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Dmexco 2018: Künstliche Intelligenz auf der Suche nach einem Nutzen

Der weite Weg zur KI: Unternehmen sind hoffnungsvoll, die Bürger eher skeptisch. (Bild: whitemocca / Shutterstock)

Anlässlich der Dmexco gab es vor allem ein Themenfeld, das die gesamte Messe überstrahlte: künstliche Intelligenz und Machine Learning. Doch eine Studie zeigt, dass die digitale Wirtschaft das Buzzword erst mit Leben füllen muss.

Für einen Großteil der Geschäftsmodelle in der Digitalwirtschaft spielt künstliche Intelligenz (KI) eine wichtige Rolle. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie hervor, die der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) anlässlich der Dmexco vorgestellt hat. Doch dass die deutsche Wirtschaft eine globale Vorreiterrolle einnehmen wird, was die Bundesregierung als Anspruch formuliert hat, glauben nur die Wenigsten der Befragten.

Relevant ist künstliche Intelligenz für die Unternehmen schon. Das hat die Dmexco wieder gezeigt. (Bild: BVDW)

Davon, dass KI in den nächsten Jahren für das eigene Geschäft wichtig sein wird, ist ein Großteil der Unternehmen überzeugt: 42 Prozent halten KI für wichtig, weitere 36 Prozent für eher wichtig. Im Durchschnitt rechnen die Digitalunternehmen mit einem Umsatzwachstum von 22 Prozent. „KI ist nicht einfach eine weitere technische Entwicklung. Es ist vielmehr eine Basis-Innovation, die zahlreiche Geschäftsmodelle verändern und neue ermöglichen wird“, erklärte BVDW-Präsident Matthias Wahl, der die Ergebnisse zum Start der Dmexco präsentierte. Wenngleich sich das Bewusstsein für die Relevanz eingestellt hat, glaubt mehr als die Hälfte der Digitalexperten (52 Prozent), dass deren Unternehmen nicht in der Lage sind, das Potenzial von KI voll auszuschöpfen. „Das ist nicht zwangsläufig auf Pessimismus zurückzuführen – in vielen Bereichen lässt sich gegenwärtig aber nur schwer voraussagen, welchen Nutzen KI haben wird.“

Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitsplätze durch KI unklar

Eine im April veröffentlichte, bevölkerungsrepräsentative Umfrage des BVDW ergab, dass 69 Prozent der Deutschen befürchten, dass massenhaft Arbeitsplätze durch künstliche Intelligenz wegfallen werden – ähnlich skeptisch gaben sich die Deutschen in einer aktuellen Yougov-Umfrage zum Themenfeld künstliche Intelligenz. Die aktuelle Studie unter Digitalexperten zeichnet ein anderes Bild: Demnach gehen fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) davon aus, dass zwar Arbeitsplätze wegfallen, dafür in gleichem Umfang aber neue entstehen werden. Jeder Vierte (24 Prozent) rechnet sogar damit, dass vor allem neue Arbeitsplätze entstehen werden. „Wie sich das tatsächlich entwickeln wird, dürfte auch von der Rolle der deutschen Wirtschaft und den regulatorischen Rahmenbedingungen im internationalen Wettbewerb abhängen“, erklärt BVDW-Präsident Wahl.

Künstliche Intelligenz: Der Weg dorthin muss erst gefunden werden

Dass die Möglichkeiten, die künstliche Intelligenz im Rahmen des Marketing eröffnet, noch nicht einmal ansatzweise klar sind – ebenso wenig wie der Weg dorthin – zeigen die Diskussionen, die dieser Tage in den Messehallen geführt werden: Auch wenn jeder das KI-Buzzword in den Mund nimmt und Visionen zeichnet, was man theoretisch damit machen könnte, fehlt vielen Unternehmen der Digitalwirtschaft der Fahrplan für den Weg dorthin. Denn hierfür sind neben Fachkräften, die bei der Analyse von Daten unterstützend wirken können, auch eine schlüssige Strategie und eine Systematik bei der Erhebung von Daten erforderlich.

Und gerade hier hapert es noch bei den meisten Unternehmen. Immerhin zeigte die Messe, dass es selbst in Deutschland erste Leuchtturmprojekte gibt, mit deren Hilfe sich die Wirtschaft an künstliche Intelligenz herantastet. Doch etliche der Projekte, bei denen der KI-Begriff gebraucht wird, sind allenfalls multivariate (wenn auch meist recht komplexe) Automatisierungsprojekte, die mit echtem Machine Learning noch nicht allzu viel gemein haben.

Offenbar ist die Wirtschaft sich aber darüber im Klaren, dass es ein weiter Weg ist, bis KI-Elemente wirklich mehrwertstiftend sind: Einzelne Podiumsteilnehmer warnten vor zu hohen Erwartungen an das Themenfeld AI/KI – es sei eher eine Frage von Jahrzehnten als von Jahren, bis die Unternehmen davon wirklich profitierten.

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