Kolumne

Digitale Transformation: Wie der deutsche Mittelstand versucht aufzuholen

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Mehr machen, nicht nur reden

Ein Erfolgsfaktor für den Mittelstand im Zuge der Digitalisierung ist es, dass die Führungsebene der Unternehmen keine Angst davor hat, finanzielle Risiken einzugehen, um neue Geschäftsfelder auszutesten und zu erschließen. Dies ist natürlich einfacher gesagt als getan. Wir haben alle instinktiv Angst vor Veränderungen und wollen die Dinge beschützen, die wir uns hart erarbeitet haben. Im Zuge der digitalen Entwicklung ist es allerdings unumgänglich, dass die Unternehmensvertreter und Entscheider aus ihrer Komfortzone herauskommen und offen gegenüber neuen Ideen und Herausforderungen sind.

Es ist essenziell, dass die Unternehmen endlich weitreichende interne IT-Kompetenz auf Führungs- und Mitarbeiterebene aufbauen, auch wenn IT-Themen nicht zu ihrem Kerngeschäft gehören. Diese Kompetenz haben sie bitter nötig, um den Herausforderungen unserer Zeit und der Zukunft sinnvoll entgegen zu treten. Hinzu kommt das Finden und Halten von geeigneten Fachkräften, die das Geschäft voranbringen können. Dabei gilt es nicht nur, attraktive Gehaltspakete zu schnüren, sondern auch eine Unternehmenskultur und -umgebung zu schaffen, in der sich die Mitarbeiter wohlfühlen und gerne bleiben.

6 Fragen, die sich jedes Unternehmen in der Digitalisierung stellen sollte

Nutze ich effiziente Software?

1. Haben meine Mitarbeiter mobil Zugriff auf wichtigste Unternehmensdaten wie CRM, ERP und Business-Intelligence?

2. Gibt es ein Software-Tool wie Slack, mit dem die interne Kommunikation effizienter werden kann?

3. Für welche Dinge wird im Unternehmen Microsoft Excel eingesetzt? Gibt es eine bessere Software?

4. Gibt es On-Premise-Lösungen, die in eine Public Cloud ziehen könnten?

(Foto: © Rawpixel.com Adobe Stock)

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Abschließend ist es wichtig, dass nicht nur die mittelständischen Unternehmensvertreter Lobbyarbeit bei politischen Entscheidern betreiben, für mehr Unterstützung von Unternehmern und Gründern werben, sich aber auch dafür einsetzen, dass Deutschland auf dem globalen Internet-Geschwindigkeitsindex nicht abgeschlagen auf Plätzen jenseits des gesunden Menschenverstands liegt, sowohl im Mobile- als auch Breitband-Vergleich.

Mittlerweile gibt es einige deutsche Mittelständler, die sich in unbekanntes Terrain hervor wagen und bereit sind, Risiko mit ihrem laufenden Geschäft einzugehen, um nach neuen, in der Zukunft wegweisenden Technologien oder Geschäftsbereichen zu suchen.

Nehmen wir zum Beispiel Werkzeug Weber in Aschaffenburg. Das Familienunternehmen in dritter Generation bewegt sich mit seinem Onlineshop und der jederzeit zugänglichen Werkzeug-Mietbox weg vom klassischen Ladengeschäft hin zum Fullservice-Anbieter, von dem Kunden zeitlich und örtlich unabhängig sind. Ein großes Plus für alle Berufstätigen, die nur mit Hindernissen zu normalen Ladenöffnungszeiten einkaufen können. Zudem arbeitet das Unternehmen seit Jahren daran, attraktiver für Mitarbeiter zu werden und die eigenen Werte im Alltagsgeschäft zu etablieren.

Es wird noch Jahre wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis die Mehrheit der Unternehmen herausgefunden hat, welcher für sie der richtige Weg in der Digitalisierung ist. Nur zurückschrecken und die Digitalisierung ignorieren sollten sie auf keinen Fall, denn so sehr deutsche Mittelstandsvertreter besorgt sind, dass ihnen ausländische Wettbewerber den Rang und die Weltmarktführerschaft ablaufen, so sehr öffnen sie mit ihrer Risikoaversion doch genau die nötigen Hintertüren dafür.

Mehr zum Thema Digitalisierung: Was bedeutet digitale Transformation eigentlich konkret?

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2 Kommentare
Ricardo Thiele

Toller Artikel. Richtig finde ich, dass die Digitalisierung auch intern stattfinden muss. Denn externe Prozesse zu digitalisieren funktioniert nur dann, wenn diese vorher auch im Unternehmen umgesetzt und somit Teil der Unternehmenskultur sind.

Antworten
Kathleen Fritzsche

Danke Ricardo! Ja, der Meinung bin ich auch.

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