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Druck durch Europäische Forschungsförderer: Kein Geld ohne Open Access

Forscher im Labor. (Foto: Shutterstock)

Insgesamt elf europäische Forschungsförderungsorganisationen verlangen zukünftig, dass von ihnen finanzierte Forschungsergebnisse nach dem Open Access-Prinzip veröffentlicht werden.

Forschungsförderungsorganisationen aus elf europäischen Ländern haben sich zur „cOAlition S“ zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Ab 2020 werden Wissenschaftler, die Fördergelder von Mitgliedern der „cOAlition S“ erhalten dazu verpflichtet, ihre Forschungsergebnisse entweder in Open Access-Journalen oder auf Open Access-Plattformen zu veröffentlichen. Die „cOAlition S“ lädt Forschungsförderungsorganisationen aus aller Welt dazu ein, sich ihr anzuschließen.

Jean-Pierre Bourguignon, der Präsident des europäischen Forschungsrats, unterstützt die Initiative und erklärt, sie stelle „einen wichtigen Schritt in Richtung offenen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen dar und sollte von allen beteiligten Stakeholdern, ob privat oder öffentlich, implementiert werden“. Auch EU-Forschungskommissar Carlos Moedas lobt die Initiative: „Ich glaube fest daran, dass kostenloser Zugang zu allen wissenschaftlichen Publikationen, die mit öffentlichen Geldern finanziert wurden, ein moralisches Recht aller Bürger darstellt“.

Open Access: Der Plan der „cOAlition S“. (Grafik: Science Europe)
Open Access: Der Plan der „cOAlition S“. (Grafik: Science Europe)

Zwang zu Open Access gibt es bislang nur bei wenigen Forschungsfonds

Während einige Forschungsförderungsorganisationen durchaus die Publikation in Open Access-Journalen fördern, sehen nur wenige einen Zwang vor, so wie es die „cOAlition S“ plant. Angeregt wurde die Initiative zu ihrer strikten Haltung laut Robert-Jan Smits, dem Generaldirektor für Forschung und Innovation der Europäischen Kommission, durch die Bill & Melinda Gates Foundation. Die gemessen an ihren Einlagen weltgrößte Privatstiftung hat seit geraumer Zeit eine strikte Open Access-Regelung, die für alle Wissenschaftler gilt, deren Forschung von der Stiftung finanziert wird.

Deutsche Forschungsfonds finden sich derzeit nicht unter den Mitgliedern von „cOAlition S“. Peter Strohschneider, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), erklärt dazu auf Nachfrage der Fachzeitschrift Nature: „Wir bitten unsere Forscher ihre Ergebnisse als Open Access zu publizieren, aber wir befehlen es nicht“. Wissenschaftliche Verlagsgruppen wie Springer Nature oder die gemeinnützige Organisation AAAS, die unter anderem Science verlegt, warnen indes davor, dass die strikte Hinwendung zu Open Access das gesamte wissenschaftliche Verlagswesen bedrohe. EU-Generaldirektor Smits will diesen Vorwurf jedoch nicht gelten lassen und erklärt gegenüber Nature: „Verleger sind nicht der Feind. Ich will, dass sie Teil der Veränderung sind“.

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