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Fundstück

Dumm gelaufen: Warum dieser Investor kein Geld in Apple, Tesla und Facebook steckte

Der Investor Bessemer Ventures hielt eine Apple-Bewertung von 60 Millionen Dollar für überzogen. (Foto: Shutterstock)

Normalerweise rühmen sich Startup-Investoren auf ihren Websites mit ihren Erfolgen. Nicht so Bessemer Ventures: Der US-Investor spricht auch schonungslos über seine verpassten Chancen.

In der Öffentlichkeit zeigen sich Startup-Investoren gerne von ihrer besten Seite. Auf fast jeder Website findet sich ein Portfolio namhafter Unternehmen, in die bereits investiert wurde. Nicht wenige Startups werden sogar mit einem augenfälligen „Exit“-Label geschmückt, wenn sie gewinnbringend verkauft oder an die Börse gebracht worden sind. Das soll den guten Riecher unter Beweis stellen, den Startup-Investoren an den Tag legen müssen. Misserfolge? Werden tunlichst verschwiegen.

Umso bemerkenswerter ist die Idee, die man sich bei Bessemer Ventures ausgedacht hat: Statt nur die Erfolge zu benennen, hat der Startup-Investor auf seiner Website ein sogenanntes Anti-Portfolio eingerichtet, das schonungslos auch über die verpassten Investmentchancen der Firma aufklärt. Bessemer Ventures sei die vielleicht älteste Venture-Kapital-Firma der USA, deren Wurzeln bis in die Zeit von Stahlmagnat Andrew Carnegie zurückreichten. „Diese lange Historie hat uns eine beispiellose Zahl von Gelegenheiten beschert, völlig zu versagen“, schreibt der Investor.

Frühes Investment in Apple? „Unverschämt teuer“

Da wäre zum Beispiel Apple: Noch bevor das Unternehmen 1980 an die Börse ging, seien Bessemer Ventures Anteilsscheine im Wert von 60 Millionen US-Dollar angeboten worden, heißt es auf der Website. Doch Neil Brownstein, damaliger Partner der Investmentfirma, lehnte wegen der überzogenen Unternehmensbewertung ab. Als „unverschämt teuer“ bezeichnete er angeblich das Angebot. Heute ist Apple bekanntlich mehr als 500 Milliarden US-Dollar wert.

Auch ein frühes Investment in Facebook ließ sich Bessemer Ventures durch die Lappen gehen. (Foto: dpa)

Nicht weniger peinlich ist den Verantwortlichen auch ein Vorfall aus dem Sommer 2004: Damals trat ein gewisser Herr Eduardo Saverin während einer Mittagspause an Bessemer-Chef Jeremy Levine heran, um ihm auf seine Arbeit an einem sozialen Netzwerk aufmerksam zu machen. Sichtlich genervt watschte Levine den jungen Gründer ab: „Junge, hast du noch nichts von Friendster gehört? Geh weiter, es ist vorbei.“ Was Levine nicht wusste: Eduardo Saverin war ein guter Freund von Mark Zuckerberg und ist heute als einer von vier Mitgründern von Facebook bekannt.

Bilanz kann sich trotzdem sehen lassen

Die Liste der verpassten Chancen lässt sich noch fortführen. So hat Bessemer auch frühe Beteiligungsangebote von Tesla, Google oder dem Zimmervermittler Airbnb ausgeschlagen. Rückblickend nimmt die Investmentfirma seine Fehleinschätzungen aber mit Humor: Was auch immer die Gründe für die ausgeschlagenen Angebote gewesen sein mögen, man wolle diese erfolgreichen Unternehmen trotzdem ehren, da sie Bessemer dazu inspirierten, wachsende Unternehmen aufzubauen. „Oder anders ausgedrückt: Wenn wir in eines dieser Unternehmen investiert hätten, würden wir heute vielleicht nicht mehr arbeiten“, schreibt die Firma weiter.

Immerhin: Dem wirtschaftlichen Erfolg von Bessemer Ventures haben die verpassten Chancen nicht geschadet. So bewies man mit frühen Investments in Unternehmen wie beispielsweise Skype, Linkedin oder die Streaming-Plattform Twitch – ging immerhin für rund eine Milliarde Dollar an Amazon – trotzdem ein gutes Händchen. Außerdem finden sich im Portfolio von Bessemer Ventures noch einige vielversprechende Startups. Eines davon: Shippo, dessen Gründer aus Deutschland kommen.

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