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Diese App sagt bedenklichen Inhaltsstoffen den Kampf an

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Wissen, was gut ist

Auch am Anfang von Codecheck stand eine falsche Kaufentscheidung. Während seines Urlaubs auf Kuba kaufte Roman Bleichenbacher 1998 eine Mango – und musste im Gespräch mit einheimischen Freunden feststellen, dass er übers Ohr gehauen worden war. Was er nicht wusste: Die Frucht war noch gar nicht reif und konnte deshalb nur bei einem gutgläubigen Touristen Absatz finden. Erstmals begann er, sein Kaufverhalten kritisch zu hinterfragen und suchte nach einer Möglichkeit, die es Konsumenten erleichterte, selbstständig gute Produkte zu finden. Das führte ihn zu der Idee, mithilfe des Strichcodes eine Datenbank aufzubauen, auf die alle zugreifen können – und Codecheck war geboren. Seitdem wächst die App unter CEO und Mitgründer Boris Manhart unaufhörlich und belegt im App-Store von Apple inzwischen sogar Platz eins im Bereich Gesundheit und Fitness.

Und so geht‘s: Wer sich zu Hause oder direkt vor Ort im Supermarkt nicht sicher ist, ob seine Lieblingsprodukte tatsächlich so gut sind wie erhofft, der kann mithilfe der App den Strichcode scannen und erhält sofort Zugriff auf alle wichtigen Informationen. Was kostet das Produkt? Wo ist es erhältlich? Welcher Konzern steckt hinter der Marke? Und vor allem: Welche Stoffe sind enthalten und wie werden diese bewertet? Bei besagtem Deostick, hergestellt von der – nach eigenen Angaben – Nummer-eins-Deomarke weltweit, liest sich Codechecks Produktbewertung wie folgt: 13 unbedenkliche Inhaltsstoffe, zwei leicht bedenklich, vier bedenklich und immerhin einer sehr bedenklich, außerdem ist Mikroplastik enthalten, Palmöl eventuell ebenfalls. Für diese Bewertung greift Codecheck auf Datenquellen unabhängiger Organisationen zurück, darunter beispielsweise der Deutsche Allergie- und Asthmabund und die Verbraucherzentrale Deutschland sowie die Europäische Kommission oder das California Department of Public Health.

„Unser Wissenschaftsteam arbeitet konstant daran, unverständliche Inhaltsstoffe zu erklären und damit den Einkauf zu erleichtern“, erläutert Boris Manhart im Gespräch mit t3n weiter. „Zusätzlich ermutigen wir so auch Unternehmen, nachhaltigere Produkte zu entwickeln, die bei bewussten Konsumenten besser ankommen. Ob Mikroplastik, Palmöl, gluten-, laktose- oder silikonfrei oder Zuckergehalt – Codecheck erweitert die Filterfunktionen stetig, um mehr Transparenz für Kosmetikprodukte und Lebensmittel zu gewährleisten. Mit mehr als acht Millionen Downloads und über 3,5 Millionen Nutzern hilft Codecheck dabei, Kaufentscheidungen zu treffen, die besser für die Gesundheit und die Zukunft der Erde sind.“

Endlich mehr Klarheit

Bisher haben die undurchsichtigen Bezeichnungen in der Ingredienzenliste von Lebensmitteln und Kosmetika es den Konsumenten deutlich erschwert, den Überblick zu behalten. Ohne fachliche Hilfe war es ihnen quasi unmöglich, zu verstehen, was sich hinter all dem komplizierten Fachchinesisch tatsächlich verbirgt. Codecheck setzt dem ein Ende und ermöglicht eine bessere Kontrolle über jene Stoffe, die tagtäglich verzehrt, eingeatmet oder auf Haare, Körper und Gesicht geschmiert werden. In einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen mit der Frage auseinandersetzen, wie sie ihr Konsumverhalten mit mehr Nachhaltigkeit in Einklang bringen können, ist das ein wichtiges Tool – Hilfe zur Selbsthilfe sozusagen. Zu hoffen bleibt, dass das wachsende Bewusstsein der Bevölkerung auch die Industrie zunehmend unter Druck setzt. Denn Mikroplastik hat als billiges Füllmaterial in einem Deostick wirklich nichts zu suchen.

„Die Deklaration von Inhaltsstoffen sollte transparenter werden. Firmen sollten Informationen zur Bioabbaubarkeit beziehungsweise zur Persistenz von Inhaltsstoffen, die in die Umwelt geraten können, öffentlich zugänglich hinterlegen“, fordert auch Ruta Almedon, der als Head of Science bei Codecheck tätig ist. „Auf Waschmitteln sind zum Beispiel nur minimale Angaben der Inhaltsstoffe zu finden. Viele umweltrelevante Inhaltsstoffe müssen überhaupt nicht deklariert werden und sind nur nach aufwendiger Recherche zu finden – wenn überhaupt. Hier ist eine Änderung der Deklarationsregeln dringend erforderlich, denn Waschmittel enthalten eine große Zahl schwer- oder nicht abbaubarer synthetischer Polymere, die in unsere Abwässer und von da in offene Gewässer gelangen.“

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Ein Kommentar
Titus von Unhold
Titus von Unhold

„An der Studie nahmen insgesamt acht Personen teil, die auf verschiedenen Kontinenten lebten und sowohl in Plastik verpackte Lebensmittel als auch Fisch und Schalentiere zu sich nahmen.“

Was ein Witz… Da gibt es bessere Studien:

Fokus der Studie war das „Human-Biomonitoring“ von 3- bis 17-Jährigen. In Urinproben wurden bei 97 bis 100 Prozent der 2500 Teilnehmer Rückstände von 11 der 15 getesteten Stoffe nachgewiesen, vorrangig von in Plastik enthaltenen Weichmachern.

https://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/weichmacher-und-pfoa-fast-alle-kinder-mit-gesundheitskritischen-chemikalien-belastet-a-1286708.html

Mikroplastik ist im Vergleich zu hormonell wirksamen endokrinen Disruptoren ein kleines Problem:

https://de.wikipedia.org/wiki/Endokrine_Disruptoren#Beispiele_für_nachgewiesene_oder_vermutete_Störungen_durch_einzelne_Stoffe

https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/bisphenol-a

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