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Trotz Digitalisierung: Neue Geschäftsmodelle bleiben Herausforderung

(Foto: dpa)

Dass mit der Digitalisierung nicht unbedingt auch neue Geschäftsmodelle einhergehen müssen, legt eine Studie nahe, für die deutsche Unternehmenslenker befragt wurden. Und eben hier liegt das Problem.

Mehr als 200 Manager deutschsprachiger Unternehmen hat die Unternehmensberatung Horváth & Partners befragt, die Mehrheit dieser Entscheider erhoffe sich für die kommenden Jahre „relevante Umsatzsteigerungen durch die fortschreitende Digitalisierung“, wie die Studie „Digital Value 2018 – der Beitrag der Digitalisierung zur Wertschöpfung“ nahelegt.

Bisher, heißt es allerdings, spüre nur die Hälfte der Unternehmen „erste Umsatzsteigerungen durch die Digitalisierung“, in einzelnen Bereichen würden Effizienzvorteile überwiegen. Den Unternehmen falle es derzeit noch schwer, komplett neue Geschäftsmodelle auf Basis der digitalen Möglichkeiten zu erfinden und sich somit neue Kunden und Märkte zu erschließen.

Damit sich die hohen Umsatzerwartungen erfüllen, so die Einschätzung der Studienautoren, müssten die Firmen „einen Kulturwandel vollziehen und agiler werden“.

Der Beitrag der Digitalisierung zur Wertschöpfung (Grafik: Horváth & Partners)
Der Beitrag der Digitalisierung zur Wertschöpfung. (Grafik: Horváth & Partners)

Steigerung der Produktivität

Insgesamt zahle sich die Digitalisierung für die Unternehmen auf der Umsatzseite „nur langsam aus“: Erst 52 Prozent der Firmen im deutschsprachigen Raum könnten erste Umsatzsteigerungen auf die Digitalisierung zurückführen, heißt es, und zwar unabhängig von der Höhe.

Jedoch hätten nahezu alle Unternehmen durch digitale Maßnahmen ihre Produktivität steigern beziehungsweise Kosten senken können. Am häufigsten sei dieses typisch betriebswirtschaftliche Ziel branchenübergreifend im Bereich IT gelungen, gefolgt von Logistik/Supply-Chain, Produktion sowie Vertrieb.

Jedes zweite Unternehmen habe durch digitale Maßnahmen außerdem seine Produkt- und Servicequalität verbessern können, sagt die Studie. Der größte Vorteil werde darin gesehen, Kundenbedürfnisse besser kennen und erfüllen zu können. Dahinter erst würden Zeitvorteile rangieren, nämlich schnellere Lieferzeiten und schnellere Fertigungszeiten. Die Digitalisierung leiste damit bereits einen großen Beitrag zur Unternehmenswertschöpfung. Dessen seien sich neun von zehn Entscheidern auch bewusst.

Produktportfolio ohne große Änderungen

„Erstaunlich wenig Einfluss“, wie es heißt, habe die Digitalisierung bisher auf das Produktportfolio der Unternehmen gehabt, schreiben die Autoren. Lediglich 37 Prozent hätten angegeben, dass sie heute andere Produkte vertreiben als noch vor dem digitalen Wandel.

Neue Zielmärkte, ein neues Erlösmodell oder weitere Kundensegmente hätten sich ebenfalls für weniger als die Hälfte der Unternehmen durch den digitalen Wandel aufgetan. Diese Ergebnisse würden den Schluss nahelegen, dass bisherige Umsatzsteigerungen durch die Digitalisierung noch „in bescheidenem Ausmaß“ ausfallen.

Kultureller Wandel als größte Herausforderung

Wenn die Unternehmen ihre Hoffnungen auf relevante Umsatzsteigerungen wahrmachen wollen, müssten sie sich von den Regeln bestehender Geschäftsmodelle „gedanklich lösen und völlig neu denken“, rät Rainer Zierhofer, Partner bei Horváth & Partners und Leiter des Beratungsbereichs „IT-Management und Transformation“.

Dafür sind dem Experten zufolge viele Unternehmen in ihren Strukturen noch nicht flexibel genug, was auch die Studie zeigt. In jedem dritten Betrieb gebe es zudem Verantwortlichkeitsprobleme. „Wenn die Führungsriege den weiteren Weg in die Digitalisierung klar vorgibt und Veränderung als Chance vermittelt, werden die Unternehmen einen großen Schritt vorankommen“, sagt Zierhofer.

Befragt: Unternehmen ab 500 Mitarbeitern

Für die Studie „Digital Value 2018 – der Beitrag der Digitalisierung zur Wertschöpfung“ sind im Auftrag von Horváth & Partners rund 210 Entscheider auf C-Level, C-1 sowie Digitalisierungsentscheider befragt worden.

Das Marktforschungsinstitut Krämer hat im August 2017 Telefoninterviews mit den Entscheidern durchgeführt. Die Teilnehmer der Studie stammen aus Unternehmen ab 500 Mitarbeitern und mit einem Jahresumsatz ab 250 Millionen Euro. Es handelt sich um Unternehmen der Branchen Automotive, Chemicals, Consumer Goods, Financial Industries, Industrial Goods & High Tech, Oil, Pharmaceuticals, Retail, Telecom, Transportation, Travel und Logistics.

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