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Analyse

Digital Leadership: Das sollten Führungskräfte beachten

(Grafik: Shutterstock)

Um die Ecke denken und innovativ sein – bei häufigen Jobwechseln, flexiblen Arbeitszeiten und -orten: So sieht laut Konrads Management-Kolumne die neue Arbeitswelt in der Digital Economy aus.

Viele etablierte Unternehmen haben große Schwierigkeiten bahnbrechende Innovationen zu entwickeln. Es fällt ihnen schwer, disruptiven Wandel in ihre unternehmerische Strategie und Unternehmenskultur zu integrieren. Dafür braucht die Wirtschaft Mitarbeiter mit einem offenen Geist. Enge Vorstellungsgrenzen und feste Routinen stören dabei. Mitarbeiter müssen in der Lage sein, Wissen aus verschiedensten Themenbereichen zu synthetisieren und Methoden zu adaptieren – und stets hungrig nach Neuem zu sein. Gleichzeitig ist der Most-Potential der Neuzeit außerordentlich kommunikativ. Die heutige Arbeitswelt 4.0 ist geprägt von Teamwork, Kollaboration und Netzwerken. Neugier hilft beim nötigen Perspektivwechsel – zum Erkennen neuer Kundentrends und zur Weiterentwicklung von Problemlösungen.

In den letzten Jahren entstand zur Erforschung des Themenfelds neben der inzwischen etablierten Innovationsforschung auch die Neugierforschung. Der Faktor Neugier wurde im Rahmen dieser Forschung operationalisiert und messbar gemacht. Dieser Verdienst geht auf Dr. Patrick Mussel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Psychologie der Universität Würzburg, zurück. Er entwickelte einen Test namens WORCS (Work Related Curiosity Scale), der auf zehn simplen Statements basiert. Befragte geben hier eine Selbsteinschätzung hinsichtlich der eigenen Neugier ab. Zum Beispiel: „Prozesse im Betrieb versuche ich durch innovative Vorschläge zu verbessern.“ Daraus lässt sich der Neugier-Quotient eines Unternehmens ermitteln. Er macht Aussagen über das gemittelte Neugierverhalten aller Mitarbeiter.

Die Neugierde der Mitarbeiter setzt gewisse Faktoren voraus

Zwischen diesem Wert und dem ökonomischen Erfolg des Unternehmens, so die Ergebnisse der Forschungen, besteht ein enger Zusammenhang. Konkret bedeutet dies: Unternehmen können nur mit neugierigen Mitarbeitern erfolgreich sein.  Diese Mitarbeiter blicken aus Neugier über den eigenen Horizont, denken jenseits ihrer Interessen und Tätigkeitsbereiche. Diese Fähigkeit wird in unserer heutigen vernetzten Wirtschaft, die mehr als je zuvor aus Produkten und Dienstleistungen besteht, immer wichtiger. Für Unternehmen wird diese Neigung immer stärker zu einem Wettbewerbsvorteil. Denn die Erfindungen der Zukunft zeichnen sich durch einen hohen Grad an Vernetzung aus – den sogenannten Cross-Innovationen.

Dieses Thema findet sich in der Studie „Neugier-Management“ vom Zukunftsinstitut, Deutschlands einflussreichstem Think-Tank der europäischen Trend- und Zukunftsforschung. Um nun eine Neugierkultur erfolgreich im Unternehmen zu implementieren, bedarf es der richtigen Rahmenbedingungen. Laut der Studie hängt Neugier bei den Mitarbeitern in einer Belegschaft wesentlich mit drei Faktoren zusammen

  • Autonomie

Um neugierig zu sein, brauchen Menschen Autonomie. Sie benötigen Freiräume, um ihre Gedanken zu entfalten – und neugierig zu sein. Dies schließt die Freiheiten ein, selbst zu entscheiden wann, wo und wie gearbeitet wird. Das Büro wird dabei immer mehr zu einem Ort des Knowledge-Transfers und zum Ausgangspunkt von Teamwork. Es bleibt nicht mehr unbedingt der dauerhafte Arbeitsplatz.

  • Kompetenz

Die neugierige Firma versteht sich stets auch als lernendes Unternehmen. Kompetenzen bei Mitarbeitern können nur weiterentwickelt werden, wenn das Lernen eng an ihren individuellen Wissensstand angepasst ist. Hier liegen große Herausforderungen für Personalmanager.

  • Bezug

Nicht zuletzt müssen Mitarbeiter auch den Bezug zum eigenen Leben herstellen und die Relevanz erkennen können. Auch dadurch lässt sich die Neugier steigern. Das Individuum setzt sich in einen größeren Kontext – und stellt das Unternehmen immer öfter vor die Sinnfrage. Wenn Führungskräfte aktives Neugier-Management betreiben, ändert sich die Unternehmenskultur. Mitarbeiter, nicht nur aus der Generation Y, werden dies zu schätzen wissen: sinnvolle Arbeit mit positiver Abwechslung und spannenden Herausforderungen, an selbstgewählten Orten und Zeiten – mit eigener Weiterentwicklung, um neugierig zu bleiben.

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Sebos

Das liest sich immer alles so schön und wunderbar. Aber jeder der nicht gerade erst seinen Realschulabschluss gemacht hat, wird wissen, wie krass anders es in der bundesdeutschen Realität läuft. Egal ob Großkonzern oder traditionsreiches mittelständisches Unternehmen - es regieren weiterhin die Strombergs dieser Republik. Narzissten ftw!

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