Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

News

Die Digital-Strategie der Supermarktkette Merkur: Bluetooth und Beacons

Neues Shopping-Erlebnis am POS: Beacons. (Screenshot: Merkur

In Deutschland ist der Lebensmittelhandel noch immer offline dominiert. Ein Blick nach Österreich zeigt, wie sich mit Beacons ein bisschen Digital-Strategie in den Supermarkt bringen lässt.

Merkur setzt derzeit auf Beacons. Die österreichische Supermarktkette hat sich für Bluetooth und Beacons entschieden, denn damit konnten die Märkte sehr schnell ein neues digitales Geschäftsmodell ausrollen. „Denn je mehr und je tiefer ein Unternehmen in die Infrastruktur und die Backend-Systeme eingreifen muss, desto schwieriger ist eine schnelle Umsetzung. Mit Bluetooth und Beacons konnte Merkur langwierige Diskussionen elegant umschiffen und schnelle Ergebnisse vorweisen“, verrät Daniela Zidek, Leitung Online-Marketing bei der Merkur Warenhandels AG auf der LOCA Conference in München.

Ziel der Beacon-Strategie

Merkur verfolgt drei Ziele: Erstens möchte Merkur seine Lieferanten stärker einbinden. Zweitens sollen via Beacon die Besucherströme analysiert werden. Und drittens will Merkur die Kundenbindung stärken.

Beacons brauchen Bluetooth. (Screenshot: Merkur Warenhandels AG)

Einsatzszenarien für Bluetooth Beacons

1. Der Kunde nähert sich dem Regal. Er bekommt einen entsprechenden Gutschein zum Beispiel für Energy Drinks auf sein Smartphone. Hier lassen sich Lieferanten gut einbinden. Der Markt bietet ihnen eine Sonderwerbefläche an, im Gegenzug investiert der Hersteller in die Gutscheine. Die FMCG-Hersteller sind dankbar, Daten aus den Märkten zu bekommen und zu erfahren, wie die Kunden sich im Supermarkt verhalten. Beacons sind eine gute Möglichkeit, diese Daten zu generieren.

2. Wenn sich der Kunde der Kasse nähert, öffnet sich die App. So kann der Kunde an der Kasse auch bezahlen. Die Bezahlung erfolgt über die Merkur-App und Bluecode. Damit wird das Bezahlen vereinfacht, die Kundenbindung gestärkt.

3. Nach dem Einkauf öffnet sich in der App eine Kundenbefragung: Merkur fragt, ob der Kunde mit dem Einkauf zufrieden war. Steigt die Unzufriedenheit, kann Merkur Ursachenforschung betreiben, weil das Unternehmen Warnsignale in Echtzeit erhält.

4. Wenn der Kunde den Shop verlässt, bekommt er zurzeit eine Push-Nachricht: „Wir tragen Ihnen Ihren nächsten Einkauf nach Hause.“ So bemüht sich Merkur, Kunden für die Online-Bestellung zu gewinnen. „Produkte aus dem Supermarkt im Onlinehandel zu bestellen, wird in Österreich noch von vielen Kunden abgelehnt. Viele Kunden haben Angst, dass sie schlechte Ware bekommen und gehen daher lieber selbst in den Supermarkt, um die Ware persönlich auszuwählen", so Zidek. Die App soll die Tür zur Online-Bestellung schon mal ein Stück aufstoßen.

Per Beacons neue Erlebnisse am Touchpoint schaffen

Zudem geht es darum, neue Touchpoints zu errichten. Der stationäre Handel ist vor Ort etabliert, muss aber neue Möglichkeiten bzw. Erlebnisse am POS schaffen. Das Mittel der Wahl sind für Merkur die Beaocns. Vor Projektstart hat Merkur Beacons in drei verschiedenen Märkten getestet. Das Ergebnis war gut: Reichweite war vorhanden, schließlich hatten bereits 400.000 Kunden die Merkur-App auf ihrem Smartphone installiert. Und auch, dass Bluetooth aktiviert sein muss, damit die Beacons funktionieren, war bei Merkur kein Problem. Denn die meisten Kunden haben Bluetooth standardmäßig aktiviert, sagt Daniela Zidek, weil sie Musik über Bluetooth-Kopfhörer hören oder ein Fitnessarmband nutzen, das über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden ist. Da Merkur per Bluetooth und App also seine Kunden erreicht, rollt Merkur derzeit Beacons II sukzessive in ganz Österreich aus. Dazu hat die Supermarktkette 3.860 Beacons in seinen 131 Märkten installiert. Das bedeutet, im Schnitt finden sich rund 30 Beacons in jedem Markt. Aufgrund der großen Masse installiert Merkur derzeit sukzessive die Beacons.

Das Loyality-Programm Friends of Merkur

Merkur ist Teil der Rewe International AG in Österreich, zu der auch Penny und Billa gehören. Es gibt 131 Merkur-Märkte in Österreich, sie zählen zusammen 1,3 Millionen Kunden pro Woche. Neun von zehn Kunden haben sich für das Friends of Merkur Programm, das Loyality-Programm von Merkur, angemeldet. Dieses Programm belohnt seine Kunden mit Rabatten: Wer zweimal im Monat bei Merkur einkauft, erhält zehn Prozent Rabatt beim nächsten Einkauf. Wer viermal im Monat bei Merkur einkauft, bekommt 15 Prozent. Der Trick: Merkur Loyality-Teilnehmer können ihre Rabatte über die Merkur-App verwalten.

Diese Funktionen bietet die Merkur-App. (Screenshot: Merkur Warenhandels AG)

Die Merkur-App wurde bereits 400.000 Mal heruntergeladen – Merkur kann also fast die Hälfte seiner Kunden per App ansprechen. Das Erfolgsgeheimnis: Die Merkur-App ist für Friends-Teilnehmer Kundenkarte, persönliches Gutschein-Heft und mobile Bezahlkarte in einem.

Merkur-App ermöglicht Bezahlen per Blue Code

Das Bezahlen an der Kasse können Merkur Kunden via App erledigen, wenn sie die Blue Code App heruntergeladen haben. Blue Code ist eine speziell für Smartphones entwickelte Bezahltechnologie. Dabei wird eine Zahlung über das Girokonto abgewickelt und das Geld in Echtzeit abgebucht. Sie funktioniert wie eine Sofortüberweisung und erfordert eine entsprechende Freischaltung durch Blue Code.

Zum Bezahlen müsst ihr an der Kasse die Blue Code App öffnen und euren PIN eingeben. Dann wird ein blauer Barcode auf dem Display eures Smartphones dargestellt. Diesen Barcode lasst ihr an der Kasse scannen, und schon habt ihr mit einem „Beep“ bezahlt.

Merkur-App speichert persönliche Gutscheine

Friends erhalten zudem persönliche Gutscheine, die auf ihr Kaufverhalten abgestimmt sind, direkt auf die App. Da die Käufe der Kunden bei der Bezahlung gescannt werden, weiß Merkur, für welchen Kunden welche Produkte relevant sind. Und so spielt Merkur auch tatsächlich für den Kunden relevante Gutscheine aus. Niemand erhält also Windel-Gutscheine, obwohl er keine kleinen Kinder hat. Die Gutscheine bieten dem Kunden dementsprechend einen tatsächlichen Mehrwert. Zudem setzt Merkur auch hier auf Beacon-Technologie: So erhalten Kunden in den Märkten direkt Gutscheine, wenn sie am Produkt stehen.

Hinzu kommt: Da der österreichische Lebensmittelhandel sehr preisgetrieben ist – die Kunden suchen immer nach Schnäppchen und Sparpreisen – wird die „Flugblatt-Funktion“ in der App stark genutzt: So sehen die Kunden auf dem Weg zum Supermarkt oder im Supermarkt selbst, welche Angebote es diese Woche gibt. Und nebenbei können Friends of Merkur auch exklusive Vergünstigungen für Kultur- und Freizeitschnäppchen einlösen.

Zudem gibt es eine Party App von Merkur. Über die Party App können Kunden, die eine Party planen, Vorbestellungen für alle Produkte, die sie für die Party benötigen, abgeben. Die Bestellung wird in einem nahegelegenen Supermarkt bereitgestellt. Der Kunde muss die Ware nur noch abholen und bezahlen.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Finde einen Job, den du liebst