News

Digitalisierung: Die Strategien sind da, die Investitionen fehlen

Immer mehr Unternehmen entwickeln eine Digitalstrategie. (Foto: everything possible/Shutterstock)

Nur jedes vierte Unternehmen investiert in digitale Geschäftsmodelle. Die Wirtschaft sollte sich aber nicht auf der Hochkonjunktur ausruhen, warnt der Branchenverband Bitkom.

Die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft geht zu langsam voran. Das schließt der Branchenverband Bitkom aus einer repräsentativen Umfrage. Vor allem mittelständische Unternehmen hätten aktuell prall gefüllte Auftragsbücher, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg laut Pressemitteilung. „Das Geschäft von Morgen ist aber ausschließlich digital. Dieses Geschäft von Morgen muss gerade jetzt, in der wirtschaftlichen Hochkonjunktur, vorbereitet werden.“

Gut drei von vier Unternehmen haben inzwischen eine Digitalstrategie entwickelt – das sind mehr als noch im letzten Jahr. Oft bleibt es nicht bei einer Strategie: Fast die Hälfte der Unternehmen reagieren auf die Digitalisierung mit neuen Produkten und Dienstleistungen – etwas seltener kommt es vor, dass Unternehmen wegen der Digitalisierung Produkte vom Markt nehmen. Zu Investitionen in digitale Geschäftsmodelle führt eine Digitalstrategie aber seltener.

Manager: Zeit und Geld für Digitalisierung fehlen

Nur knapp jedes vierte Unternehmen will in diesem Jahr in digitale Geschäftsmodelle investieren. Berg zufolge wäre mehr Geld nötig: „Digitalisierung gibt es nicht zum Nulltarif.“ Manager begründen die fehlenden Investitionen mit zu wenig Zeit und zu wenig Geld. Berg hat dazu eine klare Meinung: „Niemand, der Verantwortung für ein Unternehmen trägt, darf ernsthaft sagen: Wir haben kein Geld und keine Zeit für die Zukunft.“

Die Bitkom-Umfrage zeigt: Je kleiner das Unternehmen, desto seltener wird in digitale Geschäftsmodelle investiert. (Grafik: Bitkom)

Bei mittelständischen Unternehmen sind Investitionen in digitale Geschäftsmodelle noch seltener. Und: Je kleiner das Unternehmen, desto schlechter fühlt es sich selbst aufgestellt. „Wir müssen die Anstrengungen zur Digitalisierung des deutschen Mittelstands unbedingt verstärken“, fordert Berg.

Immerhin sehen neun von zehn Unternehmen die Digitalisierung als Chance – in der Industrie sogar fast alle Unternehmen. Sie haben dabei selbst das Gefühl, dass sie noch nicht gut genug aufgestellt sind: Mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht sich als digitale Nachzügler. Eine Digitalstrategie, verbunden mit Zeit und Geld, sei nötig, um das zu ändern, so Berg. Die Cebit, die kommende Woche in Hannover stattfindet, sei der richtige Ort, um sich dafür inspirieren zu lassen.

Ebenfalls interessant:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.