Kommentar

DM bringt Startups per Crowdfunding in die Regale: Besser geht’s nicht

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Die Startups und ihre Produkte

(Screenshot: Startnext/DM)

Mit Stand heute führen die Startups Oatsome mit einem Smoothie zum Löffeln, Nupro mit einem umweltfreundlichen Proteinshake und Angelique’s Finest mit einem afrikanischen Fairtrade-Kaffee aus Frauenhand. In der Galerie zeigen wir die Projekte und Produkte in der Übersicht. Noch rund 50 Tage können Unterstützer ihr Lieblingsprodukt fördern und mit ihrem finanziellen Beitrag abstimmen.

Alle Projekte mit Kurzbeschriebung in der Übersicht. (Screenshot: Startnext/DM)

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Der Einkauf der Zukunft

Der Einkauf ist bei solchen Filialbetrieben zentral und von Fachleuten organisiert. Die meist viele Jahre in der Branche tätigen Spezialisten in diesen Abteilungen prüfen Produkte auf ihre Tauglichkeit für das eigene Sortiment und versuchen einzuschätzen, wie die eigenen Kunden auf das Produkt reagieren. Nach der Einschätzung dieser Einkäufer wird dann bestellt. Das kann auch mal daneben gehen oder es können auch mal potenzielle Bestseller falsch beurteilt werden.

Digitale vertikale Marken, wie sie auf Marktplätzen entstehen, arbeiten heute anders. Da werden vorhandene Produkte auf dem Marktplatz beobachtet, deren Absatzpotenziale gemessen und dann wird in dieser Sparte ein Produkt gelauncht. In der Regel ein Produkt, das entweder eine Lücke im Angebot schließt, oder den speziellen Nutzen besser erfüllt als andere Produkte dieser Sparte.

Theoretisch könnten Einzelhändler auch extern verfügbare Daten von Marktplätzen nutzen, um in eigenen Kanälen neue Produkte einzuführen, die auf Marktplätzen gut laufen. Die öffentlich einsehbaren Bestsellerränge von Amazon oder Analysetools wie beispielsweise Amalytix oder Sellics bieten dazu Ansätze. Eine weitere Möglichkeit für neue Produkteinführungen ist der testweise Vertrieb auf Marktplätzen, bevor die Produkte endgültig in Produktion gehen und in die eigenen Regale wandern. Marken, die exklusiv beim Einzelhändler angeboten werden sollen, können für Verkaufs-Piloten mit vorübergehenden Markennamen auf Marktplätzen angeboten werden.

Der Ansatz, den DM gewählt hat, bietet zwar weniger Daten, setzt aber gezielt auf die DM-Kunden als Jury. Denn vermutlich werden bei den Startnext-Projekten auch viele Kunden als Unterstützer auftauchen, die bei DM einkaufen. Das einzige Manko des Wettbewerbs aus strategischer Sicht ist der Umfang des Versuchs. Statt zwanzig Produkte ins Rennen zu schicken, von denen später nur drei in den Regalen landen, sollten mehr Projekte und mehr Gewinner ausgewählt werden. Dem Kunden die Auswahl des Sortimentes zu überlassen, ist wirtschaftlich sehr sinnvoll. DM, weiter so. Aber bitte klotzen, nicht kleckern.

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