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Digitale Transformation: Jedes zweite deutsche Unternehmen ohne Strategie

(Foto: Shutterstock)

300 Führungskräfte hat der IT-Dienstleister DXC-Technology befragen lassen. Die Ergebnisse zeigen: Digitale Risiken spielen bei der strategischen Planung vieler Verantwortlicher offenbar keine Rolle.

Wie weit sind deutsche Unternehmen mit der Umsetzung ihrer digitalen Agenda? Wer diese Frage beantworten will, fragt am besten direkt bei Verantwortlichen nach. Für die Studie „Digitale Agenda 2020“ hat der IT-Dienstleister DXC-Technology im Juli 2017 in Deutschland 300 Führungskräfte „mit Entscheidungsbefugnis bei der digitalen Transformation“ befragen lassen, wie es heißt.

Branchenschwerpunkte seien Industrie, Transport und Verkehr, Telekom und IT, Bauwesen, Groß- und Einzelhandel, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Finanzdienstleister gewesen.

„Überhaupt kein strategischer Plan“

Und dass es in diesen Bereichen hinsichtlich Unternehmenstransformation offenbar noch Luft nach oben gibt, zeigen die nun veröffentlichten Ergebnisse. Knapp jedes zweite Unternehmen habe bis heute „überhaupt keinen strategischen Plan aufgestellt“, um die digitale Transformation des eigenen Hauses zu steuern, lassen sich die Studienautoren zitieren.

Immerhin: Bei all jenen Firmen mit digitaler Agenda stünden Fragen der Sicherheit für jeden zweiten Manager als wichtigste Themen auf der Aktionsliste, und zwar, „um das eigene Haus vor digitalen Risiken zu schützen“, wie es heißt.

Befragt nach den Treibern, die in deutschen Unternehmen die strategische Planung für digitale Technologien konkret forcieren, zeige sich „ein differenziertes Bild“: So nehme in 48 Prozent der Firmen die Geschäftsführung die digitale Transformation in die Hand. 53 Prozent hingegen würden die IT-Verantwortlichen in führender Rolle sehen, und etwa jeder dritte Manager nenne Expertengruppen, besetzt mit Vertretern aller Disziplinen, als treibendes Gremium.

Vielleicht bezeichnend für den Stand der Dinge: Nur 27 Prozent der Befragten sollen berichtet haben, dass eine eigens eingesetzte Führungskraft wie etwa der Chief Digital Officer (CDO) die Strategie für den digitalen Wandel entscheidend voranbringe.

Thema IT-Sicherheit wird offenbar unterschätzt

Wenn in einem Unternehmen erst einmal eine digitale Agenda aufgestellt oder geplant sei, bewerte knapp jeder zweite Manager „Sicherheit“ als Top-Thema, sagt die Studie. Umgekehrt sei aber ungefähr jeder Zweite der Meinung, die Firma müsse entweder „vor digitalen Risiken nicht besonders geschützt werden“ (25 Prozent) oder diese Aufgabe sei im Rahmen der digitalen Agenda „nicht besonders wichtig“ (26 Prozent).

Dr. Martin Eldracher, bei DXC-Technology Head of Consulting in Nord- und Zentraleuropa, weist darauf hin, dass die Anzahl möglicher Einfallstore für Angriffe auf die digitale Infrastruktur ständig wachse. „Die Firmen in Deutschland sollten sich daher von Anfang an eine präventive Sicherheitsstrategie zur Pflicht machen, wenn sie mit digitalen Projekten starten. Das gibt ihnen genügend Zeit, eine sichere Umgebung schrittweise aufzubauen, die später auch mit komplexen Aufgaben eines digitalisierten Unternehmens fertig wird“, sagt er.

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