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Von diesen 5 Social-Media-Taktiken solltet ihr euch endlich verabschieden

Manche Social-Media-Taktiken sind einfach überholt. (Foto: John Arehart / Shutterstock)

"Das war schon immer so!", ist ein fataler Satz – vor allem im Social-Media-Marketing. Wir stellen euch fünf Social-Media-Taktiken vor, die jeder Marketer endlich aus seinem Repertoire streichen sollte.

Online-Marketing und vor allem der Social-Media-Bereich ändern sich schnell. Daher müssen Marketer flexibel bleiben und sich den wechselnden Bedingungen sozialer Netzwerke und deren Nutzer anpassen. Umso erschreckender, dass etliche Unternehmen in sozialen Netzwerken immer noch auf uralte Taktiken setzen, die eigentlich schon längst ausgestorben sein sollten. Wir stellen euch fünf Social-Media-Taktiken vor, die ihr jetzt endlich aus euren Marketer-Köpfen streichen solltet.

1. Auto-Engagement-Bots benutzen

Der eine oder andere kennt es vielleicht: Man lädt ein Bild auf Instagram hoch und kaum zwei Sekunden später flattern erste Likes und Kommentare wie „Wow, amazing photo“ herein. Und meistens kommen diese Interaktionen von Profilen, die sich so gar nicht oder nur kaum mit der eigenen Peergroup decken.

Einige Unternehmen setzen auf automatisierte Upvotes und Kommentare, um Interesse vorzutäuschen. Die Hoffnung: schnell wachsende Reichweite und Follower-Zahlen. Der Trugschluss: Wem ich folge und Likes gebe, der tut dies auch bei mir.

Für Nutzer wirkt dieses Verhalten eher befremdlich und unehrlich. Wenn ein Anbieter für Berufsbekleidung an einem Samstagabend 22 Uhr in Sekundenschnelle ein Foto, das am Rande eines Rock-/Metal-Konzertes aufgenommen wurde, mit einem willkürlichen Emoji kommentiert, wird kein Nutzer davon ausgehen, dass der Seitenbetreiber gerade auf Instagram surft, zufällig das Bild entdeckt und damit interagiert.

Willkürliche Emojis am späten Abend wirken total authentisch. Nicht. (Screenshot: Instagram)

So geht es besser: Nehmt euch die Zeit, Inhalte von Nutzern so zu entdecken, wie sie es auch tun. Schaut euch an, was unter bestimmten, für euch relevanten Hashtags gepostet wird. Teilt die, die es wirklich wert sind, und kommentiert nur, wenn ihr auch wirklich etwas Sinnvolles zu sagen habt. Schaut euch die Beiträge auch im größeren Kontext des Nutzerprofils an und identifiziert so Nutzer, die in eure Zielgruppe passen, denen ihr bisher aber vielleicht noch unbekannt seid. Natürlich kostet das Zeit. Aber wenn ihr diese Zeit nicht entbehren könnt, solltet ihr euch fragen, warum ihr überhaupt einen Account auf dem betreffenden Netzwerk habt.

2. An strengen Social-Media-Richtlinien für Angestellte festhalten

Richtlinien für Angestellte sind zwar keine Social-Media-Taktik im engeren Sinne, haben aber einen großen Einfluss darauf, wie Angehörige des Unternehmens als solche in sozialen Netzwerken agieren und auch wahrgenommen werden.

Grundsätzlich ist nichts falsch daran, Social-Media-Richtlinien für Mitarbeiter aufzustellen. Sie regeln nicht nur, ob oder in welchem Umfang eine private Social-Media-Nutzung während der Arbeit gestattet ist, sondern beispielsweise auch, wie sich Mitarbeiter über das Unternehmen und dessen Partner und Kunden äußern dürfen.

Waren derartige Richtlinien lange Zeit nur dafür da, möglichen Schaden von Unternehmen abzuwenden, ist diese Ausrichtung allein heute nicht mehr zeitgemäß und zielführend. Statt eine ganze Litanei von Verboten zu verfassen, solltet ihr eure Kollegen und Mitarbeiter vielmehr dazu ermutigen und befähigen, als Botschafter des Unternehmens aufzutreten. Strenge und unglaublich detaillierte Social-Media-Richtlinien hindern Teammitglieder eher daran, als Markenvertreter zu agieren. Niemand möchte erst lange nachdenken müssen, ob ein Posting möglicherweise gegen die unternehmensinternen Richtlinien verstößt, bevor sie oder er etwas in sozialen Netzwerken postet, das einen Bezug zur Arbeit hat.

So geht es besser: Erarbeitet gemeinsam im Team neue, zeitgemäße Social-Media-Richtlinien. Das hat mehrere Vorteile. Zum einen können Mitarbeiter im gemeinsamen Gespräch ein besseres Verständnis dafür entwickeln, warum Vorgesetzte bestimmte Regeln für besonders wichtig erachten und warum sie eine bestimmte Art und Weise, wie in sozialen Netzwerken über das Unternehmen gesprochen wird, nicht wünschen. Zum anderen können Mitarbeiter frische Ideen einbringen, an die die Entscheider bisher nicht gedacht haben und die die Markenkommunikation weiterentwickeln. Wenn sich jeder als Teil des Prozesses empfindet, steigt auch die Bereitschaft, nach außen als Angehöriger des Unternehmens wahrgenommen zu werden und als Markenbotschafter zu interagieren.

3. Gleiche Posts auf allen Netzwerken

Auch wenn sich die verschiedenen Social-Media-Plattformen in ihren Funktionen immer mehr angleichen – man denke an die allseits beliebten Stories – unterscheiden sie sich doch teils gravierend voneinander; in ihrer inhaltlichen Ausrichtung, der Zielgruppe, der Art zu kommunizieren und anderen Faktoren.

Wenn ihr jede Plattform mit dem gleichen Content vollpflastert, verspielt ihr damit die Chance, potenzielle neue Fans und Kunden zu erreichen. Das könnt ihr umgehen, indem ihr euch genau anschaut, welchen Teil eurer Zielgruppe ihr auf welcher Plattform erreichen könnt und welchen Content sie dort bevorzugen. Einige Plattformen schließen sich sogar nahezu gegenseitig aus, wenn es um Crossposting geht; so zum Beispiel Twitter und Pinterest.

So geht es besser: Bestenfalls evaluiert ihr genau, welche Plattform zu eurer Art zu kommunizieren passt, bevor ihr dort einen Account einrichtet. Entwickelt dann für jeden Kanal eine eigene Posting-Strategie, die den jeweiligen Gepflogenheiten gerecht wird. Dadurch gebt ihr euren Kunden außerdem einen Anreiz, euch auf mehreren Kanälen zu folgen. Denn wenn sie ohnehin auf Twitter, Instagram und Facebook die gleiche Inhalte sehen, besteht für sie kein Grund, euch auf allen drei Netzwerken zu folgen.

Wenn ihr für eine Plattform keine passenden Inhalte liefern könnt – weil es beispielsweise eure inhaltliche Ausrichtung nicht hergibt – solltet ihr euch fragen, warum ihr überhaupt auf dieser Plattform aktiv seid.

4. Blind auf „beste Zeit zu posten“-Ratschläge vertrauen

Zahlreiche Studien, Infografiken und Ratgeber erklären Seitenbetreibern immer wieder, wann der beste Zeitpunkt ist, um in sozialen Netzwerken etwas zu posten. Prinzipiell ist auch nichts verkehrt daran, zu Zeiten posten zu wollen, zu denen die meisten Fans und Follower online sind. Sich dabei aber nur auf Studien zu verlassen, ist nicht genug. Diese richten sich oft nur nach Durchschnittswerten. Meistens werten sie Daten einer großen Nutzergruppe aus und schlussfolgern dann, dass die Zeit, in der diese Nutzergruppe zum Großteil online ist, der beste Posting-Zeitpunkt für alle Nutzer des Netzwerkes ist.

So geht es besser: Viele Social-Media-Plattformen und Tools erlauben es euch, selbst herauszufinden, zu welchen Zeiten eure Zielgruppe online ist. Auf Facebook findet ihr diese Informationen in den Seitenstatistiken unter dem Reiter „Beiträge“.

Facebook zeigt euch, wann eure Fans online sind. (Screenshot: Facebook)

Für Twitter gibt es Tools wie Followerwonk, für Instagram kann Squarelovin helfen. Außerdem kann es nicht schaden, auch selbst ein wenig zu testen. Plant Beiträge für verschiedene Tageszeiten und Wochentage ein und schaut, welche Beiträge mehr Engagement bekommen und eine höhere Reichweite erzielen.

Außerdem solltet ihr im Hinterkopf behalten, dass auf Netzwerken wie Facebook der Algorithmus anhand der Interaktionen die Verteilung eines Beitrages bestimmt. Während auf Twitter Beiträge in chronologisch angezeigt werden und daher häufig direkt nach ihrer Veröffentlichung Interaktionen erzielen, wirken auf Facebook Beiträge wesentlich länger nach.

5. Leute bitten, euren Content zu teilen

Ihr habt viel Zeit und sicher auch ein nicht unerhebliches Budget in die Erstellung von Content investiert? Natürlich möchtet ihr dann auch, dass dieser Content möglichst viele Menschen erreicht. Also gilt es, möglichst viele Menschen dazu zu motivieren, eure Beiträge zu teilen. Eure Follower direkt darum zu bitten, ist jedoch der falsche Weg. Es lässt euch bedürftig erscheinen, im schlimmsten Fall sogar bemitleidenswert. Eure Fans und Follower sollen eure Inhalte teilen weil sie es wollen, nicht weil ihr es wollt.

Einzige Ausnahme sollten Gewinnspiele bilden, wenn die Teilnahme daran an das Teilen eines Postings gekoppelt ist (sofern es sich mit den Gewinnspiel-Richtlinien der Plattform verträgt.)

So geht es besser: Kreiert Content, der gerne geteilt wird, der witzig, unterhaltsam, lehrreich oder inspirierend ist. Stellt außerdem sicher, dass eure Inhalte gut teilbar sind. Richtet Social-Sharing-Buttons auf eurer Seite ein und ermöglicht es Nutzern so, Inhalte mit nur wenigen Klicks zu teilen. Da Nutzer Inhalte häufig auch teilen, ohne sie komplett konsumiert zu haben, lohnt es sich, diese Buttons schon weit oben einzubauen.

Schaut euch außerdem genau an, auf welchen Netzwerken eure Zielgruppe am aktivsten ist und bietet dafür die entsprechenden Sharing-Buttons an. Beschränkt euch dabei auf die wichtigsten Netzwerke, denn eine zu große Auswahl an Sharing-Buttons kann genau das Gegenteil bewirken: Es wird weniger geteilt.

Welche anderen Social-Media-Taktiken kennt ihr, die eurer Meinung nach begraben werden sollten?

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