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Digitale Gesellschaft

Digitales Vergessen: HiddenFromGoogle.com archiviert gelöschte Artikel aus der Google-Suche

Archiv zum Digitalen Vergessen. (Screenshot: HiddenFromGoogle.com)

Google beginnt Links aus seinen Ergebnislisten aufgrund eines EuGH-Urteils zum Digitalen Vergessen zu löschen. Das Archiv HiddenFromGoogle.com zeigt euch, welche Verlinkungen verschwunden sind.

Die Debatte um das sogenannte „Digitale Vergessen“ hat in den letzten Monaten große Wellen geschlagen. In einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes zu personenbezogenen Daten und Suchmaschinen hat das Organ den Bürgern in der EU das Recht gegeben, den IT-Konzern unter bestimmten Umständen zur Löschung von Webseiten-Verlinkungen mit sensiblen persönlichen Daten aufzufordern.

Als erstes deutsches Medium hat es Spiegel Online getroffen. Der Beitrag „Wie tausend Metastasen“, der sich mit den Aktivitäten der Scientology-Sekte beschäftigt ist auf einen Antrag hin aus den Suchergebnissen verschwunden. Aktuell hat auch die taz mit dem Urteil zu kämpfen. Der Beitrag „Alte braune Herren“, der von den Verquickungen von NPD, Burschenschaften und der rechtsextremen Szene in Hamburg und Sachsen handelt, soll ebenfalls gelöscht worden sein.

HiddenFromGoogle.com archiviert unter anderem Links zu Spiegel Online, BBC und Guardian

Google hat aufgrund des EuGH-Urteils ein Formular ins Netz gestellt, mit dem Nutzer die Entfernung der Links veranlassen können. Bereits in den ersten Tagen sind laut dem Suchmaschienen-Anbieter europaweit mehr als 70.000 Anträge eingegangen, die insgesamt rund 267.000 einzelne Seiten betreffen. Aktuell können Interessierte auf hiddenfromgoogle.com nachlesen, welche Beiträge dem Urteil bisher zum Opfer gefallen sind.

Digitales Vergessen:  Archiv aller gelöschten Artikel aus der Google-Suche. (Screenshot: HiddenFromGoogle.com)
Digitales Vergessen: Archiv aller gelöschten Artikel aus der Google-Suche. (Screenshot: HiddenFromGoogle.com)

Recht auf „Digitales Vergessen“ braucht klare Regelungen

Die Debatte um das „Digitale Vergessen“ ist deshalb so kontrovers, weil es durchaus nachvollziehbar ist, dass Menschen persönliche Inhalte im Netz, mit denen sie nicht mehr in Verbindung gebracht werden möchten, irgendwann verjährt sehen wollen. Der Oxford-Professor Viktor Mayer-Schönberger hat auf der diesjährigen re:publica-Konferenz dazu sein persönliches Szenario gezeichnet und vor allem darauf hingewiesen, dass die ständige Auffindbarkeit von Informationen über Menschen zu einer Vorverurteilung führen kann. Auf der anderen Seite sind es aktuell vor allem zwielichtige Organisationen und Personen, die das Formular zur Imagepflege missbrauchen.

Unter welchen Kriterien Google der Löschung zustimmt, ist nicht bis ins Detail klar. Es fehlen vor allem klare Regelungen, die einen Missbrauch verhindern.

via netzpolitik.org

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