Ratgeber

Mit diesen 6 Tipps wirst du zum „Dialog-Experten“

(Foto: marvent/Shutterstock)

Was steckt hinter einem Dialog und worauf kommt es in einem Gespräch wirklich an? Wie ein Dialog beteiligt, gleichzeitig motiviert und das positive Gefühl der Wertschätzung beim Gegenüber hinterlässt, erklärt unsere Gastautorin.

Dialog – ein Begriff, der so gut wie jedem von uns geläufig ist. Doch was steckt wirklich dahinter? Ein Dialog ist ein Zwiegespräch zwischen zwei oder mehreren Personen, die abwechselnd Rede und Gegenrede führen. Das entscheidende Wort ist hier abwechselnd – denn das ist der kleine, aber feine Unterschied zwischen einem Monolog und einem Dialog.

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Und genau das ist es, dem viele Menschen noch mehr Achtsamkeit schenken können. Worte, Storys, Phrasen prasseln auf das Gegenüber ein, ohne eine einzige Frage oder Pause dazwischen. Es gleicht mehr einem Monolog als Dialog. Zudem ist ein Dialog eine Form von Wertschätzung für das Gegenüber. Jeder von uns sollte sich einer Sache bewusst sein: Beim Reden erfahre ich nichts Neues! In dem Moment, in dem du selbst redest, erfährst du nichts von dem Gegenüber und bist im Anschluss genauso schlau wie vorher. Schenkt sowohl der Sender- als auch der Empfänger-Seite einer Nachricht eure Aufmerksamkeit.

Dialogfähigkeit als Kernelement guter Führung

Keine Frage – Führung hat sich zu einer eigenen Königsdisziplin entwickelt und ist zugleich eine der anspruchsvollsten und bedeutsamsten Aufgaben innerhalb eines Unternehmens. Viele Führungskräfte, ob Gründer oder Konzernchef, missachten eine entscheidende Motivationsquelle ihrer Mitarbeiter: die Dialogfähigkeit. Ein Dialog beteiligt die Mitarbeiter, motiviert zugleich und ist somit die Grundlage für wertschätzende Kommunikation, gute Team- und Mitarbeiterentwicklung sowie den Unternehmenserfolg. Zu guter Führung gehört weitaus mehr als die Fähigkeit, mit dem Mitarbeiter in den Dialog zu treten. Doch das ist schon einmal ein guter Anfang, oder nicht?

Am Morgen an der Kaffeemaschine, im One-on-One, im Jahresgespräch oder im Teammeeting – wenn eine Führungskraft mit dem Mitarbeiter im Gespräch ist, ist es ein zentraler Baustein, dass dem Mitarbeiter echtes Interesse entgegengebracht wird. Fragen zum Wochenende oder zum Stand des Projektes, Wohlbefinden oder anderen Belangen bringen zum Ausdruck: „Ich interessiere mir wirklich für dich!“. Das setzt eine elementare Fähigkeit und Kompetenz voraus: zuhören! Klingt leicht, ist es aber nicht.

Tipps für den Weg zum „Dialog-Experten“ (– es gehören immer 2 dazu)

#1 Fokussiert euch

Handy lautlos, Laptop zu und voller Fokus und Aufmerksamkeit auf das Gegenüber. Es klingt so simpel, doch mit Blick in viele Unternehmen wird schnell klar, dass das nicht überall gelebt wird. Egal, in welcher Situation wir uns befinden, ist es ein Zeichen von Wertschätzung, dass wir uns für die Zeit des Gespräches voll und ganz dem Gegenüber widmen. Achtet darauf, wie oft ihr ein Handy in der Hand habt oder noch kurz diese oder jene E-Mail schreiben wollt – und was das mit eurem Gegenüber macht. Zusätzlich kann schon ein Handy auf dem Tisch signalisieren: „Dieses Gespräch zwischen uns könnte jederzeit unterbrochen werden – andere Sachen sind gerade wichtiger“.

#2 Ohne Fragen kein Dialog

Fragen sind die Grundlage für einen guten Dialog. Die verschiedenen Fragearten haben eine eigene Komplexität inne und bieten zugleich wahnsinnig viele Möglichkeiten. Häufig erleben wir Menschen, die nur auf Fragen antworten, selbst aber keine stellen. Das führt dazu, dass das Gespräch sehr einseitig wird und der Fokus stets bei einer Person liegt. Reflektiert im Anschluss an ein Gespräch, sowohl im Berufs- als auch Privatleben, wie viel ihr vom Gegenüber heute erfahren habt, indem ihr Fragen gestellt habt. Erprobt verschiedene Fragearten und welche Antworten ihr auf welche Fragentypen erhaltet. Dabei hat jeder seine eigene Präferenz – und das ist absolut richtig so!

#3 Smalltalk ist euer Bigtalk

Smalltalk wird in Deutschland kleingeschrieben und klein gehalten. Dabei ist der Smalltalk gerade für Führungskräfte zum Beziehungsaufbau mit dem Mitarbeiter so enorm wichtig. Denn ohne eine gute Beziehung zum Mitarbeiter wird Führung zur Mammutaufgabe. Und die Beziehung wird in den wenigsten Fällen durch die Thematik oder ein Projekt aufgebaut, sondern auf der persönlichen Ebene zwischen zwei Menschen. Also unterschätzt nicht die Gespräche an der Kaffeemaschine, in der Mittagspause oder vor einem Meeting und räumt dem Smalltalk ausreichend Zeit ein.

#4 Beziehungsfähigkeit – nicht nur im Privatleben

Als Führungskraft gehört es auch dazu, zu wissen, was den Mitarbeiter momentan privat umtreibt. Hat er gerade ein Kind bekommen? Wenn ja, Mädchen oder Junge und wie heißt es? Nimmt er gerade an einem Sportwettbewerb teil? Oder hat er privat einen Schicksalsschlag zu verarbeiten? All diese Schauplätze abseits der Arbeit beeinflussen den Mitarbeiter inklusive der Stimmung, des Engagements und der Leistungsfähigkeit und sind deshalb auch für die Führungskraft wichtig. Es gilt, sich wesentliche, auch private, Aspekte des Mitarbeiters zu merken. So verhindert ihr, dass ihr immer dieselben Fragen stellt und den Mitarbeiter verärgert, weil er schon wieder die gleiche Antwort geben muss und sich nicht wertgeschätzt fühlt. Das Wissen dieser Details hilft euch, den Dialog mit eurem Mitarbeiter zu führen, gezielte Fragen zu stellen und das Gefühl von Wertschätzung zu erzeugen.

#5 Auch Pausen gehören zur Musik

Kennt ihr die Situation der unangenehmen Pause in einem Gespräch? Versucht mal, sie auszuhalten und eurem Gegenüber Zeit zu geben, Gesagtes möglicherweise noch weiter auszuführen. Häufig tendieren wir dazu, eine Sprechpause direkt zu nutzen, um etwas zu sagen, zu entgegnen oder ein anderes Thema anzuschneiden. Es kann jedoch genauso förderlich sein, eine Sprechpause einfach auszuhalten, dem Gegenüber Blickkontakt zu schenken und abzuwarten, ob er sein zuvor Gesagtes möglicherweise noch vertiefen will. Dadurch wird häufig ein wertvolles Detaillevel erreicht und ihr werdet merken, dass das Gegenüber sich öffnet – sofern ihr eine gute Beziehungsebene erreicht habt.

#6 Bekundet echtes Interesse

Wenn ihr euren Mitarbeiter oder Gegenüber nach dem letzten Urlaub fragt, sollte euch die Antwort auch wirklich interessieren. Wenn ihr im Anschluss direkt eine weitere Frage zu einer komplett anderen Thematik anschließt, signalisiert es kein echtes Interesse, sondern vielmehr eine „Alibi-Frage“. Echtes Interesse zeigt ihr durch eure nonverbale und verbale Reaktion auf die Antwort, durch Blickkontakt und viele weitere kleine Signale. Seid euch bewusst, dass euer Gegenüber sehr wohl bemerkt, wenn ihr richtig zuhört und in Gedanken ganz bei ihm und dem Thema seid. Dies kann euch durch konkretisierende Fragen gelingen.

Konkretisierende Fragen bedeuten: Nehmt nicht jede Antwort des Gegenübers so hin, sondern stellt vertiefende Fragen. Wenn der Mitarbeiter als Antwort auf eine gestellte Frage im Jahresgespräch sagt „Mein Anspruch an mich selbst ist häufig zu hoch“, sind dort einige unklare beziehungsweise interpretierbare Komponenten enthalten. „Was bedeutet für dich häufig?“ oder „Was meinst du mit ‚dein Anspruch‘?“ sind mögliche konkretisierende Fragen. Dadurch verleiht ihr dem Gespräch die notwendige Tiefe und erfahrt mehr über den Mitarbeiter. Leeren Worthülsen kann so gut auf den Grund gegangen werden und echtes Interesse am Mitarbeiter und Wertschätzung wird bekundet.

Ein Gastartikel ermöglicht leider keinen Dialog – denn meine abschließende Frage an euch wäre jetzt „Was denkt ihr zum Thema Dialogfähigkeit?“. Aus echtem Interesse an euren Antworten habe ich weitere Fragestellungen im Kopf, die mich brennend interessieren. „Management by Dialog“ – spürt, was es mit euch und eurem Gegenüber macht.

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