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Diskriminierung bei der Bewerbung: Mann kassiert 312.000 Euro

Diskriminierung bei der Bewerbung: Österreicher klagt und bekommt Recht. (Foto: Shutterstock-everything possible)

Ein Österreicher hat geklagt, weil er gegenüber einer Frau im Bewerbungsprozess diskriminiert wurde. Jetzt erhält er eine Entschädigung über 312.000 Euro.

Dass Diskriminierungen der Geschlechter in der Berufswelt heutzutage nicht mehr ohne weiteres gebilligt werden, lässt sich an verschiedenen gesellschaftlichen Veränderungen erkennen: So gibt es Gleichstellungsbeauftragte in größeren Unternehmen oder auch ein neues Entgelttransparenzgesetz, das verhindern soll, dass ungleiche Bezahlungen unter Männern und Frauen unbemerkt bleibt. Oftmals zielen solche Werkzeuge vor allem darauf ab, die Interessen von Frauen zu schützen, die im Laufe der letzten Jahre für mehr Rechte gekämpft haben. In Österreich hat sich jetzt jedoch ein Mann rechtlich Gehör verschafft.

Diskriminierung bei der Bewerbung: Österreicher klagt und bekommt Recht

Peter Franzmayr hatte sich im um einen Spitzenjob im österreichischen Verkehrsministerium beworben. Neben dem promovierten Juristen bewarben sich noch weitere Jobsuchende, von denen es zwei Bewerber zusammen mit Franzmayr bis in die Endrunde schafften. Eine interne Kommission hielt jedoch alle drei für „im höchsten Ausmaß geeignet“, wie die österreichischen Zeitungen Krone und Standard berichten. Eigentlich hätte jedoch Franzmayr den Job bekommen müssen, da er im Bewerbungsprozess mit 0,25 Prozentpunkten besser bewertet wurde als die zweitplatzierte Kandidatin. Dennoch entschied sich die damalige SPÖ-Verkehrsministerin Doris Bures für die Frau.

„Die Vorgehensweise ist sachlich nicht nachvollziehbar!“

Jetzt, etwa sieben Jahre später, hat ein österreichisches Gericht dem Kläger eine Entschädigung in Höhe von 312.000 Euro zugesprochen, weil er damals bei der Bewerbung übergangen wurde. Laut dem Gericht sei ihm so viel Geld durch die Diskriminierung entgangen. Hinzu kommt eine Entschädigung von fast 5.300 Euro „für die erlittene persönliche Beeinträchtigung“. Franzmayr hatte sich ungerecht behandelt gefühlt. Eine Gleichbehandlungskommission entschied: Die Vorgehensweise sei „sachlich nicht nachvollziehbar“. Die Frau hätte nur bei exakt gleicher Qualifikation bevorzugt werden dürfen.

Die ehemalige Verkehrsministerin Bures rechtfertigt die Personalentscheidung, indem sie darauf hinweist, dass sie aufgrund der „massiv bestehenden Unterrepräsentation von Frauen“ sowie „nach dem gesetzlich vorgesehenen Verfahren“ erfolgt sei. Außerdem hofft die Politikerin, „dass durch die nun vorliegende Entscheidung nicht das Prinzip des Frauenförderungsgebotes infrage gestellt wird“.

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