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Dynamic Pricing für Onlinehändler: Die 16 wichtigsten Repricer im Test

Es ist wichtig, die Preise an den aktuellen Marktbedarf anzupassen. Welche Tools erfüllen die Kriterien, um den gewünschten Erfolg zu erzielen? Die Facts und Tools im Überblick:

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Das Thema Repricing wird oft heiß diskutiert und reduziert sich oft nur auf das Anpassen der Preise gegenüber den Marktbegleitern. Das ist nicht nur falsch, sondern auch gefährlich für jedes Business. Doch was steckt wirklich hinter der Idee der dynamischen Preisgestaltung?

„Dynamic Pricing (auch dynamisches Preismanagement), ist eine Preisstrategie bei der Unternehmen die Preise für Produkte oder Dienstleistungen auf Basis des aktuellen Marktbedarfs anpassen. Es handelt sich dabei um ein Modell, welches Preise anhand automatischer Algorithmen berechnet. Dabei werden Faktoren wie die Preisgestaltung der Konkurrenten, Angebot und Nachfrage und andere externe Faktoren miteinbezogen.“

Auch der Begriff Algorithmus ist wichtig:

„Ein Algorithmus ist eine eindeutige Handlungsvorschrift zur Lösung eines Problems oder einer Klasse von Problemen. Algorithmen bestehen aus endlich vielen, wohldefinierten Einzelschritten.“

Und das dritte Element ist die Preisstrategie:

„Bevor ein Produkt in den Markt eingeführt wird, ist zu entscheiden, welche Preisstrategie für das Produkt verwendet werden soll. Man unterscheidet zwischen der Festpreisstrategie, Preiswettbewerbsstrategie und Preisabfolgestrategie. Die gewählte Preisstrategie ist das Fundament für die Preispolitik eines Unternehmens. Sie hat einen hohen Einfluss auf die Elemente des Marketing-Mix.“

Für Werner Reinartz, einem Professor am INSEAD in Frankreich müssen fünf Bedingungen erfüllt sein, damit die dynamische Preisgestaltung erfolgreich ist:

1. Die Kaufbereitschaft der Kunden muss unterschiedlich sein.

2. Der Markt muss segmentierbar sein.

3. Das Arbitrage-Potenzial (Ausnutzungspotenzial) sollte limitiert sein.

4. Die Kosten der Segmentierung und der Preispolitik sollten bei der Anpassung an die Kunden die Umsatzanstiege nicht überschreiten.

5. Die Fairness sollte nicht verletzt werden.“

Kriterien für eine dynamische Preisgestaltung

  • Anbieterland

Mir ist das Land des Anbieters im Falle einer Haftungsfrage z. B. bei Preisfehlern wichtig. Ich bewerte also Anbieter aus Deutschland höher und Anbieter aus Drittländern außerhalb der EU niedriger.

  • Werden Preisstrategien angeboten?

Wesentliches Merkmal eines guten Tools ist das Angebot verschiedener und umfassender Preisstrategien. Und damit sind nicht die „bekannten Regeln“ gemeint, welche die meisten Tools anbieten.

  • Updatetime

Damit ist die Reaktions- und Prüfzeit der Tools gemeint. Wie schnell reagieren und erfassen die unterschiedlichen Anbieter Preisänderungen?

  • Support

Welches Modell der Kundenbetreuung wird angeboten? Hoch bewertet ist der kostenlose 24/7 Support.

  • Haftung; Versicherung

Neben guten Preisstrategien ist das Vorhandensein einer Versicherung zur Absicherung von Softwarefehlern eines der wichtigsten Merkmale, auf das Händler achten sollten. Die Toolanbieter werden ohne Versicherung nicht in der Lage sein, Schäden, die durch ihr Tool entstehen, zu regulieren. Da Preisfehler allerdings für Händler existenzbedrohend sein können, sollte jeder auf eine Versicherung des Toolanbieters achten.

  • Kosten

Natürlich sollte jedes Tool ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis abbilden. Sind die Betriebskosten eines Tools höher als der Mehrertrag, der generiert werden kann, dann ist ein solches Tool wertlos und unsinnig.

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Erklärung der Werteskala: Punkte 1 bis 10. (10 ist sehr gut, 1 ist unterirdisch. )

Gewinner vs. Verlierer: Unter den 16 Anbietern hat Sellerlogic ganz klar den ersten Platz belegt. Ausschlaggebend war die umfangreiche Bereitstellung an Strategien, sowie die Vorlage einer Versicherung. Eindeutig ist der Gewinner am ehesten in der Lage, den besten Preis für die skizzierte Marktsituation abzubilden. Das Schlusslicht belegten Wiser sowie beny-repricing.

Fazit: Es gibt eine Menge an Anbietern auf dem Markt, doch nur die Wenigsten bieten kluge und ausgereifte Strategien an, wie die unterschiedlichen Parameter, die zu einer guten Preisstellung führen, berücksichtigt werden können. Enttäuschend ist außerdem, dass zu viele Anbieter lediglich dem Wettbewerbspreis hinterherrennen.

Alle Anbieter sind leider nicht in der Lage, eine geeignete Lösung für Private Label-Händler anzubieten. Hier würde ich erwarten, dass Preisstrategien zu fremden ASIN oder GTIN möglich wären. Ein Eigenmarkenhändler hat selten Wettbewerb zu seiner eigenen Marke, sondern zu Marktbegleitern, die ähnliche oder identische Produkte unter anderen Marken anbieten. Hier klafft noch eine große Lücke.

Gleichfalls zu kritisieren ist der Umstand, dass kaum plattformübergreifende Strategien angeboten werden. Unbedingt notwendig ist es ja, dass die Händler in die Lage versetzt werden, über alle Plattformen eine einheitliche Strategie darzustellen. Unterschiedliche Preise auf unterschiedlichen Plattformen beschädigen in erheblichem Maß das Kauferlebnis der Konsumenten bei den „schludrigen“ Händlern, die Preise auf dem einen Marktplatz ändern und den anderen übersehen. Jeder vergisst ja mal.

Erschreckend ist, dass selbst langjährige Anbieter von Tools diesen Bedarf noch nicht entdeckt und gelöst haben.

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2 Kommentare
Sebastian
Sebastian

Also meiner Meinung nach ist dynamic pricing nicht gut. Warum? Es gibt doch nur zwei Szenarien:

1. Margenoptimierung des Verkäufers auf Basis von individuellen Datenpunkten des Kunden = schlecht für den Kunden.
2. Abschlussoptimierung des Verkäufers = schlecht für den Verkäufer, weil niedriger Preis, schlecht für den Hersteller, weil niedriger Preis. Und genau das merken die Verkäufer mittlerweile auch, weswegen der ein oder andere große Etailer schon mit dem Begriff „matching compensation“ zu den Herstellern klingeln kommt.

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Salomé Weber

Ein informativer Artikel zu dynamic pricing und deren Definition.
Eine weitere Lösung zur Preisoptimierung heisst die webbasierte Software Quicklizard, die von der gleichnamigen israelischen Entwicklungsfirma erstellt wurde. Im DACH-Raum wird sie durch den Schweizer Partner UFirst Group repräsentiert und vertrieben.

Schade, wurde sie in der Werteskala nicht berücksichtigt.

Funktionen und Besonderheiten: Die Preisoptimierungen erfolgen durch eine Regelwerk-Logik kundenspezifisch und automatisiert. Marktbeobachtung und Preisanpassungen werden grafisch dargestellt und ausgewertet. Die Analyse der dynamischen Preise erfolgt in Echtzeit. Speziell für die Reisebranche ist die Marktbeobachtung von Reise-Paketen mit mehreren Attributen möglich.
Der Onlinehändler kann damit ein langfristige Preisstrategie festlegen und danach agieren.

http://www.ufirstgroup.com/e-c
http://www.quicklizard.com/de

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