Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Listicle

Digitale Altersvorsorge: Diese Anbieter solltest du kennen

Das Berliner Startup Fairr versteht sich als digitale Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung. (Foto: Presse)

Ob Riestern, klassische Betriebsrente oder Vermögensaufbau: auch die Altersvorsorge lässt sich heute digital abwickeln. Welche Anbieter du kennen solltest – und was es zu beachten gibt.

Es soll ein Weckruf auch für Arbeitgeber sein: Im Juli hatte die schwarz-rote Bundesregierung überraschend das Betriebsrentenstärkungsgesetz verabschiedet. Damit soll in den kommenden Jahren Angebot und Nachfrage bei der zweiten Säule der Altersvorsorge – der Betriebsrente – unter Geringverdienern verbessert werden. Bislang stammten nämlich nur acht Prozent der jetzigen Altersbezüge deutscher Ruheständler aus dieser Form der Vorsorgeleistung. Ein erschreckend niedriger Wert.

Diese und andere Umwälzungen in der Versicherungsbranche haben in den vergangenen Jahren auch Startups auf den Plan gerufen. Sie ermöglichen die Abwicklung von Altersvorsorge-Leistungen inzwischen digital und weitgehend automatisiert und richten sich bewusst an eine junge Zielgruppe.

Penseo will Betriebsrente digitalisieren

Einer dieser Anbieter ist Penseo*. Das Hamburger Startup versteht sich als „Komplettlösung für eine schnell einzurichtende und einfach zu verwaltende betriebliche Altersversorgung.“ Über die Online-Plattform können Arbeitgeber und Beschäftigte das entsprechende Vertragswerk aufsetzen – in Teilen sogar automatisiert, wie es auf der Website heißt. Arbeitnehmer sollen beispielsweise durch Chatbots an das bürokratische Vorsorgemodell herangeführt werden.

Bei Penseo lässt sich die voraussichtliche Betriebsrente jederzeit einsehen. (Screenshot: Penseo)

Das Unternehmen finanziert sich nach eigenen Angaben nicht aus Provisionen, sondern aus einer Gebühr auf Basis des monatlich abgerechneten Sparbeitrags, die allein vom Arbeitgeber getragen wird.  Diese beträgt rund 2,75 Prozent. Die Nutzung der Plattform soll für Beschäftigte nichts kosten. „Die Einlagensicherung erfolgt bei uns über die Versicherungskonzerne sowie als Notfall-Instrument den Pensions-Sicherungs-Verein, deren Versicherungsprodukte wir über unsere Plattform anbieten”, sagt Penseo-Mitgründer und Geschäftsführer Sebastian Gauck.

Aktuell lassen sich über das Startup provisionsfreie Tarife bei der R+V-Tochter Condor und Neues Leben abschließen. Auch die Verwaltung bestehender Betriebsrentenverträge ist möglich. Gespräche mit weiteren Versicherern liefen bereits. Zur Güte der Konditionen wollten sich bislang weder die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg noch in Nordrhein-Westfalen äußern.

Besser Riestern mit Fairr.de?

Deutlich populärer als die Betriebsrente ist dagegen das Riestern als staatlich geförderte Altersvorsorge. Die Riester-Rente ist jedoch nicht unumstritten. Besonders die teils undurchsichtigen Vertragsbedingungen sowie Gebühren, welche die staatlichen Zulagen übersteigen, sorgten schon des Öfteren für Kritik.

Seit einigen Jahren verspricht fairr.de eine Lösung: Das Berliner Startup ermöglicht den Abschluss eines Riester-Vertrags ausschließlich über das Internet. Auch eine Rürup-Rente für Selbstständige wird angeboten. Da Beratungspersonal und Provisionen entfallen, seien die Konditionen im Vergleich zu anderen Verträgen günstig. Konkret bietet Fairr.de Fondssparpläne an, bei dem Kunden von günstigen und renditestarken ETFs und Steuervorteilen profitieren sollen. Fairr.de agiert dabei nicht als Bank, sondern lediglich als Vermittler. Das Geld wird über die Vermögensverwaltung der Partnerbank Sutor Bank angelegt.

Fairr will das Riestern digitalisieren. (Screenshot: t3n.de)

Geld verdient Fairr.de über jährliche Kontoführungsgebühren, die je nach Höhe des Depotstandes variieren. Vor zwei Jahren sah sich das Startup allerdings mit Vorwürfen eines Riester-Experten konfrontiert, wonach bewusst Kosten bei den Angeboten verschleiert würden. Fairr.de wies die Vorwürfe zurück.

Mypension als Alternative zum Pensionsfonds

Erwähnenswert als digitalisierte Alternative zu Pensionsfonds ist auch Mypension. „Die Schwächen der herkömmlichen Altersvorsorge-Produkte sind doch offensichtlich“, sagt Gründer Rogier Minderhout in der FNP. „Die Produkte sind intransparent, überteuert, und das Geld wird auch noch falsch angelegt.“ Das will er mit seinem Startup ändern. Nutzer können auf der Website von Mypension zunächst ihre persönliche Rentenlücke ausrechnen, also bestimmen, wie viel Geld ihnen im Alter fehlt. Dann lassen sich monatliche Geldbeträge festlegen, die abschließend bis zum Renteneintritt in einen ETF-Sparplan mit Versicherungsschutz eingezahlt werden.

Mypension setzt auf die Altersvorsorge mit Index-Fonds. (Screenshot: t3n.de)

So kooperiert Mypension mit dem Göttinger Versicherer Mylife, der mit Netto-Tarifen bekannt geworden ist. Er verfügt über eine Banklizenz und bewahrt die Guthaben der Mypension-Kunden von der Anspar- bis zur Rentenphase aus. Sollte das Startup also pleite gehen, sind die Einlagen abgesichert. Geld verdient Mypension unter anderem über eine eine jährliche Kontoführungsgebühr in Höhe von 36 Euro. Darüber hinaus werden jährlich 0,69 Prozent des eingezahlten Vermögens fällig. Moderate Konditionen, wie dieser Finanzexperte auf seinem Blog ausgerechnet hat.

Was Verbraucher noch wissen müssen

Zunächst einmal profitieren Verbraucher von digitalen Angeboten bei der Altersvorsorge. Der lästige Gang in die Filiale einer Bank oder Versicherung entfällt, die augenscheinlich fehlende Beratung wollen die Anbieter durch transparente und einfach zu verstehende Vertragsmodalitäten wett machen. Darüber hinaus können online-affine Verbraucher ihre Ersparnisse dauerhaft und ohne Umwege abrufen.

Wie lukrativ die Renditen der Online-Plattformen im Vergleich zu herkömmlichen Altersvorsorge-Produkten sind, sollten Verbraucher jedoch genau ausrechnen. Beispiel: Trotz der vermeintlichen Stärkung der Betriebsrenten hat das Vorsorgemodell auch Nachteile. Denn wer Entgeltumwandlung macht, zahlt neben geringeren Steuern auch weniger in die gesetzliche Rente ein. Zudem müssen in der späteren Auszahlungsphase weiter gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag gezahlt werden. Dadurch verringert sich der ausgezahlte Betrag. Zudem müssen Betriebsrenten versteuert werden. Wurden sozialversicherungsfrei Gehaltsanteile für die Betriebsrente umgewandelt, fällt die gesetzliche Rente dann entsprechend geringer aus.

*Disclosure: Der Verlag hinter t3n, die yeebase Media GmbH, ist über eine Tochtergesellschaft (bootbird Ventures) an Penseo beteiligt.

Zum Weiterlesen:

 

 

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Eine Reaktion
Andre

Problem bei all diesen Anbietern...ich bin mir zu 100% sicher das niemand davon noch existiert, wenn meine Rente ansteht :-)

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Finde einen Job, den du liebst