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Digitalwährung Libra ist gescheitert, sagt der Schweizer Finanzminister

Libra muss neu konzipiert werden. (Foto: Shutterstock)

Der scheidende Bundespräsident und zugleich Finanzminister der Schweiz, Ueli Maurer, hat in einem Interview mit dem Sender SRF das Kryptowährungsprojekt der Libra Association für gescheitert erklärt.

Nach seinem inzwischen zweiten Jahr als Bundespräsident ist es für Ueli Maurer, der zugleich Finanzminister ist, an der Zeit, den Stab weiterzureichen. In einem Fernsehinterview mit dem Sender SRF zog Maurer daher Bilanz seiner Amtszeit und äußerte sich zu vielen Themen, unter anderem auch zu Facebooks Kryptowährung.

„Libra in seiner jetzigen Form ist gescheitert.“

Maurer ist in diesem Zusammenhang kein unbedeutender Akteur, denn die Libra Association hat ihren Sitz in Genf und will ihre Digitalwährung nach den Regeln der Schweizer Finanzaufsicht Finma anerkennen lassen. Dieser Anerkennung erteilte Maurer im Interview eine recht deutliche Absage.

Auf die Frage, ob Libra, so wie die Währung aktuell konzipiert sei, überhaupt eine Chance habe, sagte Maurer:

„Ich glaube nicht, weil der Währungskorb, der dieser Währung hinterlegt wird, so durch die Nationalbanken nicht akzeptiert wird. Damit ist das Projekt in dieser Form eigentlich gescheitert.“

Die Libra Association hat bislang nicht zu Maurers Aussage Stellung bezogen. Schon in der Vergangenheit hatte indes Facebooks David Marcus, einer der Köpfe hinter Libra, eingeräumt, dass sich das Projekt aufgrund regulatorischer Hürden auch über den zunächst angepeilten Juni 2020 hinaus verzögern könnte.

Währungskorb laut Libra noch unklar

Maurer begründet das Scheitern des Projekts mit dem der Währung unterliegenden Währungskorb. Anders als reine Kryptowährungen, die extrem volatil sind, soll mit Libra eine stabile Digitalwährung geschaffen werden, weshalb jeder Libra-Coin mit realen Assets gedeckt sein soll.

Diese Deckung soll über Bargeld und Staatsanleihen von 5 Währungen erfolgen. Dabei soll jeder Libra-Coin aus 50 Prozent US-Dollar, 18 Prozent Euro, 14 Prozent japanischem Yen, 11 Prozent britischem Pfund und 7 Prozent Singapur-Dollar bestehen. Das zumindest hatte Facebook auf eine Anfrage von Fabio de Masi, dem finanzpolitischen Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, geantwortet.

Bertrand Perez, Vorsitzender der Libra Association, hat dem zwischenzeitlich widersprochen und behauptet, der konkrete Währungskorb sei noch nicht entschieden.

Passend dazu: EU-Staaten wollen Digitalwährungen wie Libra erstmal nicht zulassen 

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4 Kommentare
Luca W.
Luca W.

Der Bundespräsident hat in der Schweiz nur ein Jahr Amtszeit.

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Dieter Petereit

Das war in der Tat missverständlich formuliert. Danke für den Hinweis. Ich habe es jetzt deutlicher gemacht. Es war Maurers zweites Jahr, aber nicht am Stück.

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Christoph
Christoph

Wieso Genehmigung? Schlimm genug dass das organisierte Staatsverbrechen jeden Bereich unseres Lebens kontrolliert und man überhaupt nichts mehr ohne ihr Wissen und ihre Erlaubnis manchen kann. Noch schlimmer dass sich keine wehrt. Die Kontrolle der Währung ist dabei ganz wesentlich. Die Verbrecher haben Angstm, ihre Macht über uns zu verlieren. Genau dabei helfen uns Kryptowährungen. Freiheit vom Staat. Nicht grade von Facebook natürlich aber Monero ist perfekt. Anders als Bitcoin ist Monero anonymisiert und kein Staat hat seine Finger drin oder kann Monero verfolgen, wenn man über Tor geht.

Monero benutzen, Freiheit von dummen, staatlichen Vorschriften erlangen und Libra braucht dann wirklich keiner.

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Titus von Unhold
Titus von Unhold

Naivling.

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