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Druck von innen – mehr als 5.000 Amazon-Mitarbeiter fordern einen Klimaschutz-Plan

Amazon-Logo an einem Büro in San Francisco. (Foto: Sundry Photography/Shutterstock)

Mehr als 5.000 Mitarbeiter von Amazon fordern in einem offenen Brief konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz. Dabei nutzen sie aus, dass sie auch Aktionäre des Unternehmens sind.

Die Aktivisten haben den offenen Brief an CEO Jeff Bezos und das Board of Directors adressiert und am Mittwoch auf der Plattform Medium.com veröffentlicht. Kernforderung der 5.237 Unterzeichner lautet, dass Amazon einen umfangreichen, unternehmensweiten Klimaplan umsetzen soll. Die Antragsteller nutzen ihre Rolle als Aktionäre, um das Thema auch auf die Tagesordnung der jährlichen Aktionärsversammlung zu bringen, die am 22. Mai in Seattle stattfindet.

Ein Appell und 6 konkrete Forderungen

„Amazon hat die Ressourcen und die Größe, um weltweit die Fantasie anzuregen und neu zu definieren, was möglich und notwendig ist, um die Klimakrise anzugehen“, schreiben die Verfasser des offenen Briefes, die sich „Amazon Employees for Climate Justice“ nennen. Es sei eine historische Chance für Amazon, der Welt zu signalisieren, dass der Konzern bereit sei, Klima-Leader zu sein.

Die Verfasser gehen auf die zerstörerischen Folgen des Klimawandels ein und zählen auf, was Amazon ihrer Meinung nach falsch macht. Dazu gehören die Nutzung des Cloud-Computing-Dienstes AWS durch Öl- und Gas-Produzenten, Spenden an Politiker, die gegen Klimaschutzgesetze gestimmt haben, und das Fehlen eines unternehmensweiten Plans, wie Amazon in absehbarer Zeit klima-neutral werden kann.

Die Gruppe fordert, dass Amazon sechs Prinzipien unternehmensweit umsetzen soll. Diese umfassen konkrete Klima-Ziele für die gesamte Wertschöpfungskette, eine Entwicklung weg von fossilen Brennstoffen und die Priorisierung der Auswirkung aufs Klima bei geschäftlichen Entscheidungen. Außerdem soll Amazon zuallererst die Communitys schützen, die am meisten unter dem Klimawandel leiden, politische Initiativen zum Klimaschutz unterstützen und die eigenen Mitarbeitenden im Falle von extremen Wetterereignissen fair behandeln.

Amazon gegen Antrag

Im Mai wird die jährliche Aktionärsversammlung von Amazon über einen Antrag zum Thema Klimaschutz abstimmen. Die Antragsteller fordern einen öffentlichen Bericht darüber, wie sich Amazon auf den Klimawandel vorbereitet und unternehmensweit die Nutzung von fossilen Brennstoffen zu reduzieren gedenkt. In der Mitteilung im Vorfeld der Aktionärsversammlung, die Amazon am Donnerstag auf der Seite der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC veröffentlichte, empfahl das Board of Directors, gegen die Anträge der Aktionäre zu stimmen.

Zwar teile das Board die Auffassung, dass es wichtig sei, die eigene Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Allerdings tut Amazon aus Sicht des Gremiums bereits genug, argumentiert es mit Verweis auf verschiedene Programme zum Umwelt- und Klimaschutz, die Amazon bereits umgesetzt hat.

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