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Drohne statt Trecker – die Landwirtschaft wird immer digitaler

Drohnen sind ein wesentlicher Baustein der digitalen Landwirtschaft. (Foto: Shutterstock)

Fütterungsautomaten und Melkroboter: Stall und Acker sind längst digitalisiert. Aber es gibt auch Probleme. Eine Befragung von 850 Landwirten dokumentiert den Stand der Dinge.

Wer an neue Technologien denkt, hat nicht unbedingt zuerst die Landwirtschaft im Sinn. Dabei nimmt sie als extrem kapitalintensive Branche bei der Digitalisierung mittlerweile in mancherlei Hinsicht eine Vorreiterrolle ein. Nahezu voll digitalisierte Traktoren und vernetzte Erntemaschinen fahren schon autonom über Äcker und stellen ihre Daten den Landwirten in Form einer Farm-Management-Software zur Verfügung.

Immerhin 80 Prozent der Landwirte erachten die Digitalisierung in der Landwirtschaft als „sehr sinnvoll“ oder zumindest „sinnvoll“. Und in mehr als der Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe werden mittlerweile digitale Lösungen eingesetzt. Dies geht aus einer Befragung unter 850 Landwirten hervor, deren Ergebnisse die Rentenbank, selbsterklärte „Förderbank für die Agrarwirtschaft“, im Rahmen ihres Geschäftsberichts 2018 veröffentlicht hat.

Melkroboter weit verbreitet

Sowohl in der Pflanzenproduktion als auch in der Tierhaltung leisten digitale Technologien schon heute wesentliche Beiträge, um die steigende Nachfrage nach Lebensmitteln bei im Idealfall gleichzeitiger Ressourcenschonung zu decken. In der Pflanzenproduktion können Pflanzenschutzmittel und Dünger mittlerweile „präziser und damit bedarfsgerechter“ eingesetzt werden, heißt es in dem Bericht. Und Drohnen dienen Landwirten zur sogenannten Zustandsmessung von Pflanzen und Böden sowie dem Schutz der Kulturpflanzen.

In der Tierhaltung seien automatisierte Systeme wie Melkroboter, Spaltenreiniger oder Fütterungsautomaten schon „weit verbreitet“. Beim sogenannten Smart-Animal-Farming werden mittels Sensoren immer detailliertere Gesundheits- und Verhaltensinformationen über die Tiere erfasst. Krankheiten sollen so schneller erkannt und behandelt werden können.

6 Fragen, die sich jedes Unternehmen in der Digitalisierung stellen sollte

Nutze ich effiziente Software?

1. Haben meine Mitarbeiter mobil Zugriff auf wichtigste Unternehmensdaten wie CRM, ERP und Business-Intelligence?

2. Gibt es ein Software-Tool wie Slack, mit dem die interne Kommunikation effizienter werden kann?

3. Für welche Dinge wird im Unternehmen Microsoft Excel eingesetzt? Gibt es eine bessere Software?

4. Gibt es On-Premise-Lösungen, die in eine Public Cloud ziehen könnten?

(Foto: © Rawpixel.com Adobe Stock)

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Die Befragung habe außerdem gezeigt, dass Landwirte von der Digitalisierung besonders eine vereinfachte Rückverfolgbarkeit der Produkte, aber auch positive Effekte auf die Prozessdokumentation und eine umweltschonendere Produktion erwarten.

Sorgen um Datensicherheit

Allerdings werden auch Hemmnisse, die der Digitalisierung im Wege stehen, im Bericht analysiert. Dazu würden insbesondere hohe Anschaffungskosten, Sorgen um Datensicherheit und -hoheit, fehlende IT-Kenntnisse und ein großer Schulungsbedarf zählen. Auch die mangelnde Breitbandversorgung auf dem Land werde als Hindernis beim weiteren Einsatz digitaler Technologien gesehen, heißt es.

„Besonders wichtig sind die Themen Datensicherheit und Datenhoheit. Landwirte müssen darauf vertrauen können, dass sie es sind, die über die Nutzung der aus ihrem Betrieb gewonnenen Daten entscheiden“, sagt Horst Reinhardt, Sprecher des Vorstands der Rentenbank. Der Umgang mit digitalen Technologien stelle für Unternehmen jeder Branche eine Herausforderung dar.

Daher müssten entsprechende Kompetenzen aufgebaut werden. Die Aussichten für die weitere Digitalisierung in der Landwirtschaft seien jedoch positiv, steht im Bericht: Digitale Technologien könnten nicht nur die wirtschaftliche Profitabilität der Betriebe steigern, sondern gleichzeitig auch das Tierwohl, die Ressourceneffizienz und den Umweltschutz verbessern. Dass das alles zusammengeht, bezweifeln Kritiker allerdings.

Immerhin, insbesondere Junglandwirte würden in der Digitalisierung zusätzliche Chancen sehen, die Kommunikation mit Verbrauchern zu verbessern. Das stärke auch die Hoffnung auf ein „zukünftig besseres Verständnis zwischen Verbrauchern und Landwirten“.

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Ein Kommentar
Ernst Gröbel
Ernst Gröbel

Dabei sieht man wieder wie wichtig es ist sich im Bereich Digitalisierung weiterzubilden. Nämlich nicht nur für einige Menschen, die vielleicht so und so durch ihren täglichen Job damit in Kontakt kommen, sondern breitere Schichten der Gesellschaft. Durch eine Fortbildung im Bereich Digitalisierung erkennt man ja erst in einigen Bereichen das Potenzial dieses Fortschritts.
Ich kann nur jedem empfehlen einmal selbst an einem Kongress zum Thema Digitalisierung teilzunehmen, erstens wird einem dann die Skepsis gegenüber der Thematik genommen und zweitens lernt man dann das Potenzial kennen und kann selbst einschätzen wo man im Betrieb etwas verändern kann. Mir haben die Kongresse von Akademie3 sehr geholfen meine eigene Einstellung zu hinterfragen und offener an die Sache heranzugehen. Ohne diese Offenheit wäre es sehr schwer einige Entwicklungen anzunehmen und auf Dauer schadet eine solche Einstellung. Man kann sich vor der Digitalisierung nicht verschließen, zumindest nicht wenn man an die Zukunft denkt.

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