Kommentar

Jetzt disruptet Tesla auch noch den deutschen Arbeitsmarkt

Tesla-Chef Elon Musk. (Foto: dpa)

Teslas Gigafabrik zieht direkt in die Nachbarschaft der deutschen Autobauer. Das ist hart, kommentiert Andreas Weck. Vor allem auch, weil der War for Talents jetzt vor der Haustür stattfindet.

Es hätte alles so schön sein können für die deutsche Autoindustrie. VW, BMW, Audi, Daimler und nicht zuletzt Porsche galten unter den meisten Autofahrern als das Nonplusultra. Nicht nur Staatsmänner und Fußballspieler fuhren in ihren S-Klassen umher. Auch der Hausmeister von nebenan sparte lange auf seinen Mercedes und hat ihn gehegt und gepflegt – vielleicht sogar mehr als die eigenen Kinder. Deutsche Autos waren Status, sie waren der Inbegriff dafür, dass man was geschafft hat im Leben. Doch allmählich bröckelt das Image.

Tesla? „Schon geil!“

Nicht, dass die Deutschen abgeschrieben sind. Noch immer haben sie eine gewisse Anziehungskraft, aber das Rampenlicht müssen sie sich inzwischen teilen. Für nicht wenige Autofreunde ist nämlich ein Tesla zum Objekt der Begierde geworden. Oder wann hast du das letzte Mal einen 18-Jährigen vor einem Audi stehen sehen und sagen hören: „Wow, ein A8!“? Wenn aber irgendwo ein Tesla am Straßenrand steht, passiert das ziemlich oft. Bei einem Tesla laufen Interessierte schon einmal ringsherum und stellen gönnerhaft fest: „Schon geil!“.

„Der War for Talents steht jetzt direkt vor der Haustür.“

Tesla ist über die Jahre eine extrem starke Marke geworden. Auch wenn viele Versprechungen des Gründers Elon Musk der Realität nicht immer standhielten, Verkaufsrekorde doch nicht so oft gebrochen wurden und Ladestationen doch noch nicht überall zu finden waren, wie zuvor groß angekündigt – der Tesla-Mythos bleibt davon unangetastet. Tesla disruptet die deutsche Autoindustrie an so vielen Fronten – im technologischen Bereich genauso wie in den Köpfen der potenziellen Neukunden.

Eine weitere Front ist jetzt dazugekommen. Oder sagen wir: Sie wird es über kurz oder lang. Denn mit der angekündigten Gigafabrik im brandenburgischen Grünheide, ganz in der Nähe von Berlin, bekommen die deutschen Autobauer erneut einen Schuss vor den Karren. Tesla produziert hier voraussichtlich ab 2021 für den europäischen Markt – sozusagen Schulter an Schulter mit VW, BMW, Audi, Daimler und Porsche. Was das bedeutet, ist vielen Beobachtern längst klar: Künftig wird nicht nur um die Käufer gebuhlt, sondern auch um die Fachkräfte. Der War for Talents steht jetzt direkt vor der Haustür.

VW ist die alte, Tesla die neue Welt

Dabei haben es einige Marktteilnehmer gegenüber Tesla nicht unbedingt leicht. Da ist das anfangs beschriebene Image, das lockt. Vielen Ingenieuren, Mechatronikern und Fabrikarbeitern wird stolz die Brust schwellen, wenn sie sagen: „Ich arbeite für Tesla!“.

Hinzu kommt aber auch, dass der Standort bestens gewählt ist. Denn nicht nur der Arbeitgeber an sich reizt. Auch das nur wenige Minuten entfernte Berlin ist ein Sehnsuchtsort für viele Menschen geworden – trotz oder gerade wegen der unzähligen Fehler, die sich der Senat ständig leistet. Wer am Puls der Zeit leben will, geht nach Berlin. Und nicht nach Stuttgart oder Wolfsburg. Und wer bei einem modernen Arbeitgeber arbeiten will, der arbeitet bei Tesla. Und nicht bei Herstellern, die einerseits mogeln und andererseits die Zeit am liebsten eingefroren hätten, statt echte Innovationen anzupeitschen.

VW ist die alte, Tesla die neue Welt. Das wissen auch die meisten Fachkräfte. Und es wird sie bei ihrer Jobsuche beeinflussen, denn Geld allein lockt vor allem die heißbegehrten Hochqualifizierten längst nicht mehr hinter dem Ofen vor. Die Arbeit muss zum Lebensgefühl passen. Einzig und allein: Womit die deutschen Autobauer locken können, ist größtenteils das Geld. Der Lifestyle jedoch, der bröckelt.

Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: Die vierte Fabrik von Tesla entsteht bei Berlin – nach Nevada, New York und Shanghai. Der Standort Berlin wird noch weiter an Attraktivität gewinnen, auch wenn das wenig mit der Politik zu tun hat, glaubt t3n.de-Chefredakteur Stephan Dörner. Lies auch: „Tesla-Fabrik – warum an Berlin kein Weg vorbei führt“

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

18 Kommentare
Stephano
Stephano

Es bleibt abzuwarten, ob man a) aus Berlin nach im Berufsverkehr schnell an den Standort kommt (ohne Verkehr oder per ÖPNV sind es jetzt schon >50 Minuten und b) ob Tesla sich denn schon Gedanken dazu gemacht hat, wie man die hiesigen Arbeitsschutzgesetze, Gewerkschaftstarife etc. mit der bisherigen 60 Stunden-Woche die man bei Tesla gewohnt ist, in Einklang bringen kann.
Ich denke vor 2022 wird der erste Tesla dort nicht vom Band laufen. Die Akkuproduktion wird dann aber wahrscheinlich schon laufen.

Daher bin ich mir nicht so sicher, ob Tesla nun wirklich die deutsche Autoindustrie mit dieser Fabrik stärker „erschüttert“ (so heißt das übrigens auf Deutsch, Herr Weck), als bisher.

E-Mobilität auf Li-Batterien gestützt ist übrigens nicht so sauber wie propagiert wird…

Antworten
Silverbeard
Silverbeard

Ich bin mir absolut sicher, das Tesla die hiesigen Arbeitsschutzgesetze mit in die Planungen einbezogen hat.
Tesla kennt die deutschen Arbeitszeiten und Gesetze. Schliesslich sind die Mitarbeiter in allen deutschen Werkstätten und Ausstellungsräumen direkt bei Tesla angestellt. Auch wurde schon vor Jahren die deutsche Firma Grohmann gekauft.

>>E-Mobilität auf Li-Batterien gestützt ist übrigens nicht so sauber wie propagiert wird…<<
Es reicht, wenn das deutlich sauberer als Erdölförderung, Kraftstoffproduktion und -verbrauch ist. Ich verstehe nicht, wieso eine Alternative zu 100% richtig sein muss, wenn das Bisherige falsch ist.

Antworten
Stephano
Stephano

Sicherlich kennt man die Arbeitsschutzgesetze, jedoch nur in Werkstätten und dann indirekt über Grohmann.
Eigene Produktion mit Schichtarbeitszeiten etc. ist noch mal ein ganz anderes Paar Schuhe. Aber wie gesagt, wir werden sehen: Das (geplante) Werk wird sicherlich noch lang die Gazetten füllen.

Man könnte synthetische Kraftstoffe nutzen, es gibt da bereits gute Lösungen die jedoch aufgrund der falschen E-Hysterie nicht beachtet werden (wie z.B. der hier: https://www.focus.de/auto/news/care-diesel-medienbericht-behoerden-lassen-sauberen-diesel-nicht-zu_id_11309187.html).

Stephano
Stephano

Übrigens:
Am 4. Oktober brannte ein Tesla in Tirol aus. Seitdem sucht der Besitzer eine Firma, die das gefährliche Wrack und die 600-Kilo-Batterie entsorgt. Vergeblich. Vom Hersteller fühlt er sich „verarscht“.

https://www.stern.de/auto/news/tesla-crash–besitzer-verzweifelt–niemand-darf-das-wrack-entsorgen-9004016.html?itm_source=outbrain&itm_medium=reco

Silverbeard
Silverbeard

@ Stephano

Zur Erzeugung synthetischer Kraftstoffe wird soviel Strom gebraucht, dass man mit einem E-Auto damit 5 mal soweit fahren kann. Wo soll Ihrer Meinung nach diese riesen Menge Ökostrom herkommen, wenn es schon mit der Versorgung von E-Autos Probleme geben wird (weil Windräder unerwünscht sind)?

Stephano
Stephano

Naja, wenn ich zum Betrieb mit alternativen Kraftstoffen (z.B. E-Fuels) die bestehenden knapp 1,25 Milliarden Verbrenner-Fahrzeuge (PKW, Busse, LKW) nicht verschrotten muss – man kann nämlich sogar Oldtimer damit betreiben –
und dafür E-Autos bauen muss, dann sieht die Bilanz doch schonmal besser aus bzgl. des Strombedarfs…
Wenn man den Wirkungsgrad erhöhen kann, noch besser.
Dass die bestehende Infrastruktur und Fahrzeugtechnik verwendet werden kann, ist ein Vorteil im Vergleich zu anderen alternativen Antriebsarten.

Ausserdem: Wie Stromintensiv ist denn das Recycling von großen Batterien?

Silverbeard
Silverbeard

@Stephano
Langjährige Experten aus der Branche und Wissenschaftler sehen das eben anders als Sie. Die haben Erfahrung und Wissen, Sie ihre Meinung.
Niemand muss jetzt ganz schnell alle Autos verschrotten. In Deutschland gibt es 46 Mil. Autos, jedes Jahr werden etwa 3,5Mio. gegen neue ausgetauscht. D.h. es dauert mindestens 15 Jahre bis alle Verbrenner gegen E-Autos gewechselt sind (das entspricht auch der üblichen Nutzungsdauer von PKWs in Deutschland). Wahrscheinlich sogar noch länger, weil nämlich im Moment gar keine 3,5Mio. E-Autos pro Jahr ergestellt werden können.
Wir können die nötige Umstellung Verbrenner -> E-Auto in allen Bereichen also mit Ruhe und Überlegung angehen und brauchen keine zusätzliche Übergangstechnologie.

Zum Strom für Batterierecycling: Es wird weniger Strom gebraucht als die Rohstoffe aus Minen zu holen. Ausserdem bin ich überzeugt, das zur Herstellung und dem Recycling der Batterien aller Autos weniger Energie benötigt würde, als jedes Jahr 180 Mio. Liter Kraftstoff für Deutschland zu fördern und herzustellen. Was meinen Sie? (Für 1 Liter Kraftstoff aus Rohöl brauchen wir 1-1,5 kWh Energie bis er an der Tankstelle ist)

stephano
stephano

Ich habe hier u.a. die Ergebnisse von Bosch mit aufgenommen, die u.a. an Dieselersatzstoffen forschen.
Ist also nicht nur meine Meinung, meine Meinung ist einfach, dass das gute Argumente sind.

Akkus zu Recyclen kostete ne Menge Energie, Zahlen habe ich gerade nicht parat. Aber allein die die hochgiftigen Bestandteile „sicher“ aus den Zellen zu bekommen wird eine Menge Sicherheitsvorkehrungen benötigen und die Trennung der Folien etc. erst recht.
Die Akkus für Elektroautos sind nicht so entwickelt, dass Ihre Komponenten wiederverwertbar sind.
Das Recycling ist zudem (noch) ein fettes Minusgeschäft.
Zudem:
Jeder Transport von einer LI-Batterie ist ein Gefahrguttransport.

Vielleicht wird es besser wenn die Feststoffbatterie kommt (die Chinesen entwickeln da gerade etwas).

Es wird bald soweit sein, dass viele Vermieter Ihren Mietern verbieten werden Ihre E-Autos in der Nähe des Hauses stehen zu haben, so lange die Brandgefahrt nicht abschätzbar ist.

https://www.br.de/nachrichten/wissen/e-mobilitaet-warum-das-batterie-recycling-so-schwierig-ist,RYeQPYR
https://www.deutschlandfunk.de/elektromobilitaet-das-muehsame-recycling-von-lithium-ionen.676.de.html?dram:article_id=439121
https://www.deutschlandfunk.de/lithium-ionen-akkus-das-schwierige-recycling-von.676.de.html?dram:article_id=433028

Silverbeard
Silverbeard

@Stephano
>>Es wird bald soweit sein, dass viele Vermieter Ihren Mietern verbieten werden Ihre E-Autos in der Nähe des Hauses stehen zu haben, so lange die Brandgefahrt nicht abschätzbar ist.<<

Tut mir leid, aber ich bin weder ein kleines Kind noch ein Idiot. Für solche Märchen müssen Sie sich Jemand anderes suchen.
Z.Zt. ist der Wissensstand, dass E-Autos sehr viel seltener als Verbrenner brennen (weniger als 25%). Und wenn, dann explodieren sie nicht.

macgyver73
macgyver73

So so, Disruption des deutschen Arbeitsmarktes? Nach oben hinsichtlich Bezahlung und Arbeitsbedingungen wäre mal etwas neues, nach unten kennt man das bereits, sowohl von der Autoindustrie (siehe Leiharbeiter) oder anderen Branchen. Das Auftreten in Kalifornien entspricht wohl eher dem von Amazon oder Ryanair.
Tesla ist im Moment nur ein großes Versprechen an der Börse, mehr nicht.
Keine Firma kann sich bei Einstiegspreisen über 40.000 € von begeisterten 18 Jährigen etwas kaufen, sondern von den Käuferschichten ü30. Ich kenne im übrigen keinen 18jährigen, den Tesla interessiert.

Das Batterie versorgte E-Auto ist nur ein Ansatz, der umweltfreundlicher als Verbrennungsmotoren mit fossilen Brennstoffen ist. Schon der Einsatz eines Anteils regenerativ gewonnenen Treibstoffs in Benzin und Diesel wäre volkswirtschaftlich deutlich besser, weil speicherbar und für alle einsetzbar – ohne die vorhandenen Fahrzeuge zu verschrotten bzw. ins Ausland zu exportieren, wo sie jahrzehntelang weiterhin die Umwelt belasten.
Wer hier „alternativlos“ denkt, verspielt die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft.

Antworten
Silverbeard
Silverbeard

>>Ich kenne im übrigen keinen 18jährigen, den Tesla interessiert.<<
Ich glaube, da kennen Sie nicht so viele 18-jährige.
Der nächste Schritt für Tesla in Deutschland wird aber die Akzeptanz als Firmenwagen sein.

Antworten
Berliner32
Berliner32

Das ist doch irgendwie krank…der Chef hat wohl schon viel gesagt und nicht getan oder geschafft. Jedoch sieht das für die Gigafactory selbst in Brandenburg (Grünheide?) ja schon sehr deutlich aus. Es gibt sogar schon die ersten Stellenangebote im Internet für 4 verschiedene Berufszweige. Die Zahl von ~4 Milliarden Euro ist auch seit längerem überall zu lesen, was je nach Euro-Kurs derzeit „nur“ noch rund 4,4 bis 4,5 Milliarden US-$ entsprechen.

Wobei ein schwacher Euro/USD-Kurs für den Export außerhalb der EU gut ist. In der EU ziehen die nicht Euro-Währungen eigentlich beim EUR/USD mit, so z.b. Polen mit seinen ~38 Millionen Einwohnern welches mit einem flotten Tesla in 60 bis 90 Minuten praktisch um die Ecke liegt.

Klar Deutschland mit dem praktisch fast teuerstem Strom unter den großen Volkswirtschaften weltweit (die USA zahlen im Schnitt 1/3tel und verdienen mehr Dollar pro Stunde. Daher ist es unabhängig vom Fachkräftemangel, gerade im (Nord-)Osten mit den niedrigeren Löhnen und außerhalb der klassischen (West-)Deutschen Automobilkonzerne nicht nur günstig von der Lage her, aber ein US-Unternehmen schafft in Deutschland Arbeitsplätze, in Berlin freuen sich die Politiker schon sehr und in dem Landkreis wo die Fabrik entsteht wird bei der Eröffnung vermutlich ohne Ende gefeiert bzw. in ganz Brandenburg, v.a. die AfD und Linke die gerade erst bei Wahlen stark abschnitten können feiern durch dieses Glück aber die SPD/CDU/Grüne können hoffen, dass jeder erkennt, dass die AfD nicht der Grund für den Standort ist.

Jedoch typisch Deutsch: Es wird gemeckert? Echt jetzt? Okay man will 300 Millionen an Fördergeldern dazu geben, das sind jedoch etwa 7,5 Prozent…weitere Erleichterungen für Jobs in Berlin und nahe der eigentlichen Fabrik in Brandenburg dürften folgen aber jeder sollte sich freuen. Durch diese Fabrik wird Strom sicher nicht günstiger, leider nicht für uns Berliner und schon gar nicht für alle Deutschen… aber es schafft alleine nur an direkten Brutto-Lohnzahlungen selbst bei „nur“ 6.000 Jobs in der Fabrik je nach Bezahlung eine ordentliche Summe an Steuern + Kaufkraft und kleinere Standorte in Berlin direkt sowie in Brandenburg sind auch fast sicher.

Wieso meckert man da? Denkt ihr diese Fabrik schafft es deutsche Autobauer kaputt zu machen? Bzw anders gefragt: Denkt ihr weil sie in Deutschland liegt schafft sie es mehr Konkurrenz weltweit aber auch in Norwegen, Island usw. mit extrem günstigem Strom zu 100% erneuerbar mit noch viel Luft nach oben zu schaffen? Die Norweger zahlen 85.000 Dollar und mehr mit Extras aus Überzeugung für gewisse Teslas aus den USA oder geringfügig in den Niederlanden zusammengesetzt.

Das 35.000 US-$ Model 3 Basic mit der geringsten Reichweite, ohne Extras und schwächstem Antrieb zielt auf US-Amerikaner bzw. sicher nicht auf Deutsche ab. In Deutschland ist es selbst bei Haus-Strom kaum ein Unterschied ob Benzin/Diesel oder ob man 60 bis 100 kWh (mind. +10% Verlust daheim, eher bis 15% bei der einfachen 2,7 kW Steckdosen-Variante. Das sind ohne Verlust schon über 30€ bereits jetzt und Strom wird permanent teurer bei uns. Beim Supercharger + Hausverlust steigen die Kosten noch leicht bis deutlich und sind bei Ölpreisen unter 75-80$ für 2021 vermutlich mind. gleich teuer wie Benzin und teurer als Diesel.

Freut euch doch, im Worst-Case wird die Fabrik geschlossen. Wäre nicht gut für Deutschland aber ich mein der BER sollte 2007 rum eröffnen und jetzt ist noch immer kein Datum klar. Trotzdem kommen Touristen bzw. fliegen Passagiere via Tegel/Schönefeld, wenn auch deutlich weniger aber erst im letzten Jahr. Ist ein Win-Win. Mehr Konkurrenz ist in den meisten Feldern gut und sollten Unternehmen (kann ja jeder investieren) den hohen Preis in Deutschland nutzen wollen und erneuerbare Energien ausbauen und würde in der Region Berlin der Preis 2-3% für private Verbraucher und evtl. etwas mehr für Großverbraucher sinken wäre das eine sehr große Summe, denkt mal an eure Stromkosten und evtl. Treibstoff falls ihr E-Autos fahren wollt und zieht 3 oder sogar 5% mal ab fürs Jahr…

Antworten
Silverbeard
Silverbeard

Haben Sie denn ein Beispiel dafür, was Herr Musk nicht getan oder geschafft hat?
Meines Wissens waren nur seine Zeitpläne immer zu optimistisch. Aber das er ein Projekt völlig aufgegeben hätte oder das es komplett schiefgegangen wäre, ist mir nicht bekannt.

Der Strom wird nicht teurer, weil mehr verbraucht wird. Das teure sind die Durchleitungskosten durch fremde Leitungen. Leider ist natürlich Brandenburg so dicht bebaut, das dort keine neuen Windräder möglich sind (Ironie).

Beim Stromverbrauch der E-Autos sollten Sie nochmal genau nachrechnen.
Üblich sind halbe Kosten beim direkten Verbrauch für die Fahrt (bei Strom aus dem Hausnetz, PV entsprechend günstiger). 5-15% Ladeverluste können da wohl die Betriebskosten nicht mehr auf Verbrennerhöhe treiben.
Abgesehen davon verringern sich die Kosten ja sowieso noch. Z.B. durch den unnötigen Öl-, Kraftstofffilter- und Luftfilterwechsel und den geringeren Bremsenverschleiss.

Silverbeard
Silverbeard

Das übliche FUD und Clickbait.
Das im Artikel ebenfalls angesprochene Model S in Shanghai z.B. war Brandstiftung. Das ist schon seit Monaten bekannt, obwohl im Artikel so getan wird, als wäre das erst letzte Woche passsiert und niemand wüsste warum.

Ansonsten finde ich jeden Artikel, der nicht auch mal sagt, dass Verbrenner im Verhältnis viel häufger brennen als E-Autos, unseriös.

Antworten
!skcusalseT
!skcusalseT

Einen Verbrenner kann ich aber wenigstens löschen. N E-Auto kann noch am nächsten Tag plötzlich wieder lichterloh brennen…

Für den Vergleich der brennenden Fahrzeuge überhaupt keine verlässlichen Daten, allein schon aufgrund er mangelnden Verbreitung von E-Autos.
Zudem können sie davon ausgehen, dass eine Vielzahl der brennenden Verbrenner durchschnittlich wesentlich älter sind als ein e-Auto… und es daher zu mehr Defekten kommen kann.

Silverbeard
Silverbeard

@!skcusalseT
>>Einen Verbrenner kann ich aber wenigstens löschen. N E-Auto kann noch am nächsten Tag plötzlich wieder lichterloh brennen… <>Für den Vergleich der brennenden Fahrzeuge überhaupt keine verlässlichen Daten, allein schon aufgrund er mangelnden Verbreitung von E-Autos.<<
Das stimmt natürlich. Tesla hat erst etwa 500.000 Autos verkauft. Das Model S wird erst seit 7 Jahren verkauft, die 100.000 Roadster wurden davor gebaut und fahren immer noch.
Wenn man jetzt die Augen ganz fest zumacht und noch die Hände drauflegt, ist es wirklich nicht möglich verlässliche Daten zu bekommen…

Marc Mertens

Andreas Weck hat in seinem Kommentar einen der wichtigsten Faktoren für den zukünftigen Erfolg von TESLA benannt und dieser ist in der Regel nicht direkt in Geld abzuwiegen: die Marke bzw. die Strahlkraft der Marke! Hier hat Apple zum Beispiel ebenfalls enorme Potentiale, obwohl die iPhones auch nur bei Foxconn in China zusammengesetzt werden und letztlich nichts anderes als ein schnödes Stück Technik sind, wie alle anderen Smartphones auch. Beiden Unternehmen und CEOs ist aber die Exzellenz in der Eigen-PR und dem weltweiten Marketing gemein. Dagegen wirken die Auftritte des Dieter Zetsche als ex-CEO Daimlers oder Herbert Diess zwar sympathisch, aber noch sehr stark ausbaufähig. Das ist nunmal keine Disziplin, die an den hiesigen Unis oder TU gelehrt wird – wir Deutschen sind halt detailversessene Ingenieure. ;-)

In jedem Falle ist schon die Ankündigung des Baus einer Gigafabrik in Europa bzw. ggf. in Deutschland ein großes Ding und gerade in Bezug auf die ewigen Tesla-Apokalyptiker, die sich des Neides wegen jeden Tag um den Untergang des Unternehmens erfreuen würde, eine klare Kampfansage. Die größte Gefahr für uns Deutschen ist, dass wir nicht nur unsere Komfortzonen verlassen wollen, sondern im schlimmsten Falle von einem ziemlich fetten und großen Arroganzpferd auch noch herabblicken möchten. ;-)

Das gleich ist gerade beim Wasserstoff zu erkennen. Wir diskutieren über Wirkungsgrade, Effizienzen und der Unmöglichkeit der Machbarkeit einer H2-Gesellschaft, während Toyota den Mirai von 3.000 auf 30.000 Einheiten in einem Jahr hochschraubt, Hyundai & Toyota längst die NFZ mit den BZ-Systemen ausrüsten kann und in Skandinavien der stärkste BZ-Stack in einem Schiff installiert wird. Merkwürdig, irgendwie scheint der Rest der Welt an Wasserstoff zu glauben und wir Deutschen als gallisches Dorf nicht.

Die Warnzeichen sind alle klar erkennbar. Bosch und Co. bauen jetzt perspektivisch zig Tausende an Arbeitsstellen ab und diese werden durch den zukünftigen Wegfall des fossilen Verbrennungsmotors in vielen Mobilen auch nicht mehr ersetzt werden. Tesla kann sein Geld auch mit Software-Updates oder seinem Musik-Streamingdienst in den Autos verdienen, während wir in Deutschland uns um die profane und DSGVO-problematische Einbindung von externen Internetplattformen kümmern. Wer zu Tesla geht, der wird sehr sicher wissen auf was er sich da einlässt und es kann auch reizvoll sein, dass sich der CEO bemüht hier viel Verantwortung an seine Teams zu übergeben. Langweilig ist es auch bei nur 35 Wochenstunden, wenn man sich dauernd in Abstimmungsmeetings bei BMW, Daimler oder VW & Co. rumschlagen muss. ;-))

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung