anklang.

2. Passt meine Bewertung zur Show?

Das ein oder andere Mal sah man in der letzten Staffel auch Unternehmen, die zwar ein tolles Model hatten, sich in der Sendung letztendlich aber trotzdem vor allem mit der Bewertung des Unternehmens auseinandersetzen mussten. Das ist sehr hinderlich, weil das eigentliche Produkt oder der Service nicht ausreichend Aufmerksamkeit erhält. Bewertungen von über acht Millionen Euro – auch wenn sie gerechtfertigt sein mögen – hatten es bisher immer ziemlich schwer in der Sendung und haben häufig Kritik erhalten. Wenn man eine so hohe Bewertung aufruft, ist „Die Höhle der Löwen“ vielleicht einfach nicht das richtige Format für das eigene Startup.

3. Geht als komplettes Gründer-Team zu DHDL

Die Fragen der Löwen sind detailliert, auch wenn man es häufig in der finalen TV-Ausstrahlung nicht immer sieht. Sie kennen sich teilweise sehr gut mit technischen Produkten aus und haben selbst nach dem Abgang von Frank Thelen ein gutes Produktverständnis. Wenn man also etwa den CTO nicht mitnimmt, weil er „nur“ der Techie und vielleicht nicht besonders extrovertiert ist, könnte diese Entscheidung nach hinten losgehen, wenn dann tiefgehende Fragen kommen. Außerdem wird den Löwen, wenn ihr geschlossen auftretet, klar, dass ein ganzes Team hinter dem Unternehmen steht, was immer besonders positiv aufgenommen wird. Schlussendlich stärkt ein gemeinsamer Pitch nachhaltig auch die Moral im Team.

4. Analysiert die Löwen ganz genau

Jeder Löwe hat einen unterschiedlichen Hintergrund und entsprechende Netzwerke. Auch wenn das Ganze eine Show ist, will natürlich kein Jury-Mitglied sein privates Vermögen versenken. Deswegen investieren die Löwen überwiegend in Branchen, die sie kennen und einschätzen können, sodass sie hinterher als Coach, Business Angel und Unterstützer positiven Einfluss auf den Unternehmenserfolg nehmen können. Überlegt euch deshalb vorab, welcher Löwe zu eurem Startup passen könnte. Wenn dann die Frage in der Sendung aufkommt „Warum brauchen Sie mich an Ihrer Seite“, sollte man definitiv eine Antwort parat haben. Baut euren Pitch also auch zielgruppengerecht auf.

5. Antizipiert mögliche Fragen

Viele Fragen der einzelnen Löwen könnt ihr antizipieren, indem ihr die letzten Staffeln anschaut, die jeweiligen Fragen der Löwen sammelt und für euch beantwortet. Teilt am besten die Fragen und entsprechenden Antworten unter euch im Team auf, sodass jeder weiß, wann er zum Einsatz kommt, und ihr auch wirklich als Team auftretet und nicht einfach nur zweit oder dritt vor den Löwen steht – obwohl nur einer spricht.

6. Macht euer Produkt greifbar

Gerade wenn man mit einem digitalen, technischen Produkt in der Sendung auftritt, ist es umso wichtiger, das Problem und die entsprechende Lösung, also euer Unternehmen, für die Löwen und auch die Zuschauer greifbar zu machen. Hier kann es zum Beispiel eine Taktik sein, die Löwen greifbar mit dem Problem zu konfrontieren, etwa in Form unzähliger Formulare oder nerviger Tätigkeiten im Haushalt. Dadurch können sie besser verstehen, worum es wirklich geht. Und ruckzuck sind sie von eurer Lösung überzeugt.

7. Übung macht den Meister

Zu Beginn steht der Pitch, für den ihr drei Minuten habt. Den müsst ihr üben, üben, üben. Als Team. Jedes Wort, jede Silbe, jede Bewegung muss sitzen. Geht den Pitch also immer und immer wieder durch. Diskutiert, wer wo stehen soll, wann ihr Dokumente oder Produktproben übergebt und wer zu welchem Zeitpunkt einen Schritt nach vorn geht. Übt mit eurem Team, lasst es zuschauen, die Fragen der Löwen stellen und achtet gemeinsam darauf, dass ihr euch klar ausdrückt und kein Fachchinesisch sprecht. Gemeinsam kommt ihr dann auf kleine Details, die den Unterschied ausmachen können.

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