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Paketattrappen: So entlarvt Amazon Diebe unter seinen Zustellern

Amazon-Pakete vor der Tür. (Foto: Jeramey Lende / Shutterstock.com)

Mit Fake-Paketen soll Amazon die Ehrlichkeit seiner Zusteller prüfen. Damit will der E-Commerce-Riese einem Bericht zufolge die Diebstahlquote – und damit Umsatzverluste – senken.

Diebstahl und daraus folgende Umsatzverluste sind im Einzelhandel ein großes Problem. In den USA sollen Händler einer Analyse der US-Handelsorganisation NRF zufolge allein 2017 durch stehlende Angestellte oder das organisierte Verbrechen rund 46,8 Milliarden US-Dollar verloren haben. Auch Amazon dürfte in einem hohen Maß von Diebstahl, vor allem bei der Zustellung der Pakete, betroffen sein – und geht mit verschiedenen Maßnahmen dagegen vor, wie Business-Insider berichtet.

Im vergangenen Jahr soll Amazon allein an Prime-Kunden weltweit mehr als fünf Milliarden Pakete ausgeliefert haben. Nimmt man sich noch eine Umfrage der Logistikfirma Shorr her, laut der 31 Prozent der Befragten angaben, schon einmal Opfer eines Paketdiebstahls gewesen zu sein, kann man sich die Ausmaße ungefähr vorstellen. Eine Maßnahme, um Diebe unter den Paketzustellern zu entlarven, hat jetzt ein ehemaliger Logistikmanager des E-Commerce-Riesen gegenüber Business-Insider verraten: Dummy-Pakete.

Amazon: Mit Paketattrappen gegen diebische Paketzusteller

Dem nicht namentlich genannten Ex-Manager zufolge platziert Amazon per Zufallsprinzip Paketattrappen in den Fahrzeugen der Lieferanten. Diese haben falsche Aufkleber und sind manchmal sogar leer. Scannt der Fahrer ein solches Paket, gibt es eine Fehlermeldung. Handelt der Zusteller korrekt, müsste er jetzt seinen Vorgesetzten kontaktieren oder das Paket nach Schichtende wieder im Lager abgeben. Tut er das nicht und klaut das Paket, weil es so scheint, als ob es nicht im Amazon-System aufgeführt sei, hätte Amazon einen Fahrer des Diebstahls überführt.

The Spheres, das Amazon-Hauptquartier bei Tag
Amazons Biosphäre „The Spheres“ in Seattle. Ein Teil des Headquarters in der Innenstadt. (Foto: t3n.de/Jochen G. Fuchs)

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Den konkreten Test hat Amazon zwar nicht bestätigt, allerdings gegenüber Business-Insider erklärt, dass Überprüfungen Teil eines Programms zur Qualitätssicherung seien. Der ehemalige Manager, der im Logistikbereich tätig gewesen sein soll, behauptet, dass mit dem Paket-Test unehrliche Mitarbeiter überführt worden seien. Darüber hinaus nutzt Amazon auch Videos von beim Stehlen aufgenommenen Mitarbeitern zur Abschreckung seiner Zulieferer, wie Bloomberg vor einigen Jahren schrieb.

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