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Scheiß aufs Smartphone: Die coolsten Dumbphones für mehr Ruhe in der Hosentasche

Die Neuauflage des Nokia 2720. (Foto: Framesira / Shutterstock.com)

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Die mobile Informationsflut macht euch zu schaffen und ihr wünscht euch ein Downgrade? Dann solltet ihr einen Blick auf diese aktuellen Dumbphones werfen.

Einige von uns erinnern sich noch an eine Zeit, als unsere Mobiltelefone genau zwei Funktionen hatten: Telefonieren sowie Versand und Empfang von kostenpflichtigen SMS-Textnachrichten. Diese archaischen Geräte nannten wir in Deutschland Handys. Der Name sorgte zwar für Verwunderung im angelsächsischen Raum, aber letztlich fanden wir es vermutlich alle durchaus passend, eine Abwandlung des englischen Adjektivs für „praktisch“ oder „nützlich“ dafür zu verwenden.

Heute, mehr als zehn Jahre nach Vorstellung des ersten iPhones, fristen solch limitierte Mobiltelefone allerdings nur noch ein Schattendasein. Das zeigt sich auch in unserer Sprache: In Abgrenzung zum allgegenwärtigen Smartphone bezeichnen wir diese Geräte heute oft als Dumbphone. Von „praktisch“ zu „dumm“ in nur wenigen Jahren – so kann’s gehen.

Dabei hat der eingeschränkte Funktionsumfang durchaus seinen Reiz. Die gigantische Informationsflut in unserer Hosentasche ist verlockend und lenkt uns bisweilen von dem ab, was wir eigentlich machen wollen. Selbst der Müßiggang wird schwierig, wenn Apps und Kontakte um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Genau deswegen wünscht sich der eine andere sein dummes Handy aus den alten Tagen zurück.

Diese Dumbphones versorgen euch mit dem absoluten Kommunikationsminimum

Nokia 2720: Der Handy-Klassiker in der Neuauflage

(Foto: HMD Global)

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HMD Global bringt schon seit einigen Jahren Neuauflagen klassischer Nokia-Handys zurück auf den Markt. Der neuste Streich der Finnen ist die Wiedergeburt des klassischen Klapphandys Nokia 2720.* Das vermeintliche Dumbphone ist dank des eingesetzten Betriebssystem KaiOS gar nicht mal so dumm, wie man auf den ersten Blick denken würde. Neben Google Maps, Facebook und dem Google Assistant findet sich sogar Whatsapp auf dem Telefon. Für absolute Puristen ist das zwar nichts, wer aber nicht gänzlich den Kontakt zu seinen Whatsapp-Freunden verlieren will, erhält mit dem Nokia 2720 eine interessante Alternative zum Smartphone. Zumal es nach wie vor ungleich befriedigender ist, ein anstrengendes Gespräch durch das Zuklappen des Telefons zu beenden, statt auf einen schnöden Software-Button zu drücken.

Punkt MP 02*: Das Designer-Handy für Menschen, die es sich leisten können, nicht erreichbar zu sein

(Foto: Punkt)

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Das MP 02 ist, wie der Name andeutet, bereits das zweite Dumbphone der Schweizer Designschmiede Punkt. Das Gerät ist ganz eindeutig nicht für diejenigen gedacht, die einfach nur eine günstigere Alternative zum Smartphone suchen. Der Hersteller will immerhin satte 329 Euro für das Telefon haben. Dafür bekommt ihr ein schick gestaltetes Dumbphone, das tatsächlich Schluss mit allen Ablenkungen des mobilen Internets macht. Zumindest auf dem MP 02 selbst: Das Telefon kann aber auch als 4G-Modem für Notebooks oder Tablets genutzt werden. Potenzielle Käufer sollten jedoch wissen, dass die Software des MP 02 beim Marktstart von einigen Bugs durchsetzt war. Mittlerweile wurden die gröbsten Fehler allerdings durch Software-Updates behoben.

Cat B30*: Das robuste Outdoor-Handy ohne Schnickschnack

(Foto: Bullitt Mobile)

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Wer beim Dumbphone wehmütig an nahezu unzerstörbare Nokia-Geräte der 1990er zurückdenkt, sollte einen Blick auf das B30 von Cat werfen. Das Mobiltelefon ist wasser- sowie staubdicht und überlebt nach Herstellerangaben auch Stürze aus 1,8 Meter Höhe. Funktionsseitig gibt es hingegen auch nicht viel mehr als in den 1990ern. Ihr könnt mit dem Gerät telefonieren und SMS schreiben – sofern ihr euch das antun wollt. Solltet ihr dann doch ein bisschen was vom Internet haben wollen, könntet ihr einen Blick auf KaiOS-getriebene Schwestermodell B35 werfen.

Vielleicht liegt das coolste Dumbphone aber auch in dieser einen Schublade, in der du die ganzen Kabel aufbewahrst

Wenn es noch funktioniert, spricht nichts gegen die Nutzung. (Foto: joreks / Shutterstock.com)

Vielleicht müsste ihr euch ja gar kein Dumbphone kaufen. Möglicherweise habt ihr ja noch eins irgendwo herumliegen. Oder vielleicht hat einer eurer Freunde oder Kollegen noch ein ältliches Tasten-Handy für euch. Die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen spart ihr Geld, was vor allem dann von Vorteil ist, wenn ihr nach zwei Tagen sowieso genervt zum Smartphone zurückkehrt. Obendrein wäre es auch für die Umwelt am besten, wenn euer Drang zum digitalen Minimalismus nicht zu weiterem Elektroschrott führt. Außerdem wäre es am Ende auch nur konsequent, wenn sich eure antikonsumistische Haltung, bezogen auf das mobile Internet, auch in der Gerätewahl widerspiegelt.

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Die ursprüngliche Fassung dieses Artikels ging 2017 online und wurde seitdem grundlegend überarbeitet.

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6 Kommentare
grep

@KimRixecker

So oft habe ich’s hier und da geschrieben: Schmeißt euer Smartphone weg – meint(e) schon Edward Snowden, denn besser kann man euch nicht eure (privaten) Daten abgreifen.
Wie so oft, hat man mich für solche Aussagen runter gemacht, als Spinner dargestellt UND schon wieder sollte ich recht behalten.

Ich erkenne Entwicklungen quasi zu einem so frühen Zeitpunkt wo andere sie nicht für möglich halten (möchten).
Weniger ist mehr resp. KISS-Prinzip, darüber schrieb ich auch schon x-mal – interessieren tat’s niemanden.

AMP – habe ich ausprobiert, macht(e) meine (reine HTML(5) mit CSS) Webseite die ohne Skripte, Bilder, Grafiken, Videos und so einem Kram auskommt nur langsamer – durch die AMP-JS-Bibliothek.

Für Webseiten mit viel Ballast mag’s schon richtig Sinn machen wenn man dabei nicht vergisst wie abhängig und gläsern man sich dabei für Google macht.

Ciao, Sascha.

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JF_S
JF_S

Ihr habt das beste, einfachste und billigste Mobiltelephone der Welt vergessen.
Das Motorola F3. Wird zwar nicht mehr gebaut ist aber immer noch das beste Handy der Welt.

Grüße

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Daniel
Daniel

Da wäre im Artikel aber deutlich mehr möglich gewesen, finde diesen sehr oberflächlich.

So fehlt etwa ein Verweis auf das im Vergleich zum Punkt MP 02 mindestens genauso bekannte und häufig als Beispiel angeführte Light Phone: https://www.thelightphone.com/products

Auch hätte man auf Jake Knapp und seinen bekannten Artikel „My year with a distraction-free iPhone (and how to start your own experiment)“ hinweisen können, in dem es darum geht aus seinem Smartphone ein Dumbphone zu machen: https://medium.com/make-time/my-year-with-a-distraction-free-iphone-and-how-to-start-your-own-experiment-6ff74a0e7a50

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Kim Rixecker

Das Light Phone 1 befand sich in der ursprünglichen Fassung dieses Artikel, ist aber aus verschiedenen Gründen rausgeflogen. Unter anderem, weil es nicht mehr verkauft wird. Das Light Phone 2 kann zwar schon gekauft werden, die EU-Variante ist meines Wissen aber noch nicht ausgeliefert worden – zumindest warte ich noch auf mein Kickstarter-Exemplar, das wohl auch erst im Dezember verschickt wird. Zu einem späteren Zeitraum werde ich es aber natürlich auch für eine Aufnahme in diese Liste prüfen.

Smartphones künstlich zu „verdummen“ ist natürlich auch interessant, und wurde von uns auch schon bisweilen behandelt, passt aber nicht direkt in diesen Artikel, da es hier explizit um „Dumbphones“ geht.

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Maria

Ich hatte meiner Mutter das Punkt MP 02 geholt und sie ist begeistert, für den Preis ist das Teil unschlagbar!

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