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Software & Infrastruktur

Für Daheimgebliebene: Die DLD 2014 im Schnelldurchlauf

Die DLD Conference wird 2014 zehn Jahre alt. (Foto: Hubert Burda Media / Picture Alliance / Robert Schlesinger)

Einmal im Jahr trifft sich unter dem Motto „Digital – Life – Design“ die Prominenz der Medien- und Digitalbranche in München. Und das 2014 schon zum zehnten Mal. Für alle, die nicht vor Ort waren: die Highlights der DLD-Conference im Schnelldurchlauf.

DLD: Antrittsbesuch für neuen Telekom-CEO Hoettges

Timotheus Hoettges, neuer CEO der Deutschen Telekom, hat auf der DLD Conference angekündigt, sich vehement für den Ausbau der Bandbreiten einsetzen zu wollen. Er hat beklagt, dass die Player auf dem europäischen Mobilfunkmarkt sich gegenseitig zerfleischten, statt sich geschlossen gegen die Riesen aus dem Silicon Valley zu stellen: „Wir sitzen im selben Boot.“ Seine Beschwerde, dass die Umsatzzahlen der Branche trotz steigenden Datentraffics und Wachstum in den USA und Asien hier in Deutschland stagnierten, ist dagegen eher auf Belustigung gestoßen:

Jimmy Wales, Gründer von Wikipedia, macht jetzt in Mobilfunk: Auf der DLD-Bühne hat er sein neues Engagement als Chair von „The People’s Operator“ bekannt gegeben, einem Mobilfunkanbieter, bei dem Nutzer einen Teil ihrer Handyrechnung automatisch an gemeinnützige Zwecke stiften. Damit will er insgesamt eine Milliarde Dollar für den guten Zweck sammeln. Mehr dazu auch in diesem Artikel.

„Verschlüsselt alles, was sich verschlüsseln lässt“

Frank Rieger vom Chaos Computer Club hat im Gespräch mit Jeff Jarvis die aktuelle Diskussion um Snowden und die Spähaffäre kommentiert. Quintessenz seines Vortrages: „Verschlüsselt alles, was sich verschlüsseln lässt“. Er sei eigentlich optimistisch gestimmt, denn immerhin wüssten die Leute jetzt, was alles im Netz passiert, und das sei die beste Grundlage für Diskussion und Veränderung. Man sollte etwa Geheimdiensten, die ihre Mittelverwendung nicht offenlegten, schlicht die Gelder entziehen. Das Publikum hat den Talk aufmerksam verfolgt – zumindest fast die ganze Zeit:

Viviane Reding, EU-Justizkommissarin und Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, hat den Aenne-Burda-Award für „Creative Leadership“ erhalten und ihre Dankesrede genutzt, um sich für die Frauenquote stark zu machen. Sie begrüßte außerdem, dass dank Edward Snowden die Themen Datensicherheit und Privatsphäre endlich „auf den Tisch“ gelangt seien.

Erfolgsstory ResearchGate: Nicht so europäisch, wie man glaubt

ResearchGate Gründer Ijad Madisch propagiert Open Science. (Foto: Hubert Burda Media / Picture Alliance / Tobias Hase)

Ijad Madisch, Gründer des Berliner Startups ResearchGate, hat die Vision hinter seinem globalen Netzwerk für Wissenschaftler vorgestellt. Viele der Datensätze, die über ResearchGate geteilt werden, stammen aus Forschung und Experimenten, die ursprünglich als „Fehlschlag“ verbucht wurden: Vor ResearchGate wurden sie in der Regel gar nicht veröffentlicht. Was für ein Verlust, denn dass man auch aus dem Scheitern (dem eigenen oder dem anderer) lernen kann, weiß man in der Gründer- und Unternehmerszene schon länger … ResearchGate wird gerne als europäische oder gar Berliner Startup-Erfolgsstory gehandelt. Trotzdem hat Madisch darauf hingewiesen, dass er zunächst aus Deutschland weggehen musste, da er in seinem hiesigen Umfeld keine Unterstützer für seine Idee gefunden hatte: Sein Professor etwa habe ihm geraten, sich die Flausen aus dem Kopf zu schlagen und sich auf seine wissenschaftliche Karriere zu konzentrieren. Mittlerweile sei er aber auch bei ResearchGate registriert.

„Attention Minutes“ sind die neue Währung im Netz, das hat Upworthy-Mitgründer Eli Pariser in München gesagt. Die Webseite, die Leser gerne mit Überschriften wie „This video will absolutely change your life. I swear“ ködert, ist mittlerweile mit Abstand die meist geteilte Seite bei Facebook.

Die Share-Rate pro Artikel ist bei Upworthy extrem hoch (Grafik: The Atlantic)

„You cannot live just with Qualitätsjournalismus on the web“

So gesagt von Hubert Burda während des Panels zur Zukunft des Journalismus. Hier ging es um die Frage, wie sich Medien(Häuser) in Zukunft finanzieren könnten oder sollten. FOCUS Online, das „unloved Baby of the Qualitätsjournalisten“, sei gerade deshalb erfolgreich, weil es sich mit kommerziellen Partnern wie HolidayCheck zusammengetan habe. Andere Publikationen gehen andere Wege: Das Wall Street Journal etwa experimentiert bei seiner neuen Digitalasugabe „WSJD“ mit Native Advertising, einem Anzeigenformat, bei dem die Werbung mit den redaktionellen Inhalten verschmilzt.

Hier gibt’s das Panel zum Nachschauen:

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„Die Probleme der Welt lassen sich nicht durch Apps lösen“

Morozow: Es gibt keine einfache, technische Lösung für alles. (Bild: DLD)

Der Medientheoretiker Evgeny Morozov schließlich hat das Publikum dazu aufgerufen, strukturellen gesellschaftlichen Wandel anzustreben, statt sich auf neue Technologien aus dem Silicon Valley zu verlassen. Die Probleme lägen bei denen, die die ökonomische Macht haben, doch wir hätten verlernt, uns die großen Fragen zu stellen: „Wir haben so viele Daten, um unser jetziges System zu optimieren, dass wir nicht mehr fragen, was damit nicht in Ordnung ist.“ Passt eigentlich zur letzten Doppelklick-Kolumne, in der Florian Blaschke eine zweite Aufklärung, sozusagen den Ausgang des Bürgers aus seiner selbstverschuldeten Netz-Unmündigkeit, gefordert hat.

Ebenfalls empfehlenswert: Die Insights, die WhatsApp-Gründer Jan Koum, Yelp-CEO Jeremy Stoppelman und Tony Fadell, Gründer des gerade erst von Google akquirierten Smart Home-Anbieters Nest, während der Fireside-Chats mit dem Publikum geteilt haben. Ausführliche Berichte dazu findet ihr schon bei t3n.de (WhatsApp hier).

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