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Facebook-Moderatoren in Manila: Acht Stunden Gewalt, Pornos und Perversion täglich

Wer sorgt dafür, dass Gewaltvideos und Pornobilder von Facebook und anderen Plattformen verschwinden? Oft sogenannte „Commercial-Content-Moderatoren“ – die digitale Müllabfuhr arbeitet etwa von Manila aus. Doch die Billigzensoren leiden.

Content-Manager in Manila arbeiten als digitale Müllabfuhr

Gewalt, Pornos und Perversion – auf Facebook und in anderen sozialen Netzwerken sieht der normale Nutzer davon meist nichts. Algorithmen können aber oft nicht unterscheiden, welche Bilder oder Videos gerade noch tolerierbar sind und welche nicht. Das übernehmen Menschen. Acht Stunden täglich müssen sogenannte Content-Manager, die oft von den Philippinen aus arbeiten, sich durch teils verstörende Inhalte kämpfen, wie der Theaterregisseur Moritz Riesewieck aufgedeckt hat. Die jungen Arbeiter in Manila leiden.

Wie im echten Leben: Die digitale Müllabfuhr sorgt für saubere soziale Netzwerke. (Foto: Denis Bocquet / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Oft erkranken die Content-Manager an Paranoia, Depressionen oder Impotenz, wie Riesewieck im Rahmen einer szenischen Lesung bei der Heinrich-Böll-Stiftung erzählt hat. Mittlerweile soll es sich eingebürgert haben, die Mitarbeiter nach zwei Jahren zu entlassen, um möglichen Zusammenbrüchen vorzubeugen. In der kommenden Woche wird Riesewieck die Ergebnisse seiner Recherchen auch auf der re:publica vorstellen.

An Informationen über die Arbeitsbedingungen auf den Philippinen zu gelangen, gestaltete sich übrigens schwierig. Die Mitarbeiter der externen Dienstleister wie TaskUs haben Schweigeverpflichtungen unterschrieben, nicht einmal ihren Partnern dürfen sie davon erzählen, was sie bei ihrer Arbeit an oft abartigen Dingen sehen. Ihnen drohen Strafen.

Die Philippinen gelten als optimaler Standort für die Content-Moderation für US-amerikanische Konzerne, da dort neben geringen Lohnkosten gute englische Sprachkenntnisse sowie Katholizismus und hohe Arbeitsmoral vorhanden seien, meint Riesewieck. Dadurch können die großen Konzerne aus dem Digitalsektor sich auf das Einhalten westlicher Standards verlassen, was die Zensur von Beiträgen angeht.

Digitale Müllabfuhr: Entscheidungen in Sekundenschnelle

Wonach die jungen philippinischen Arbeiterinnen und Arbeiter entscheiden, welche Fotos oder Videos von den Plattformen gelöscht werden, soll übrigens ebenso im Unklaren bleiben wie die Arbeitsbedingungen. Laut einer Anleitung, die im Jahr 2012 ins Netz gelangt ist, sind „zertrümmerte Köpfe okay [...], solange kein Gehirn zu sehen ist“. Die schwierigen Entscheidungen, etwa ob harmlose Bilder zum Mobbing verwendet werden, oder ob Ironie im Spiel ist, sollen die externen Dienstleister in Sekundenschnelle treffen.

via derstandard.at

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3 Reaktionen
Dom

Kann ich mir gut vorstellen. Bin auf Facebook nicht mehr aktiv, allerdings hört man doch die ein oder andere Story.
(Leider) habe ich auch schon ähnliche Videos gesehen und sich solche Videos acht Stunden am Tag angucken hört sich eher nach Folter an.

Dot2010

Wer jetzt immer noch glaub Sozialnetzwerke haben noch was mit Sozialwohl gemein der ist noch dämlicher als ich es je überhaupt für möglich erachtet habe.

Jonas

Naja, es ist doch wie im echten Leben: Unter den Sozialen tummelt sich viel Asoziales.

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