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Digitale Weiterbildung: Nur 22 Prozent der Unternehmen hat ein festes Budget

Digitale Weiterbildung ist vielen Firmen zu teuer. (Foto: Shutterstock-GaudiLab)

Etwa 75 Prozent der deutschen Unternehmen haben kein festes Budget für die digitale Weiterbildung der Mitarbeiter. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit – so sagt es der Volksmund. Lebenslanges Lernen hat gerade in Zeiten der fortwährenden Digitalisierung einen hohen Stellenwert. Sie bringt viel Weiterbildungsbedarf mit sich. Mit der Evolution der digitalen Welt erweitern sich auch die Verhaltensregeln und notwendigen Kompetenzen darin. Dennoch sind nur wenige Unternehmen bereit, aktiv in die digitale Fortbildung der Mitarbeiter zu investieren. Das hat eine gemeinsame Untersuchung des Digitalverbands Bitkom und des TÜV-Verbands ergeben, für die 504 Unternehmen ab zehn Mitarbeitern befragt wurden.

Digitale Weiterbildung ist vielen Firmen zu teuer

Ein festes Budget für Weiterbildungen in die Digitalkompetenzen der Mitarbeiter haben demnach lediglich 22 Prozent der befragten Unternehmen. Mit 75 Prozent verfügt eine absolute Mehrheit hingegen über kein festes Budget, um entsprechende Fortbildungen ihrer Mitarbeiter zu finanzieren. „Es gibt einen breiten Konsens darin, dass lebenslanges Lernen im Beruf immer wichtiger wird – und dennoch scheitert es oft am Budget für entsprechende Weiterbildungen“, sagt Bitkom-Bildungsexpertin Juliane Petrich. Dabei gäbe es Nachholbedarf genug – sowohl in der technischen Handhabe als auch hinsichtlich von Verhaltensregeln.

„Es gibt einen breiten Konsens darin, dass lebenslanges Lernen im Beruf immer wichtiger wird.“

„Das können Kurse zur richtigen Bedienung von Standard-Office-Software sein, aber auch Fortbildungen zu technischen Grundlagen wie Programmiersprachen und rechtlichen Grundlagen im Internet wie Urheberrecht oder Datenschutz“, erklärt Petrich weiter. Befragt nach möglichen Hürden im Zusammenhang mit Weiterbildungen, sei der fehlende finanzielle Spielrahmen in den Unternehmen einer der am häufigsten genannten Gründe gewesen. So sagen 42 Prozent der befragten Unternehmen, dass sie sich Weiterbildungen nicht leisten können oder es nicht ausreichend Budget geben würde.

Noch häufiger genannt wird als Hemmnis Zeitmangel: 52 Prozent der Unternehmen gaben an, dass es keine Zeit für entsprechende Freistellungen gibt. Bezogen auf die Weiterbildung von Mitarbeitern zur Erlangung und Vertiefung von digitalen Kompetenzen sagen 27 Prozent der Unternehmen, sie könnten die Qualität der Angebote schlecht beurteilen. 26 Prozent sind die Angebote nicht ausreichend auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt. Ebenso viele haben keine Kapazitäten für die Freistellung der Mitarbeiter in der Zeit der Weiterbildung. 24 Prozent sind Seminarangebote zu teuer.

Top-10 der deutschen Gründer-Unis
Platz zehn: WHU Otto Beisheim School of Management. Laut Startup-Monitor 2018 haben 1,3 Prozent der 3.700 befragten Gründer ihren Abschluss dort gemacht. (Foto: dpa)

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Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: Merete Beckmann kümmert sich bei Google um die Fortbildung der Mitarbeiter. Sie erzählt, welche Fähigkeiten zukünftig wichtig sind und wie Unternehmen die Team-Mitglieder unterstützen können. Lies auch: „Jeder hat ein Recht auf Fortbildung, egal, in welcher Rolle“ – Merete Beckmann von Google

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2 Kommentare
Jacob

Das ist ein interessantes Thema. Wir versuchen gerade als junges Startup herauszuarbeiten, wie einige der genannten Probleme umgangen werden können. Vielleicht durch eine gute Einteilung der Lerninhalte und eine Einbindung in der Workflow. Wir diskutieren das Thema der betrieblichen Bildung gerne mit allen, die es genauso für ein wichtiges Thema halten wie wir.

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Sandro

Auf jeden fall ein wichtiges Thema. Ich bin fest davon überzeugt das sich Weiterbildungen für alle Unternehmen über kurz oder lang lohnen.

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