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Ratgeber

Dropshipping-Guide: So funktioniert das E-Commerce-Geschäftsmodell

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Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Streckengeschäft

Im abschließenden Teil unseres Dropshipping-Guide beantworten wir die häufigsten Fragen: Ist Dropshipping noch zeitgemäß? Kann ich alleine mit dem Streckengeschäft ein nachhaltiges Unternehmen aufbauen? Ist Dropshipping überhaupt seriös? Kann ich damit Geld verdienen? Welchen Anbieter nehme ich?

Ist Dropshipping noch zeitgemäß?

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Beim Dropshipping senden Hersteller oder Großhändler den Endkunden eines Händlers direkt die bestellte Ware zu.Der Online-Händler erweitert so sein Portfolio und reduziert Kapitaleinsatz und Lagerkosten. (Foto: © industrieblick - Fotolia.com)

Ja, denn hinter dem ehemaligen Trend-Begriff „Dropshipping“, einem Begriff, den ich am liebsten für die Zukunft feierlich beerdigen würde, steckt ein ernsthaftes und traditionelles Thema: Die Sortimentserweiterung durch das sogenannte Streckengeschäft. Ein Thema, das jeden Online-Händler angeht, der sein Sortiment mit Produkten aus dem sogenannten „Long Tail“ erweitern möchte. Der Long Tail besteht aus der Vielzahl von Produkten, die aufgrund geringer und geringster Drehzahlen nicht wirtschaftlich selbst gelagert werden können und deshalb bei Bedarf über die „Strecke“ vom Lieferanten direkt an den Endkunden geliefert werden. Als Ergänzung zum bestehenden Kernsortiment lässt sich so zusätzlicher Umsatz und Ertrag erwirtschaften.

Auch Amazon bedient sich des Streckengeschäfts: „Lieferbar in drei bis fünf Tagen“, „Lieferbar in ein bis zwei Wochen“, das können Hinweise auf einen Erfüllungsgehilfen sein: Mal ein Amazon-Lager aus einem anderen Land, mal ein Lieferant.

Für kleine bis mittlere Händler wird die Luft immer dünner. Neue Konzepte für die Strecke, wie Shopware Connect, setzen auch auf Kooperationen zwischen Händlern, wodurch Sortimentserweiterungen ermöglicht werden, ohne den Händler dazu zu zwingen, seine Kapitaldecke extrem aufzustocken. Ein Online-Händler mit einem schlanken und beweglichen Lager kann Just-in-Time-Disposition und Streckengeschäft nutzen, um Lagerkosten zu senken und Erträge zu steigern.

Kann ich alleine mit dem Streckengeschäft ein nachhaltiges Unternehmen aufbauen?

Wie bereits erwähnt, ist das Streckengeschäft als gute Ergänzung zum Kernsortiment zu betrachten. Macht man das Streckengeschäft zum Kerngeschäft, macht sich der Händler entweder sehr abhängig von einem Lieferanten, oder eine Vielzahl von Lieferanten sorgt für ein unhaltbares Prozess-Gewirre, das dazu führt, dass der Kundenservice des Händlers unterirdisch wird. Einige wenige Händler sind unter Umständen in der Lage, vom Start weg eine attraktive Nische mit einem ausgeklügelten Markenprofil zu füllen, dabei das Nischenprodukt bei einem einzelnen Hersteller zu beziehen und direkt vom Hersteller an den Kunden liefern zu lassen. Alle anderen halten sich lieber an das Pareto-Prinzip: 20 Prozent des Sortiments machen 80 Prozent des Umsatzes, deshalb werden 20 Prozent mindestens lagernd vorrätig gehalten und die restlichen 80 Prozent in den Long Tail auf die Strecke gelegt. Die Zahlen sind hier nur eine Faustregel, abgeleitet aus einem statistischen Prinzip – über die tatsächliche Verteilung sollten betriebswirtschaftliche Kennzahlen entscheiden.

Wenn diese Frage gestellt wird, ist aber meist gemeint: „Kann ich Online-Händler ohne Kapital und ohne Lager werden? Ich habe da so ein tolles Angebot mit einem fertigen Onlineshop und Produkten und ...“. Dann lautet die Antwort schlicht nein. Austauschbare Onlineshops ohne Zielgruppe, ohne besonderes Sortiment und ohne jegliches Markenprofil zu starten, ist heute nicht mehr tragfähig.

Ist Dropshipping überhaupt seriös?

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Auch wenn mancher Anbieter daherkommt wie der sprichwörtlich schmierige Gebrauchtwagenhändler: Dropshipping wird auch von seriösen Großhändlern angeboten. (Foto: © Nick Freund - Fotolia.com)

Das Thema Dropshipping nimmt oft seltsame Formen an: „Ohne Kapital einen Onlineshop eröffnen und für 19,90 Euro im Monat Tausende von Euro Umsatz machen“. Das klingt schon schäbig, aber es lässt sich auch noch auf die Spitze treiben: Magnetfeld-Voodoo oder Nahrungsergänzungsmittel, die der Körper sowieso nicht verarbeiten kann und deshalb genauso gut ohne den zeitraubenden Umweg über den Magen-Darm-Trakt in die Kanalisation wandern könnten. Das sind Produktfelder, die immer mit einem Dropshipping-Onlineshop im Multi-Level-Marketing daherkommen. Auch die oben erwähnten „schlüsselfertigen Onlineshops“ mit kompletten Produktdaten sind immer noch zu entdecken – in vielen bunten Varianten. Das ist seriös im Sinne von „rechtlich nicht zu belangen“, seriös im Sinne von „eine angemessene Leistung für den Einsatz erhalten“ ist es nicht. Geschweige denn, dass es ein nachhaltiges Geschäftsmodell für den Online-Händler auf die Beine stellen würde.

Bei einem „normalen“ Großhändler im Streckengeschäft Waren zu beziehen, ist hingegen ein gängiger und seriöser Anwendungsfall.

Kann ich damit Geld verdienen?

Womit? Mit Dropshipping? Als Logistiker, ja. Alle anderen verdienen ihr Geld als Händler mit dem Verkauf von Waren, nicht mit Dropshipping. Dropshipping ist kein Konzept zum Geld verdienen, sondern ein Modebegriff für eine Liefermethode. Gibt man den Begriff „Dropshipping“ in eine Suchmaschine ein, findet man jede Menge Anbieter, die „leichtes Geld verdienen“ versprechen. Im Online-Handel lässt sich kein leichtes Geld verdienen. Ende der Geschichte.

Welchen Anbieter nehme ich?

Die Frage zielt meist darauf ab, einen „Dropshipping-Anbieter“ zu finden. Ein Vorhaben, das man besser vergessen sollte. Oft handelt es sich um Zwischenhändler oder Anbieter, die sich auf Kleinsthändler spezialisiert haben und einen kruden Gemischtwarenhandel führen. Mit so etwas ist kein nachhaltiges Geschäft möglich. Ein Online-Händler, der sein Sortiment erweitern möchte, sucht nach einem Großhändler.

Dienstleister sind ein weiteres Feld, auf dem sich Anbieter tummeln. Für kleinere Online-Händler hebt sich hier besonders Shopware Connect hervor, eine Initiative des Shopsystemherstellers Shopware, ein Marktplatz mit integriertem E-Commerce-Betriebssystem. Ansonsten ist die Automatisierung und Anbindung des Handelspartners im Streckengeschäft Sache einer Middleware oder eines ERP-Systems. Mit JTL-WaWi existiert selbst eine kostenfreie Warenwirtschaft mit einem speziellen Dropshipping-Modul. Eine Middleware agiert als „technischer Übersetzer“ zwischen den Verkaufskanälen, der Warenwirtschaft/ERP und den Lieferanten.

Dienstleister, die als Dropshipping-Marktplatz auftreten, sind schwer zu bewerten. Einige bieten segmentierte Großhandelsverzeichnisse mit normalen Großhändlern, einige eine wilde Sammlung aus seltsamen Zwischenhändlern. Die Nutzung eines solchen Anbieters ist meist dann sinnvoll, wenn der Marktplatz auch eine technische Integration der Lieferanten anbietet.

Fazit: Dropshipping ist tot, es lebe das Streckengeschäft

Kurz gesagt, Dropshipping ist seriös und lohnt sich, wenn der Online-Händler den Begriff Dropshipping und die damit verbundenen Mythen aus seinem Gedächtnis streicht und, um den „seriöseren Begriff“ zu benutzen, das Streckengeschäft als das behandelt, was es ist: ein normaler Teil des Einkaufs.

Dieser Artikel ist die Überarbeitung eines Artikels aus dem Jahr 2013. Letztes Update dieses Artikels: 07. Juli 2017.

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7 Reaktionen
elena13

Hallo,
Wenn du noch immer auf der Suche nach guten Lieferante der dropshipping anbietet bist dann empfehele ich dir die Modemarke Helen Bellart http://www.helenbellart.com
Ich arbeite seit über 2 Jahtren mit diesem Liefernat und bin höchst zufrieden mit dem Servide und auch mit dem Verdienst.
Ich hoffe das meine Ratschlag für jemanden nützlich ist.
lg

Antworten
kalle.baumler

Dropshipping ist wirklich eine Interessante Sache.
Man, findet immer mehr Informationen im Internet.

Da, viele immer wieder Fragen wo es eine Liste von Online-Händlern gibt, schaut euch mal diese Seite an:
http://www.geld-verdienen-mit-dropshipping.com/

Ist, man dort angemeldet hat man Zugang zu ca. 250 aktuelle Dropshipping-Adressen.

Antworten
grosshaendler

ein gutes Dropshipping System finden Sie unter http://www.dropshipping-webshop.de . Dieser Artikel ist echt super und leicht verständlich.

Antworten
hiddenchar

das sieht ja sehr vertrauenswürdig aus^^

Antworten
Daniel von Deyen

Hallo Christian,

in unserem B2B Marktplatz nur für Dopshipping finden Sie viele verschiedene Dropshipping Anbieter. Unser Angbot wächst stetig. Wir bieten CSV Dateien, SOAP Schnittstelle und sogar ein Hosting und installation eines Onlineshop, sofen Sie noch keinen haben.

Was den Bericht angeht, kann ich diesen nur zustimmen. Der Bericht ist gut und ehrlich geschrieben. Wenn gewünscht würden wir auch gene einmal unsere Kunden auf diesen Bericht hinweisen.

Antworten
Jochen G. Fuchs

Hallo Christian,

Vielen Dank für's Lob. Eine Liste zu erstellen wird voraussichtlich schwierig bis unmöglich. Bei welcher Branche fängt man an, wo hört man auf? Vom Rechercheaufwand gar nicht zu reden. ;) Aber ich denke darüber nach, versprochen. Auf jeden Fall wird im nächsten Teil auch das Thema „Wie finde ich den richtigen Großhändler“ behandelt.

Viele Grüße,
Jochen

Antworten
Christiab

Danke für den super Artikel! Gibt es eine Anbieter Liste mit Unternehmen, die Dropshipping anbieten? Danke Christian

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